LATE NIGHT KULTKINO

Das Late Night-Kultkino bietet als klassisches „Mitternachtskino“ Extremes und Ungewöhnliches, Abseitiges und Subversives – Grenzüberschreitungen vom Horror über Trash bis zum Porno, vom schlechten Geschmack bis hin zur künstlerischen Avantgarde. Längst zum Kult Erhobenes hat dabei ebenso seinen Platz, wie Entdeckungen oder Umstrittenes.

Neben den abgründigen Filmen der Kultregisseure David Lynch und David Cronenberg stehen zwei Zombie-Verfilmungen, ein Trash-Film des „schlechtesten Filmemachers aller Zeiten“, Ed Wood, sowie die in Deutschland selten gezeigte Verfilmung eines der bekanntesten Bücher des Meisters der Horror-Literatur, Stephen King, auf dem Programm.

 

August/September 2011

BLUE VELVET

USA 1986. R: David Lynch.
D: Kyle MacLachlan, Isabella Rossellini, Dennis Hopper. 120 Min. 35mm. OF. (Extended Version). DCP. OF.

BLUE VELVET

Durch ihre positive Zusammenarbeit an DUNE – DER WÜSTENPLANET (1984) ermutigt, gab Filmproduzent Dino De Laurentiis David Lynch die finanziellen Mittel, um seinen vierten Spielfilm zu drehen. Das Drehbuch zu BLUE VELVET (1986) hatte Lynch schon Jahre zuvor konzipiert, wegen seines kontroversen Inhalts wurde es aber von allen Filmstudios abgelehnt. In weitreichender künstlerischer Freiheit entstand eines der meistrezipierten und vieldeutigsten Werke Lynchs: die Geschichte des jungen Jeffrey Beaumont, der in seinen Heimatort Lumberton zurückkehrt und dort auf einer Wiese ein abgeschnittenes menschliches Ohr findet. Bei seinen Nachforschungen begegnet er der Nachtclubsängerin Dorothy, die von dem psychopathischen Frank Booth terrorisiert wird.

Freitag, 19.08.
22:30 Uhr

Samstag, 27.08.
22:30 Uhr

CRASH

Kanada 1996. R: David Cronenberg.
D: James Spader, Holly Hunter. 100 Min. 35mm. OF.

CRASH

Mit CRASH (1996) löste der kanadische Regisseur David Cronenberg, ein Meister bizarrer und verstörender Filme, bei Kritik und Publikum eine auch für ihn ungewohnt heftige Reaktion aus. Die schnörkellos inszenierten Sex- und Gewaltszenen, verbunden mit einer subtilen und bitteren Gesellschaftskritik, brachten dem Film nichtsdestotrotz bei den Filmfestspielen in Cannes den Spezialpreis der Jury für Wagemut und Originalität ein. Erzählt wird die Geschichte einer Gruppe Erwachsener, die zur Steigerung ihres Lustempfindens Autounfälle nachstellen und in Bildern schwerer Verletzungen sexuelle Stimulanz suchen. Dieser Gruppe schließt sich der Filmproduzent Ballard an, nachdem er bei einem folgenreichen Autounfall auf die Fahrerin des Unfallwagens, Dr. Helen Remington, getroffen ist.

Samstag, 20.08.
22:30 Uhr

Freitag, 26.08.
22:30 Uhr

PLAN 9 FROM OUTER SPACE Plan 9 aus dem Weltall

USA 1959 . R: Edward D. Wood, Jr.
D: Bela Lugosi, Vampira, Tor Johnson. 79 Min. 35mm. OF.

PLAN 9 FROM OUTER SPACE Plan 9 aus dem Weltall

PLAN 9 FROM OUTER SPACE (1959) ist kein wirklicher Horrorfilm, sondern ein skurriles Trash-Vergnügen – er wurde daher schon mehrfach als der schlechteste Film aller Zeiten bezeichnet. Die Geschichte über Weltraummenschen, die die Erde attackieren, indem sie mittels Strahlenkraft Tote zum Leben erwecken, strotzt vor Logikbrüchen und inszenatorischen Fehlgriffen und ist denkbar langatmig erzählt. Im gescheiterten Versuch, einen Genrefilm zu inszenieren, offenbart sich aber ein geradezu kindliches und deshalb sympathisches Verständnis vom Filmemachen: Trotz fehlender finanzieller und personeller Mittel wird die eigene Vision durchgeboxt und werden Regeln missachtet. Dies trug Ed Wood und seinem Werk die berühmte filmische Hommage ED WOOD von Tim Burton ein, in der die Dreharbeiten zu diesem Film ausführlich thematisiert werden.

Freitag, 02.09.
22:30 Uhr

Samstag, 17.09.
22:30 Uhr

SALEM‘S LOT Brennen muss Salem

USA 1979. R: Tobe Hooper.
D: David Soul, Reggie Nalder, James Mason. 112 Min. 35mm. OF. 

SALEM‘S LOT Brennen muss Salem

Tobe Hooper, bekannt geworden durch TEXAS CHAINSAW MASSACRE, verfilmte mit SALEM‘S LOT (1979) einen Roman von Stephen King in Form einer Fernsehminiserie. Darin kehrt der Schriftsteller Ben Mears nach Jahren in seine Heimatstadt Jerusalem‘s Lot zurück, um ein Buch über das verwunschene Marsten-Haus zu schreiben. Dieses wurde inzwischen von dem Antiquitätenhändler Richard Starker gemietet, der mit seinem Partner Kurt Barlow ein Geschäft eröffnen möchte. Plötzlich häufen sich Fälle, in denen Menschen spurlos verschwinden. Obwohl Stephen King unzufrieden mit Hoopers Umsetzung seines Stoffes war, gelang dem Regisseur ein dichtes Genrestück.

Samstag, 03.09.
22:30 Uhr

Freitag, 16.09.
22:30 Uhr

PLANET TERROR

USA 2007. R: Robert Rodriguez.
D: Rose McGowan, Josh Brolin. 106 Min. 35mm. OmU.

PLANET TERROR

Bei einer Auseinandersetzung mit Soldaten wurde in einer Kleinstadt ein gefährliches Giftgas freigesetzt, das deren Bewohner zu Zombies verwandelt hat. Von ihnen werden die Go-Go-Tänzerin Cherry Darling und ihr Ex-Freund El Wray auf dem Weg in eine texanische Stadt angegriffen. Schwer verwundet schaffen es die beiden ins Krankenhaus, wo der Arzt Block waltet. Derweil mehren sich die Nachrichten über tödliche und blutige Zombieangriffe, die sich immer mehr dem Krankenhaus nähern. Robert Rodriguez inszenierte mit PLANET TERROR (2007) den ersten Teil des mit Quentin Tarantino – der im Film auch einen Kurzauftritt hat – konzipierten Grindhouse-Doublefeatures. Er ist geprägt von zerkratzter, ausgeblichener Optik, kompromisslosen Szenen und den gewohnt zahlreichen filmischen Anspielungen.

Freitag, 23.09.
22:30 Uhr

ZOMBIELAND

USA 2009. R: Ruben Fleischer.
D: Woody Harrelson, Jesse Eisenberg. 88 Min. 35mm. OF.

ZOMBIELAND

Die Bewohner der USA sind einem Virus zum Opfer gefallen, weshalb der Staat zu einem Zombieland mutiert ist. Als einer der wenigen hat der junge, etwas seltsame Columbus überlebt – vor allem dank seiner 37 Verhaltensregeln für das Leben in Zombieland. Auf der Suche nach seinen Eltern begegnet er erst dem knallharten Zombiejäger Tallahassee und kurz darauf den beiden Schwestern Wichita und Little Rock. Zusammen machen sie sich auf den Weg ins vermeintlich zombiefreie Kalifornien. Ruben Fleischer inszenierte seine Horrorparodie ZOMBIELAND (2009) mit viel Gefühl für visuelle und dialogische Pointen, einem glänzenden Schauspielerensemble und einem denkwürdigen Finale.

Samstag, 24.09.
22:30 Uhr

Freitag, 30.09.
22:30 Uhr

 

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