Remake – Frankfurter Frauen Film Tage

Frauenfilmtage

Die Kinothek Asta Nielsen widmet sich der Geschichte und Gegenwart der Filme von Frauen, den Geschlechterverhältnissen im Kino und dem queer cinema. Sie führt in diesem Jahr ein neues Format in ihre bald 20-jährige Programmarbeit ein: Zu den regelmäßig stattfindenden Frankfurter Frauen Film Tagen haben sich internationale Gäste zu Gesprächen und Vorträgen angekündigt. Der Titel Remake signalisiert, dass es bei diesem Festival um die Vergegenwärtigung von Geschichte jenseits ihrer Musealisierung geht.

Das Konzept von Remake sieht eine dreiteilige Struktur vor: Ein Programm mit thematischem Schwerpunkt, eine Rückschau auf die Geschichte der feministischen Filmfestivals und eine Personale. Der thematische Schwerpunkt ist dieses Jahr „100 Jahre Frauenwahlrecht – 50 Jahre feministische Filmarbeit“, die Rückschau befasst sich mit dem Women’s Event ’72 des Edinburgh International Film Festival und die Werkschau ist der Frankfurter Filmemacherin Recha Jungmann gewidmet.

Das Gesamtprogramm von Remake findet sich hier: remake-festival.de

 

Logoblau

 

Unterstützt von

HessenFilm-RGB

Logo Frauenreferat

log_hmwk_4c_03

PROGRAMMHINWEISE – REMAKE PRÄSENTIERT (SICH)

SUFFRAGETTE DEMONSTRATION IN LONDON (June 1910) (Großbritannien 1910. 35mm. 3 Min. Stumm)

MASS MEETING OF SUFFRAGETTES (Großbritannien 1910. 35mm. 44 Sek. Stumm)

SUFFRAGETTE DERBY OF 1913 (Großbritannien 1913. 35mm. 5 Min. Stumm)

PROGRAMMHINWEISE (BRD 1970. R: Christiane Gehner. DCP. 10 Min. dt OmeU)

LA SOURIANTE MME BEUDET (Frankreich 1922. R: G. Dulac. 35mm. 38 Min. Stumm. frz. und dt. ZT)

DAS PORTRÄT (BRD 1966. R: May Spils. 35mm. 10 Min.)

TOTO BISSAINTHE (Frankreich 1984. R: S. Maldoror. Digital. 5 Min. frz. und kreol. OmU)

MOUVEMENT DE LIBÉRATION DES FEMMES IRANIENNES, ANNÉE ZÉRO (Frankreich 1979. R: Sylvina Boissonnas, Claudine Mulard. 16mm. 13 Min. frz./pers. OmU)

Freitag, 02.11.2018
20:00 Uhr

Am Flügel begleitet von
Eunice Martins

Woman in Film and Television (WIFT Germany)
Kick-Off WIFT Frankfurt: Vortrag und Netzwerk.

Anmeldung erforderlich. Tickets über www.wiftg.com oder an der Kasse des Deutschen Filminstitut & Filmmuseum

Samstag, 03.11.2018
13:00 – 15:00 Uhr

WIFTG_Logo_Unterzeile

FÜR FRAUEN . 1. KAPITEL. EIN FILM FÜR FRAUEN , VON
FRAUEN GEMACHT BRD

1971. R: Cristina Perincioli. D: Helga Freyer,
Edda Hertel, Ulla Lange, Jeanine Rickmann. 16mm. 28 Min.

Fuer_Frauen_header

Als vier Verkäuferinnen eines Selbstbedienungsladens erfahren, dass ihr junger Vorgesetzter mehr verdient als sie, solidarisieren sie sich miteinander, um gegen ihren Arbeitgeber vorzugehen.

Im Anschluss: Gespräch mit Silvia Kontos

DAS HAT MICH SEHR VERÄNDERT

BRD 1976. R: Edith Schmidt-Marcello.
D: Beate Scheunemann, Ulrike Krasberg, G. Zehm. Digital. 47 Min.

Der Film ist ein Dokument des Frauenzentrums Eckenheimer Landstraße in Frankfurt am Main, das 1973 gegründet wurde. Das Zentrum, das etwa 20 verschiedene Arbeitsgruppen umfasste, kämpfte in dieser Zeit vor allem gegen den § 218 StGB, zur Strafbarkeit von Schwangerschaftsabbrüchen. Die Frauen organisierten Bus-Fahrten nach Holland zum Schwangerschaftsabbruch, worauf die Frankfurter Polizei versuchte, das Frauenzentrum zu kriminalisieren.

Samstag, 03.11.2018
15:00 Uhr

DIE GÖTTLICHE ORDNUNG

Schweiz 2017. R: Petra Biondina Volpe. D: Marie Leuenberger, Max
Simonischek, Rachel Braunschweig. DCP. 96 Min. OmU

Nora ist eine junge Hausfrau und Mutter, die mit ihrem Mann, den zwei Söhnen und dem missmutigen Schwiegervater im Appenzell lebt. Hier ist wenig von den gesellschaftlichen Umwälzungen der 68er-Bewegung zu spüren. Die Dorf- und Familienordnung gerät jedoch gehörig ins Wanken, als Nora beginnt, sich für das Frauenwahlrecht einzusetzen. Von ihren politischen Ambitionen werden auch die anderen Frauen angesteckt. Beherzt kämpfen die Frauen im Dorf bald nicht nur für ihre gesellschaftliche Gleichberechtigung, sondern auch gegen eine verstaubte Sexualmoral. Doch in der aufgeladenen Stimmung drohen Noras Familie und die ganze Gemeinschaft zu zerbrechen.

Vorfilm: WOMEN’S MARCH THROUGH LONDON (21.7.1995) (GB 1915. 35mm. 1 Min.)

Samstag, 03.11.2018
18:00 Uhr

ETWAS TUT WEH

BRD 1979. R: Recha Jungmann. D: Simone Maul, Anja Burak,
Hermann Schäfer, Recha Jungmann. DCP. 72 Min.

Etwas tut Weh_header

Eine Filmemacherin auf den Spuren der eigenen Vergangenheit, in einem Dorf in der Rhön. In drei Altersstufen – als kleines Mädchen, als Jugendliche und als erwachsene Frau – geht sie durch den Ort und lässt Erinnerungen lebendig werden. Im Zentrum steht dabei das verfallende, aber noch mit Alltagsgegenständen gefüllte Haus der Familie, das zum Sinnbild für das Verstreichen der Zeit und für den Verlust steht. Gleichzeitig „entdeckt“ die Filmemacherin die Geschichte ihres längst verstorbenen Großvaters, der sich als einziger im Dorf gegen die Nationalsozialisten gestellt hatte und dafür zum Außenseiter gestempelt wurde.

Vorfilm: RENATE (DE 1967. R: Recha Jungmann. 16mm. 13 Min.)

Samstag, 03.11.2018
20:30 Uhr

Zu Gast: Recha Jungmann

Moderation: Anke Zechner

HINDLE WAKES  Jahrmarkt der Liebe

Großbritannien 1927. R: Maurice Elvey. D Estelle Brody, John Stuart,
Norman McKinnel. 35mm. 116 Min. Stumm mit engl. ZT u. dt. UT

hindle-wakes_headerFabrikarbeiterin Fanny Hawthorn lässt sich während des jährlichen Ausflugs zum traditionellen Vergnügungsbadeort Blackpool auf eine Romanze mit Allan Jeffcote ein, dem Sohn des örtlichen Fabrikbesitzers, und fährt mit diesem für eine Woche ins nordwalisische Llandudno. Nach ihrer Rückkehr wollen die beiden Familien die jungen Leute zwingen zu heiraten. Doch Fanny weigert sich und beharrt darauf, dass sie wie jeder Mann das Recht auf „ein bisschen Spaß“ habe.

Vorfilm: A DAY IN THE LIFE OF A MUNITION WORKER (GB 1917. 35mm. 10 Min.)

Sonntag, 04.11.2018
11:00 Uhr

Klavierbegleitung:
Eunice Martins

ZWISCHEN MOND UND SONNE

BRD 1981. R: Recha Jungmann. D: Titus Spree, David Schleiermacher,
Werner Schroeter, Recha Jungmann. 16mm. 105 Min.

Zwischen Mond und Sonne_header

Recha Jungmann setzt sich mit ihrem 14jährigen Sohn auseinander, sucht nach Momenten der Vertrautheit und der Distanz, beobachtet den Jungen in Gesellschaft von Freunden und konstatiert den oftmals breiten Graben zwischen den Welten der Jugendlichen und der Erwachsenen. Die Regisseurin zeigt sich selbst „als Frau, die ihr eigenes Leben lebt, und als Mutter, deren Handlungsspielraum einerseits vom Kind bestimmt wird, die andererseits dieses Kind auch an den Rand drückt […] Recha Jungmann ist mit ihrem Mutter-Sohn-Thema so weit gegangen, wie sie konnte“, schrieb 1981 Gesine Strempel in der Courage.

Vorfilm: TWO RIGHT, TWO LEFT, DROP ONE (CDN 1972. R: Recha Jungmann. DCP. 5 Min.)

Sonntag, 04.11.2018
17:00 Uhr

Zu Gast:
Recha Jungmann

WANDA

USA 1970. R: Barbara Loden. D: Michael Higgins, Barbara Loden, Frank Jourdano
35mm. 105 Min. OmU

wanda_headerWanda Goronski hat ihren Mann verlassen. Bei der Scheidung verzichtet sie auf das Sorgerecht für ihre Kinder und driftet in der Folge ziellos durchs Leben. Sie findet keine Arbeit, lässt sich mit einem Mann ein, der sie prompt sitzen lässt, und landet schließlich in der Gesellschaft des Bankräubers Norman Dennis, mit dem sie einige Zeit lang ein Leben „on the road“ teilt, obwohl er sie quält und misshandelt. Als er bei einem Raub erschossen wird, ist Wanda wieder auf sich allein gestellt.

Sonntag, 04.11.2018
20:30 Uhr

UNSERE MÜTTER, UNSERE VÄTER

BRD 1981. R: Recha Jungmann. BetaSP. 90 Min.
Teil I: FRAUEN OHNE VATER, OHNE MANN, 30 min
Teil II: DEUTSCHE IDEALISTEN , 30 Min.
Teil III: ZERSTÖRTES VATERBILD, 30 Min.

Unsere Mütter unsere Väter_header

Grundlegende Materialien, aus denen Recha Jungmann UNSERE MÜTTER, UNSERE VÄTER gestaltete, sind aus dem Off gelesene biographische Texte aus dem nationalsozialistischen Deutschland und aus dem Ersten und Zweiten Weltkrieg. In Teil eins und zwei sind das Lebenserinnerungen von Frauen aus ganz unterschiedlichen sozialen Schichten, aus völlig unterschiedlichen politischen Lagern. Hinzu kommen umfangreiche Archivmaterialien, Fotos und Filme, historische Radioausschnitte, Privatfotografien und dazu von Recha Jungmann gedrehte Spielfilmszenen sowie schließlich im letzten Drittel des Films wenige neue dokumentarische Aufnahmen.

Dienstag, 06.11.2018
20:30 Uhr

Zu Gast:
Recha Jungmann

WIR SIND DFF.FILM
© 2018 Deutsches Filminstitut
Schaumainkai 41, 60596 Frankfurt am Main