SCREWBALL COMEDIES

tote schlafen fest

Der Begriff „screwball“ steht im Baseball für einen geworfenen Ball, dessen Flugbahn stark von der Norm abweicht und der dadurch unberechenbar ist. Mitte der 30er Jahre sickerte er in die US-amerikanische Alltagssprache ein und bezeichnete eine exzentrische Person. Mit dem Etikett „Screwball Comedy“ wurde später eine Gruppe US-amerikanischer Filmkomödien belegt, vor allem der späten 30er und frühen 40er Jahre, die exzentrische Figuren in den Mittelpunkt der Handlung stellen. In den meisten Fällen geht es um den Kampf der Geschlechter, welcher voller Wortwitz ausgefochten wird, aber auch Slapstick-Anteile haben kann.

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Abgesehen davon, dass das Genre damit die Möglichkeiten des erst wenige Jahre alten Tonfilms auslotete, ist es auch als Reaktion auf den seit 1934 endgültig installierten Production Code in den USA zu sehen – die rigiden Zensurvorschriften, die selbst die Dauer der Filmküsse regulierten. Der verbale Schlagabtausch und das exzentrische Verhalten der Figuren ermöglichten eine Sublimierung der Sexualität. Obwohl das Genre die sozialen Probleme der Roosevelt-Ära keineswegs leugnete – der Gegensatz von Arm und Reich spielt oft eine große Rolle –, wurden sie eher auf moralischer, rein „menschlicher“ Ebene abgehandelt. Den Männern wurden häufig starke, gleichberechtigte Frauen an die Seite gestellt. Eine Wirkung, die auch ein konventioneller Schluss, etwa eine Liebesheirat, nicht zunichte machen konnte. Während des Zweiten Weltkriegs starb die Screwball Comedy allmählich aus – das mag an den veränderten Zeitumständen liegen oder daran, dass die Formel ausgereizt war. Bis heute hat es erstaunlich wenige Versuche gegeben, das Genre wiederzubeleben. Das Kino des Deutschen Filmmuseums zeigt acht Klassiker der Screwball Comedy.

IT HAPPENED ONE NIGHT Es geschah in einer Nacht

USA 1934. R: Frank Capra
D: Clark Gable, Claudette Colbert. 105 Min. DCP. OF

IT HAPPENED ONE NIGHT

Ellie Andrews, die verzogene Tochter eines Millionärs, entkommt ihrem Vater, der ihre soeben geschlossene Ehe mit dem Mitgiftjäger King Westley auflösen lassen will. Im Bus lernt sie einen Reporter kennen, der gerade gefeuert wurde und angesichts der neuen Bekanntschaft einen Plan entwickelt: Wenn Ellie ihm erlaubt, über ihre Flucht berichten zu dürfen, hilft er ihr, den Verfolgern nach New York zu entkommen. Der gewaltige Erfolg von IT HAPPENED ONE NIGHT trug entscheidend zur Entwicklung des Genres der Screwball Comedy bei.

Donnerstag, 01.01.2015
18:00 Uhr

Freitag, 02.01.2015
20:30 Uhr

BRINGING UP BABY Leoparden küsst man nicht

USA 1938. R: Howard Hawks
D: Cary Grant, Katharine Hepburn. 102 Min. 35mm. OmU

BRINGING UP BABY

BRINGING UP BABY ist ein Film, den man immer wieder sehen kann. Katharine Hepburn spielt eine reiche Erbin, die sich einen Leoparden (das „Baby“ des Titels) als Haustier hält. Sie bringt das Leben eines zerstreuten und bereits verlobten Paläontologen (Cary Grant), der in einem naturhistorischen Museum an der Rekonstruktion eines Brontosaurus arbeitet, in heillose Unordnung. Die Ereignisse münden in eine wilde Verwechslungskomödie, angereichert mit viel Slapstick. Dem Film war bei seinem Erscheinen kein besonderer Erfolg beschieden, später entwickelte er sich zu einem gefeierten Publikumsliebling.

Sonntag, 04.01.2015
18:00 Uhr

Freitag, 09.01.2015
20:30 Uhr

MY MAN GODFREY Mein Mann Godfrey

USA 1936. R: Gregory La Cava
D: William Powell, Carole Lombard. 95 Min. 16mm. OF

MY MAN GODFREY

Für einen zynischen Gag bei einer Party der oberen Zehntausend im New Yorker Waldorf-Ritz Hotel holen eine Millionärstochter und ihre blasierte Schwester einen Obdachlosen von der Müllhalde. Den entstehenden Spannungen zum Trotz wird der Obdachlose als Butler der arroganten Millionärsfamilie engagiert, und er bringt ihr Moral und Manieren bei. Bewundert von Frank Capra ebenso wie von W. C. Fields, ist der ehemalige Cartoonist Gregory La Cava heute einer von Hollywoods vergessenen Regisseuren; mit diesem hoch amüsanten Film lässt er sich wiederentdecken.

Dienstag, 06.01.2015
20:30 Uhr

Donnerstag, 08.01.2015
18:00 Uhr

EASY LIVING Leichtes Leben

USA 1937. R: Mitchell Leisen
D: Jean Arthur, Edward Arnold. 86 Min. 35mm. OmfU

EASY LIVING

Ein Millionär wirft im Streit den neu gekauften Pelzmantel seiner verwöhnten Frau aus dem Fenster, und dieser landet auf dem Kopf einer Stenotypistin. Als sie den Mantel behalten darf, beginnt für sie eine steile Karriere – Kleider machen Leute! –, und der Sohn des Millionärs verliebt sich in sie. Nach einem Drehbuch von Preston Sturges drehte Mitchell Leisen mit EASY LIVING eine überaus turbulente Komödie, die scharf das Gefälle von Arm und Reich beleuchtet und den Zuschauer in eine ebenso elegante wie extravagante Welt entführt.

Sonntag, 11.01.2015
18:00 Uhr

Samstag, 13.01.2015
20:30 Uhr

THE LADY EVE Die Falschspielerin

USA 1941. R: Preston Sturges
D: Barbara Stanwyck, Henry Fonda. 94 Min. 35mm. OmspU

LADY EVE

Auf einem Ozeandampfer macht sich eine Betrügerin an einen bis dahin nur an seinen zoologischen Studien interessierten Millionenerben heran. Er verfällt ihr tatsächlich – und sie ihm schließlich auch. Dies ist die Ausgangssituation für eine rasante, vor Einfällen übersprudelnde, dabei ungemein dichte und einer inneren Logik folgende satirische Komödie – eine der besten des Regisseurs Preston Sturges. Unvergleichlich ist die Kombination von Barbara Stanwyck als abgebrühte Frau von Welt und Henry Fonda als Einfaltspinsel.

Donnerstag, 15.01.2015
18:00 Uhr

Freitag, 16.01.2015
20:30 Uhr

MY FAVORITE WIFE Meine liebste Frau

USA 1940. R: Garson Kanin
D: Irene Dunne, Cary Grant, Gail Patrick. 88 Min. 35mm. OF

MY FAVORITE WIFE

Nachdem sie einen Schiffbruch überlebt und sieben Jahre auf einer einsamen Insel verbracht hat, kehrt eine Frau in die USA zurück, um dort festzustellen, dass ihr Ehemann sie für tot hat erklären lassen und erneut geheiratet hat. Sie reist den frisch Vermählten nach – in dasselbe Haus, in dem sie einst selbst ihre Flitterwochen verbrachte. Die Grundsituation der doppelten Ehepartner wurde in späteren Filmen oft aufgegriffen. Produzent und Co-Autor des Films war Leo McCarey; wegen eines schweren Autounfalls musste er die Regie an Garson Kanin abgeben.

Sonntag, 18.01.2015
18:00 Uhr

Dienstag, 20.01.2015
20:30 Uhr

THE MORE THE MERRIER Immer mehr, immer fröhlicher

USA 1943. R: George Stevens
D: Jean Arthur, Joel McCrea, Charles Coburn. 104 Min. 35mm. OF

THE MORE THE MERRIER

Während des Zweiten Weltkriegs herrschte in den USA Wohnungsknappheit. So kommt es in diesem Film dazu, dass die Besitzerin eines Apartments in Washington die Hälfte ihrer Wohnung an einen schrulligen älteren Herrn vermietet, welcher wiederum seine Hälfte eigenmächtig mit einem jungen Sergeant teilt. Da er die Existenz dieses neuen Untermieters gegenüber der Wohnungsinhaberin verbergen muss, ergibt sich zunächst eine hinreißende Situationskomödie, bevor es zu einer Folge von Irrungen und Wirrungen zwischen der Hausbesitzerin und dem Sergeant kommt.

Donnerstag, 22.01.2015
17:45 Uhr

Sonntag, 25.01.2015
18:00 Uhr

WHAT’S UP, DOC? Is’ was, Doc?

USA 1972. R: Peter Bogdanovich
D: Barbra Streisand, Ryan O’Neal. 94 Min. Blu-ray. OmU

Whats up Doc?

WHAT’S UP, DOC? ist eine moderne Screwball Comedy im Geiste der großen Filme der 30er Jahre, mit Anleihen insbesondere bei BRINGING UP BABY. Die junge Judy wirft ein Auge auf Howard, einen zerstreuten Musikwissenschaftler, und bringt dessen Leben und das seiner Verlobten durcheinander, als sie im selben Hotel in San Francisco einchecken. Vier identisch aussehende Koffer spielen dabei eine entscheidende Rolle. Peter Bogdanovich spickte seinen Film mit einer Fülle filmhistorischer Anspielungen.

Dienstag, 27.01.2015
20:30 Uhr

Donnerstag, 29.01.2015
18:00 Uhr

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