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Sonderausstellung

Hautnah. Die Filmkostüme von Barbara Baum // 23. Oktober 2018 bis 10. März 2019

Catherine Zeta-Jones am Set von Katharina die Große (DE/US 1994/95). Foto: Barbara Baum

Barbara Baum ist eine der renommiertesten Kostümbildnerinnen Deutschlands und entwirft seit fast 50 Jahren Kostüme für internationale und nationale Produktionen. Besonders eng arbeitete sie mit Rainer Werner Fassbinder zusammen, unter anderem für DIE EHE DER MARIA BRAUN (DE 1978), LILI MARLEEN (DE 1980), LOLA (DE 1981) und QUERELLE (DE 1982). Ihr besonderes Gespür für historische Stoffe setzte sie auch in mehrteiligen, opulent ausgestatteten TV-Filmen wie Katharina die Große (DE/US 1994/95) oder BUDDENBROOKS (DE 2007/08) um. In ihrem langjährigen Schaffen kleidete Barbara Baum unter anderem Schauspielgrößen wie Meryl Streep, Catherine Zeta-Jones, Jeanne Moreau oder Burt Lancaster ein. Für ihr Werk erhielt sie zahlreiche nationale und internationale Preise, zuletzt 2015 die „Ehren-Lola“ beim Deutschen Filmpreis.

Glenn Close und Barbara Baum bei der Anprobe zu THE HOUSE OF THE SPIRITS (DE /DK/PT 1993)

Quelle: Deutsches Filminstitut, Frankfurt am Main / Archiv Barbara Baum Dauerleihgabe der Adolf und Luisa Haeuser-Stiftung für Kunst und Kulturpflege.

Ab dem 23. Oktober 2018 präsentiert das Deutsche Filmmuseum Barbara Baums vielseitiges Schaffen erstmals in einer großen Werkschau. Neben 40 ihrer Original-Filmkostüme aus internationalen Ateliers werden auch Dokumente aus dem Arbeitsarchiv der Kostümbildnerin präsentiert, das seit 2015 vom Deutschen Filminstitut verwahrt wird. Sie geben einmalige Einblicke in den Entstehungsprozess eines Filmkostüms, vom ersten Lesen des Drehbuchs über historische Recherchen bis hin zum Zeichnen von Entwürfen und dem spannenden Moment der ersten Anprobe mit den Schauspielern.

Für Barbara Baum sind Stoffe nicht nur Arbeitsmaterial, sondern auch Inspirationsquelle: „Ich denke immer in Stoffen. Bei außergewöhnlichen Stoffen bekomme ich sogar Gänsehaut. Die Entscheidung für diesen oder jenen ganz bestimmten Stoff ist für mich dann meist schon das halbe Kostüm“, beschreibt sie selbst. In der Ausstellung Hautnah findet dieses Gespür für Stoffe in einem taktilen Konzept seine Entsprechung. Ein Ziel der Ausstellung ist es, auch blinden und sehbehinderten Besucherinnen und Besuchern Barbara Baums Arbeit zu vermitteln. An taktilen Stationen können sie mit den Händen über Tastbilder von Kostümentwürfen fahren und in Brailleschrift Barbara Baums Anmerkungen zu Form und Schnitt nachlesen. Stoffproben machen die verarbeiteten Materialien spürbar. Ergänzend zur haptischen Vermittlung werden Kostüme und ihr Entwürfe durch Audiodeskription zugänglich. Sehende und sehbehinderte Besucherinnen und Besucher erhalten so einen multisensorischen, hautnahen Zugang zum Werk dieser einzigartigen  Künstlerin.

Quelle: Deutsches Filminstitut, Frankfurt am Main / Archiv Barbara Baum Dauerleihgabe der Adolf und Luisa Haeuser-Stiftung für Kunst und Kulturpflege.

Quelle: Deutsches Filminstitut, Frankfurt am Main / Archiv Barbara Baum Dauerleihgabe der Adolf und Luisa Haeuser-Stiftung für Kunst und Kulturpflege.

Die Ausstellung begleitet eine Kooperation mit dem Frankfurter DialogMuseum, wo ab September die Reihe „Szenenwechsel“ einen kleinen Vorgeschmack auf unsere Ausstellung im Deutschen Filmmuseum liefert. Unter dem Titel „Get in touch“ wird eine begehbare Stoffinstallation erschaffen, durch die Barbara Baums Stimme den Weg durchs Dunkle führt.

Weitere Punkte des Rahmenprogramms bilden eine Filmreihe im Kino des Deutschen Filmmuseums sowie Werkstattgespräche zum Berufsbild der KostümbilderInnen in Deutschland. In Planung sind zudem Veranstaltungen rund um das Thema Sehbehinderung im Museum und Kino.

Die Ausstellung wird gefördert und unterstützt von

Stadt_Frankfurt_Kulturamt

Adolf und Luisa Haeuser-Stiftung

Rainer Werner Fassbinder Foundation

 

Das taktile Vermittlungskonzept wird gefördert von der

Commerzbank-Stiftung

Bildquelle: Deutsches Filminstitut, Frankfurt am Main / Archiv Barbara Baum Dauerleihgabe der Adolf und Luisa Haeuser-Stiftung für Kunst und Kulturpflege.

© 2018 Deutsches Filminstitut
Schaumainkai 41, 60596 Frankfurt am Main