PATRICIA HIGHSMITH

zwei gesichter des januars

Patricia Highsmith verbrachte einen großen Teil ihres Lebens in Europa, was die US-Schriftstellerin auch immer wieder in ihren Romanen thematisiert: Gutgläubige US-Amerikaner, die sich in Europa betrügen und ausnehmen lassen, sind ein häufiges Motiv ihrer Romane. Highsmith, die vor 20 Jahren in Locarno starb, schrieb vor allem psychologische Kriminalromane. Es ging ihr weniger darum, spannend zu entwickeln, wie ein findiger Kriminalist ein Verbrechen aufklärt, sondern um die Umstände, die unauffällige Durchschnittsmenschen ins Verbrechen treiben. Ihr erster Roman Strangers on a Train wurde von Alfred Hitchcock verfilmt und machte Highsmith weltbekannt. Auch zahlreiche weitere Romane von Highsmith, allen voran die Ripley-Reihe, wurden für das Kino oder Fernsehen adaptiert.

STRANGERS ON A TRAIN Der Fremde im Zug

USA 1951. R: Alfred Hitchcock
D: Farley Granger, Robert Walker, Ruth Roman. 92 Min. Blu-ray. OF

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STRANGERS ON A TRAIN ist die Verfilmung des ersten Romans von Patricia Higsmith, der 1950 erschien und in seinen Hauptmerkmalen bereits auf die folgenden Werke verweist. Die Handlung beginnt mit einer schicksalhaften Zufallsbegegnung im Zug – und endet mit dem vermeintlich perfekten Mord. Tennisprofi Guy Haines möchte sich gegen den Willen seiner Frau Miriam scheiden lassen. Auf der Fahrt im Expresszug von Washington nach New York macht ihm der merkwürdige Bruno Anthony ein unmoralisches Angebot: Er bringt Miriam für ihn um, wenn Guy im Gegenzug Brunos verhassten Vater ermordet. Aus dem vermeintlichen Scherz wird bald bitterer Ernst.

Mittwoch, 03.06.2015
20:30 Uhr

PLEIN SOLEIL Nur die Sonne war Zeuge

Frankreich 1960. R: René Clément
D: Alain Delon, Maurice Ronet. 118 Min. Blu-ray. OmeU

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Der junge Amerikaner Tom Ripley ermordet einen Landsmann, der in Italien das Leben eines reichen Müßiggängers führt. In der Folge gelingt es Ripley, sich das Geld seines Opfers unter den Nagel zu reißen und gewinnt sogar dessen nichts ahnende Freundin für sich. Alain Delon und Maurice Ronet spielen die Hauptrollen in René Cléments glänzender Verfilmung des ersten Ripley-Romans von Patricia Highsmith. Anders als im Roman, in dem der amoralische Held Tom Ripley ungestraft entkommt, wird er im Film des Mordes überführt.

Donnerstag, 04.06.2015
20:30 Uhr

Freitag, 12.06.2015
18:00 Uhr

DER AMERIKANISCHE FREUND

BRD/Frankreich 1977. R: Wim Wenders
D: Dennis Hopper, Bruno Ganz. 126 Min. DCP

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Wim Wenders‘ Film DER AMERIKANISCHE FREUND ist eine Verfilmung von Ripley’s Game. Der Hamburger Restaurator Jonathan Zimmermann ist unheilbar an Leukämie erkrankt und weiß, dass er bald sterben wird. Der skrupellose Amerikaner Tom Ripley erfährt davon und unterbreitet Zimmermann ein unmoralisches Angebot: Er soll zum Auftragskiller werden und einen Mann in Paris umbringen. Dafür wird er gut bezahlt und kann so seiner Frau und seinem Kind etwas hinterlassen. Zwischen den beiden ungleichen Männern entsteht eine ungewöhnliche Freundschaft.

Mittwoch, 10.06.2015
20:30 Uhr

Samstag, 13.06.2015
20:15 Uhr

DIE GLÄSERNE ZELLE

BRD 1978. R: Hans W. Geißendörfer
D: Helmut Griem, Brigitte Fossey, Dieter Laser. 93 Min. 35mm

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Hans W. Geißendörfer verlegte die Handlung des Romans The Glass Cell von Patricia Highsmith von New York nach Deutschland, genauer: nach Frankfurt, wo auch einige Szenen gedreht wurden. Mit großer Intensität schildert er die Geschichte eines unschuldig Verurteilten, dessen Misstrauen in seine Umgebung sich nach seiner Entlassung so sehr steigert, dass er schließlich tatsächlich kriminell wird.

Dienstag 16.06.2015
20:30 Uhr

THE TALENTED MR RIPLEY Der talentierte Mr. Ripley

USA 1999. R: Anthony Minghella
D: Matt Damon, Jude Law, Gwyneth Paltrow, Cate Blanchett. 139 Min. 35mm. OmU

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Ganz im Stile der 1950er Jahre, vor stimmungsvollen italienischen Landschaften, hat Anthony Minghella seine Verfilmung des „Ripley“-Romans angelegt. Gegenüber der Romanvorlage hat er jedoch einige Änderungen, insbesondere bei den Charakteren, vorgenommen. Aus dem Maler Dickie wird ein Jazz-Fan und Ripley selbst wird hier eher als linkische und unsichere Figur dargestellt. Neben dem Wunsch, ein Leben wie sein reicher Freund führen zu können, hegt Ripley auch ein erotisches Interesse an Dickie. Als dieser der Freundschaft überdrüssig wird und ihn zurückweist, begeht Ripley den Mord nicht als sorgfältig geplantes Verbrechen, sondern aus dem Affekt heraus.

Mittwoch 17.06.2015
20:30 Uhr

LE CRI DU HIBOU Der Schrei der Eule

Frankreich 1987. R: Claude Chabrol. D: Christophe Malavoy,
Jacques Penot, Mathilda May. 104 Min. 35mm. OmU

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Nach der Trennung von seiner Frau entwickelt der Pariser Illustrator Robert eine Faszination für die junge Juliette, die mit ihrem Verlobten Patrick auf dem Land lebt. Auch Juliette verliebt sich in Robert. Als Patrick von der Freundschaft zwischen seiner Verlobten und Robert erfährt, rastet er aus. Gemeinsam mit Roberts Exfrau schmiedet er einen Racheplan, der schnell außer Kontrolle gerät. Regie-Altmeister Claude Chabrol schuf mit DER SCHREI DER EULE eine präzise Patricia-Highsmith-Adaption mit tragikomischen Elementen.

Donnerstag, 25.06.2015
18:00 Uhr

Sonntag 28.6.2015
20:30 Uhr

THE TWO FACES OF JANUARY Die zwei Gesichter des Januars

USA/Großbritannien/Frankreich 2014. R: Hossein Amini
D: Viggo Mortensen, Oscar Isaac, Kirsten Dunst. 96 Min. DCP. OmU

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Für sein Regiedebüt hat der als Drehbuch-Autor bekannte Hossein Amini einen weniger bekannten Krimi von Patricia Highsmith aus dem Jahr 1964 ausgesucht, der zwei ambivalente Männerfiguren vor der gleißenden Sonne Griechenlands aufeinandertreffen lässt. Der charmante Rydal hält sich in Athen als Stadtführer mit kleinen Betrügereien über Wasser. Er begegnet dem eleganten Paar Chester und Colette MacFarland, und fühlt sich schnell von ihnen angezogen. Chester erinnert ihn an seinen Vater und die attraktive Colette gefällt ihm. Bald findet sich Rydal in einem dunklen Netz aus Mord, Eifersucht und Intrigen wieder.

Freitag, 26.06.2015
18:00 Uhr

Samstag 27.06.2015
20:30 Uhr

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