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Edmund Edel: Das Glashaus
Lesung von Dr. Michael Grisko, Filmvorführung und Gespräch

Edmund Edel, 1863 in Pommern geboren, arbeitete zunächst als Grafiker, ab 1903 auch als Schriftsteller von mehr als 30 Gesellschaftsromanen und zahlreichen Feuilleton-Beiträgen, die ihm den Ruf eines Chronisten der Berliner Bohème eingetragen haben. Ab 1913 arbeitete er als Drehbuchautor, Schauspieler und Regisseur, als der Film sich gerade zur Kunstform emanzipierte. Bis 1928 war er an knapp 40 Produktionen beteiligt. Nur wenige seiner Arbeiten sind heute überliefert. Als Schauplatz seines 1917 erschienenen Romans „Das Glashaus“ wählte Edel die Friedrichstraße, zur damaligen Zeit das Filmviertel in Berlin. Hier treffen sich die Stars der Branche, werden die „Schlager“ der neuen Saison gedreht. In den Glashäusern der Büros und Filmbörsen nimmt die Zukunft des Films ihren Ausgang. Unterhaltsam und scharfsinnig porträtiert Edel eine zunehmend industrialisierte Unterhaltungskultur und die Künstlerszene in Berlin am Vorabend des Ersten Weltkriegs.

 

Dr. Michael Grisko studierte Germanistik, Politik und Europäische Medienwissenschaften in Kassel und Dijon. Er ist Autor und Herausgeber zahlreicher Publikationen zur Literatur-, Kultur- und Mediengeschichte des 20. Jahrhunderts.

DIE BÖRSENKÖNIGIN

Deutschland 1916. R: Edmund Edel.
D: Asta Nielsen, Aruth Wartan, Willi Kaiser-Heyl. 52 Min. 35mm.
Holländische ZT, dt. eingesprochen Klavierbegleitung: Ulrich Rügner

Edels herausragender Film DIE BÖRSENKÖNIGIN zeigt Asta Nielsen in einer ungewöhnlichen Charakterrolle: Sie spielt eine Fabrikbesitzerin und erfolgreiche Börsenspekulantin, die sich in den Direktor ihres Bergwerkes verliebt. Als dieser sie mit ihrer Gesellschafterin betrügt, nimmt sie die Leitung der Firma selbst in die Hand.

Sonntag, 23.3.2014
12:00 Uhr

Im Anschluss an Lesung und Filmvorführung spricht Filmhistorikerin Dr. Andrea Haller mit Dr. Michael Grisko, Herausgeber
von „Das Glashaus“ und Autor des Nachwortes.

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