Maximaler Minimalismus

Eine Filmreihe über Deborah Stratman

Die Arbeiten der US-amerikanischen Künstlerin und Regisseurin Deborah Stratman – seien es Dokumentarfilme, experimentelle Arbeiten oder Essays – mögen keine klar definierten Orte oder Figuren. Sie nehmen vielmehr das Publikum mit auf eine Reise und setzen es an einem Ort ab, an dem es mit Herausforderungen konfrontiert wird. Stratman nutzt verschiedene Quellen, verschiedene Erzählweisen und damit auch verschiedenes Material: Film- und Videomaterial. Sie betont Heterogenität und arbeitet bewusst mit Reibung in allen Prozessen ihrer hybriden Projekte. Innerhalb eines Films treffen immer wieder gegensätzliche Genres – Thriller, Porträtfilm, Roadmovie aufeinander. Ihre Arbeiten sind oft mit der sozio-politischen Umwelt verbunden, die sie mit Bezug auf die Geschichte von Illinois und anderen Regionen derWelt hinterfragt. Wissenschaft und Landschaft sind in ihrer Kunst sowohl auf der Bild- als auch auf der Tonebene allgegenwärtig.

In diesem Herbst touren Stratmans Filme durch deutschsprachige Länder. Nach Berlin und Frankfurt sind sie noch in Wien und in Freiburg zu sehen.

Zusammengestellt von Louise Burkart

In Kooperation mit dem Österreichischen Filmmuseum und dem Arsenal – Institut für Film und Videokunst


Programm 1 (ca. 62 Minuten)

THE MAGICIAN’S HOUSE

(USA 2007, 6 Min., 16mm, engl. OF)

VILLAGE SILENCED

(USA 2012, 7 Min., digital, engl. OF)

HACKED CIRCUIT

(USA 2014, 16 Min., digital, engl. OF)

IN ORDER NOT TO BE HERE

(USA 2002, 33 Min., 16mm, engl. OF)

Stark in der post-9/11 Ära verwurzelt, handeln die preisgekrönten kurz- und mittellangen Filme von Kontrolle, Überwachung und Schweigen. Lange Einstellungen vermitteln das Gefühl der Bedrohung, während Wiederholungen das Unvermeidbare des Moments ausdrücken. Dunkle Orte, enge Einstellungen und Figuren ohne Namen oder Geschichten und eine hoch stilisierte Filmsprache tragen zu einer bedrückenden Stimmung bei.

Mitschnitt der Veranstaltung

Freitag, 28.09.2018
20:15 Uhr

Zu Gast:
Deborah Stratman
(Gespräch in englischer Sprache)


Programm 2 (ca. 70 Minuten)

UNTIED

(USA 2000, 3 Min., 16mm, engl. OF)

ENERGY COUNTRY

(USA 2003, 15 Min., digital, engl. OF)

O’ER THE LAND

(USA 2009, 52 Min., 16mm, engl. OF)

Während der erste Film zwischenmenschliche Beziehungen und ihre Verwicklungen innerhalb weniger Minuten prägnant skizziert, beschäftigen sich die folgenden zwei Titel mit einer größeren politischen Verflechtung von Geld- und Machtinteressen. Patriotismus, Gewalt und ein konservatives Verständnis der christlichen Religion fließen ineinander. Das Denken in der gezeigten US-amerikanischen Konsumgesellschaft wird eingestellt und die Bedeutung von Freiheit unbeschwert neu definiert.

Mitschnitt der Veranstaltung

Samstag, 29.09.2018
16:00 Uhr

Zu Gast:
Deborah Stratman
(Gespräch in englischer Sprache)

Programm 3 (ca. 75 Minuten)

…THESE BLAZING STARRS!

(USA 2011, 15 Min., 16mm, engl. OF)

THE ILLINOIS PARABLES

(USA 2016, 60 Min., 16mm, engl. OF)

Der neueste mittellange Film Stratmans ist zugleich auch ihr beeindruckendster. Der Film stützt sich auf elf Parabeln, um von historischen Ereignissen im US-amerikanischen Bundesstaat Illinois zu erzählen. Menschenleere Orte werden hier als Zeugen vergangener Ereignisse verstanden. Das kaum Sichtbare wird so wieder vor Augen geführt – seien es Vertreibungen, Verfolgungen oder Naturkatastrophen. Der Vorfilm dieser Vorstellung behandelt apokalyptische Themen und astrologische Studien in schwarzweißen Zeichnungen.

Mitschnitt der Veranstaltung

Samstag, 29.09.2018
18:00 Uhr

Zu Gast:
Deborah Stratman
(Gespräch in englischer Sprache)

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