LECTURE & FILM: KÖRPERSPRACHE im Mai

CARTE BLANCHE: KATJA EICHINGER

Die im Oktober gestartete Reihe Lecture & Film umfasst insgesamt zehn Vorträge, die jeden ersten Donnerstag im Monat um 20 Uhr Filminteressierten die Möglichkeit bieten, mehr über die Wirkung und die verschiedenen Funktionsweisen des filmischen Erzählens zu erfahren. Anknüpfend an die Themenkomplexe im zweiten Teil der neuen Dauerausstellung – Bildgestaltung, Ton, Montage und Schauspiel – geben renommierte Filmwissenschaftler und Filmschaffende einen mit Fotos oder Filmausschnitten illustrierten Einblick in die facettenreiche Welt der Filmsprache. Im Anschluss an die Lecture ist jeweils exemplarisch ein Film zum Thema zu sehen, das immer mittwochs und samstags um 18 Uhr anhand weiterer Filme vertieft wird.


 

SCHAUSPIELTECHNIKEN: KÖRPERSPRACHE IM FILM
Lecture von Prof. Oksana Bulgakowa

Prof. Oksana Bulgakowa, die bereits in Berlin, Bochum, Leipzig, Stanford, Berkeley und Köln lehrte und heute Institutsleiterin der Filmwissenschaft an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz ist, gilt als Expertin für Körpersprache. So leitete sie ein mehr als sechs Jahre dauerndes audiovisuelles Forschungsprojekt am Stanford Humanities Lab zum Thema „Körpersprache im Film“. Dieses Projekt mündete in den Film THE FACTORY OF GESTURES – DIE FABRIK DER GESTEN, der die Veränderung der Körpersprache in der russischen und sowjetischen Gesellschaft im 20. Jahrhundert thematisiert. Die Filmkunst entwarf demnach neue Rituale, neue Kleidung, neue Wohnräume, neue Standards der Wahrnehmung und auch eine neue Körpersprache, stellt die im sowjetischen Nikopol geborene Bulgakowa fest. Ihre Thesen zur Körpersprache als Schauspieltechnik vertieft Bulgakowa anhand von Ang Lees SE JIE (Gefahr und Begierde), der im Anschluss an ihre Lecture zu sehen ist.

 

SE JIE Gefahr und Begierde

China/USA 2007. R: Ang Lee. D: Tony Leung Chiu Wai, Wie Tang, Joan Chen. 159 Min. OmU

Shanghai, 1941: China steht während des Zweiten Weltkriegs unter japanischer Okkupation. Der einflussreiche Regierungsbeamte Yi macht als Kollaborateur der verhassten Besatzer die Bekanntschaft mit der verführerischen Wang Jiazhu. Zwischen den beiden entwickelt sich ein obsessives Liebesverhältnis mit fatalen Folgen: Als Widerständlerin soll Wang ihren Geliebten in eine tödliche Falle locken. SE JIE wurde 2007 in Venedig mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet. „Eine Liebeserklärung an das mondäne Shanghai jener Jahre“, urteilt das Lexikon des Internationalen Films.

Donnerstag, 03.05.2012
20:00 Uhr

SE JIE
ca. 21:15 Uhr

BERLIN – ECKE SCHÖNHAUSER

Deutsche Demokratische Republik 1957. R: Gerhard Klein.
D: Ekkehard Schall, Ilse Pagé, Ernst-Georg Schwill. 81 Min. 35mm

Unter dem U-Bahn-Bogen Schönhauser Allee treffen sich regelmäßig halbwüchsige Jungen und ein Mädchen. In häufig ausartenden Mutproben versuchen sie, ihren Frust über einen betrunkenen Stiefvater oder den störenden Liebhaber der Mutter vorübergehend zu vergessen. Doch als Karl-Heinz seine Freunde, Dieter und Kohle, in dunkle Geschäfte hineinzieht, fliehen alle drei nach einem vermeintlichen Totschlag nach Westberlin. Nur Dieter kehrt zurück und versucht einen Neuanfang. Wie kaum ein anderer Film jener Zeit reizt BERLIN – ECKE SCHÖNHAUSER die politischen Spielräume aus und zeichnet ein ungewöhnlich offenes Bild der Freiheitssehnsucht in der DDR.

Mittwoch,02.05.2012
18:00 Uhr

Mittwoch, 09.05.2012
18:00 Uhr

A STREETCAR NAMED DESIRE Endstation Sehnsucht

USA 1951. R: Elia Kazan.
D: Marlon Brando, Vivian Leigh, Karl Malden. 122 Min. 35mm. OF

Die psychisch labile Blanche zieht zu ihrer Schwester und deren Mann Stanley nach New Orleans. Mit dem grobschlächtigen Arbeiter kommt die kultivierte Blanche nicht zurecht, bis ihre dunkle Vergangenheit sie einholt und es zur Katastrophe kommt. Die mit vier Oscars ausgezeichnete Inszenierung der Vorlage von Tennessee Williams machte Marlon Brando zum gefeierten Star. Auch Vivian Leigh spielte die verzweifelte, einsame Frau äußerst intensiv. „A STREETCAR NAMED DESIRE ist einer der großen Filme aus der Traumfabrik, in dem menschliche Schwächen und Abgründe virtuos inszeniert werden“, schrieb die Filmkritikerin Vera Seeberg.

Samstag, 12.05.2012
18:00 Uhr

Mittwoch, 16.05.2012
18:00 Uhr

ET DIEU… CRÉA LA FEMME …und immer lockt das Weib

Frankreich 1956. R: Roger Vadim.
D: Brigitte Bardot, Curd Jürgens, Jean-Louis Trintignant. 91 Min. 35mm. OmU

Juliette lebt als 18-jährige Waise bei ihren strengen Adoptiveltern in St. Tropez. Als die naive junge Frau wegen ihrer umwerfenden Wirkung auf Männer zurück ins Waisenhaus geschickt werden soll, heiratet sie entgegen aller Warnungen den Hafenarbeiter Michel. Trotz ihrer Bemühungen, eine gute und treue Ehefrau zu sein, lässt sich Juliette schon bald auf eine Affäre mit Michels Bruder Antoine ein. Es kommt zur Konfrontation zwischen den beiden Brüdern. Brigitte Bardot wurde durch den Film zum Sexsymbol des französischen Kinos – und das verschlafene Küstendorf St. Tropez zum Anziehungspunkt für die Schönen und Reichen.

Samstag, 19.05.2012
18:00 Uhr

Mittwoch, 23.05.2012
18:00 Uhr

LA STRADA La Strada – Das Lied der Straße

Italien 1954. R: Federico Fellini.
D: Anthony Quinn, Giulietta Masina, Richard Basehart. 102 Min. 35mm. DF

Anthony Quinn spielt den „großen Zampanò“. Als Jahrmarktgaukler kann er Ketten mit bloßer Muskelkraft sprengen und Feuer schlucken. Gelsomina, ein liebenswertes und einfältig-naives Mädchen, wird seine Assistentin und tingelt mit Zampanò durch Italien. Seinen Wutanfällen ist sie hilflos ausgeliefert. Erst als Gelsomina dem Seiltänzer Matto begegnet, erfährt sie Respekt und Verständnis – und es kommt zum Eklat zwischen den beiden Artisten. Fellinis Filmklassiker wurde mit einem Oscar als Bester Fremdsprachiger Film und dem Silbernen Löwen von Venedig ausgezeichnet.

Samstag, 26.05.2012
18:00 Uhr

Mittwoch, 30.05.2012
18:00 Uhr

 

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