LECTURE & FILM: MONTAGE

LUCÍA E IL SEXO Lucía und der Sex

Die im Oktober gestartete Reihe Lecture & Film umfasst insgesamt zehn Vorträge, die jeden ersten Donnerstag im Monat um 20 Uhr Filminteressierten die Möglichkeit bieten, mehr über Wirkung und Funktionsweisen des filmischen Erzählens zu erfahren. Anknüpfend an die Themenkomplexe im zweiten Teil der neuen Dauerausstellung – Bildgestaltung, Ton, Montage und Schauspiel – geben Film- und Medienwissenschaftler sowie Filmschaffende selbst einen mit Fotos oder Filmausschnitten illustrierten Einblick in die facettenreiche Welt der Filmsprache. Im Anschluss an die Lecture wird jeweils exemplarisch ein Film zum Thema gezeigt und dieses immer mittwochs und samstags um 18 Uhr durch weitere Filme vertieft.


 

DIE KUNST DER MONTAGE Lecture von Prof. em. Dr. Thomas Koebner

Prof. em. Dr. Thomas KoebnerWas macht Montage aus? Worin liegt die Kunst – und welche besonderen Formen der Montage finden sich in der Filmgeschichte? In seinem Vortrag erläutert Thomas Koebner anhand beispielhafter Filme wie CITIZEN KANE (1941), wie die Montage einen Film überhaupt erst zum Film werden lässt. „Thomas Koebners rhetorische Begabung, begünstigt durch Volumen und Timbre der Stimme, nimmt den Zuhörer mit auf Entdeckungsreisen“, beschreibt Hans Helmut Prinzler die Koryphäe der deutschen Filmwissenschaft. Thomas Koebner, 1941 in Berlin geboren, lehrte zunächst an den Hochschulen in München, Köln, Wuppertal und Marburg, ehe er die Leitung der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (dffb) übernahm. Anschließend war er Gründungsprofessor der Filmwissenschaft in Mainz, die er 14 Jahre lang leitete. Koebner ist einer der produktivsten Autoren und Herausgeber von Filmbüchern weltweit, darunter Standardwerke wie sein Sachlexikon des Films, Filmregisseure oder Reclams Filmklassiker. Für seine Verdienste um die Anerkennung des Films als Kunstform wurde er 2010 von der katholischen und evangelischen Kirche in Deutschland ausgezeichnet.

CITIZEN KANE

USA 1941. R: Orson Welles
D: Orson Welles, Joseph Cotten, Dorothy Comingore. 119 Min. BluRay. OmU

„Rosebud“ – so lautet das letzte Wort des schillernden Zeitungsmoguls Charles Foster Kane, der in völliger Abgeschiedenheit in seinem Schloss Xanadu stirbt. Der Journalist Jerry Thompson wird beauftragt, das Rätsel um die Bedeutung dieses letzten Wortes zu lösen. Dabei rollt er akribisch das Leben des mächtigen und skandalumwitterten Pressezaren auf. In Rückblenden zeichnet Orson Welles die Geschichte des von ihm selbst gespielten Medienmagnaten nach. Für viele Kritiker und in Fachkreisen gilt CITIZEN KANE als der beste Film aller Zeiten.

Donnerstag,01.03.2012
20:00 Uhr

CITIZEN KANE
ca. 21:30 Uhr

MAGNOLIA

USA 1999. R: Paul Thomas Anderson.
D: Tom Cruise, Julianne Moore, Philip Seymour Hoffman. 188 Min. 35mm. OF

Ein Tag in Los Angeles. Regisseur Paul Thomas Anderson erzählt episodenhaft die Geschichte von neun skurrilen Personen, die im Niemandsland zwischen Fiktion und Realität angesiedelt ist: darunter ein im Sterben liegender Fernsehmagnat (Jason Robards), ein populärer Sex-Guru mit gepeinigtem Innenleben (Tom Cruise) und ein gealtertes Gameshow-Wunderkind (William H. Macy). Ihnen gemeinsam ist die Begeisterung für die Quizshow „What do Kids know?“. „MAGNOLIA ist mutig, zwingend, anrührend und als Film wunderschön – ein Meilenstein“, urteilte der Filmkritiker Rüdiger Suchsland.

Samstag, 03.03.2012
16:00 Uhr

Mittwoch, 07.03.2012
17:00 Uhr

M – EINE STADT SUCHT EINEN MÖRDER

Deutschland 1931. R: Fritz Lang D: Peter Lorre, Paul Kemp, Gustaf Gründgens. 111 Min. 35mm

Berlin 1931. Die Stadt, in der ein gefürchteter Kindermörder sein Unwesen treibt, erstarrt in Angst und Schrecken. Als der Mörder in der kleinen Elsie Beckmann sein achtes Opfer findet, eröffnen die Polizei und die Berliner Unterwelt unabhängig voneinander die Jagd auf den Täter. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt. Peter Lorre spielt seine Rolle bravourös. Er verkörpert den Mörder nicht als blutrünstiges Monster, sondern als psychisch labilen Charakter am Abgrund. Für Regisseur Fritz Lang war M der erste Tonfilm, der nicht zuletzt durch den verstärkten Einsatz der Parallelmontage bis heute als stilbildender Klassiker gilt.

Samstag, 10.03.2012
18:00 Uhr

Mittwoch, 14.03.2012
17:30 Uhr

21 GRAMS 21 Gramm

USA 2003. R: Alejandro González Iñárritu
D: Sean Penn, Naomi Watts, Benicio Del Toro. 124 Min. 35mm. OmU

Wie viel wiegt das Leben? Ein tragischer Autounfall verknüpft die Lebenswege von drei Personen schicksalhaft: Sean Penn spielt einen auf ein Spenderherz wartenden Mathematikprofessor, Naomi Watts eine ehemalige Drogensüchtige und Benicio Del Toro einen früheren Häftling. Wie schon in AMORES PERROS (2000) und in BABEL (2006) verwebt Regisseur Alejandro González Iñárritu hier drei Handlungsstränge eindrucksvoll miteinander. „Ein anspruchsvoll konstruiertes, packend gefilmtes Drama mit glänzenden Darstellern, das zum Nachdenken darüber auffordert, wie die Toten und der Tod die Lebenden beeinflussen.“ (film-dienst 4/2004)

Samstag, 17.03.2012
18:00 Uhr

Mittwoch, 21.03.2012
18:00 Uhr

LUCÍA E IL SEXO Lucía und der Sex

Spanien/Frankreich 2001. R: Julio Medem
D: Paz Vega, Tristàn Ulloa, Daniel Freire. 128 Min. 35mm. OmU

Die Kellnerin Lucía und den Schriftsteller Lorenzo verbindet vor allem sexuelle Begierde. Als Lorenzo bei einem Unfall ums Leben kommt, zieht sich Lucía aus Madrid auf eine einsame Mittelmeerinsel zurück, wo sie die Bekanntschaft von Carlos und Elena macht. In deren Haus findet sie nicht nur Trost, sondern erfährt auch völlig Neues über Lorenzo – oder sind die beiden etwa nur Figuren aus dessen letztem Roman? Julio Medem erzählt die komplexe Liebesgeschichte kunstvoll zwischen den einzelnen Handlungssträngen wechselnd und lässt dabei die Grenzen zwischen Realität und Fiktion auf faszinierende Weise verschwimmen.

Samstag, 24.03.2012
18:00 Uhr

Mittwoch, 28.03.2012
18:00 Uhr

Newsletter abonnieren!
© 2017 Deutsches Filminstitut, Schaumainkai 41, 60596 Frankfurt am Main