KLASSIKER & RARITÄTEN: GESCHLECHTERKAMPF

wajda

Die Frage nach der männlichen und weiblichen Identität ist von ungebrochener Aktualität. Das Städel Museum präsentiert in einer Sonderausstellung noch bis zum 19. März 2017 prägnante künstlerische Positionen zu diesem Thema von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges. Unter den ausgestellten Werken finden sich Stücke von Max Liebermann, Gustav Klimt und Frida Kahlo – auch Filmausschnitte sind Teil der Ausstellung. Die Filme sind im Januar in Gänze im Kino des Deutschen Filmmuseums zu sehen.

 

METROPOLIS

Deutschland 1927. R: Fritz Lang
D: Brigitte Helm, Alfred Abel. 145 Min. 35mm. (Restaurierte Fassung von 2010, Musikfassung)

Metropolis

Im futuristischen Metropolis leben die wohlhabenden Bewohner/innen der Oberstadt in Saus und Braus, derweil die ausgebeuteten Arbeitermassen tief unter der Erde an gigantischen Maschinen schuften. Angeführt werden sie von Maria, der „Heiligen der Unterdrückten“, die die gewaltlose Befreiung aus der Knechtschaft pro- pagiert. Um sie außer Gefecht zu setzen, erschafft der Erfinder Rotwang einen humanoiden Roboter, dem er das Aussehen Marias verleiht. Die falsche Maria soll die Massen aufwiegeln und somit einen Vorwand für ihre weitere Unterdrückung liefern.

Dienstag, 03.01.2017
18:00 Uhr

AFGRUNDEN Abgründe

Dänemark 1910. R: Urban Gad
D: Asta Nielsen, Poul Reumert, Hans Neergaard. 35 Min. OmeU

Afgrunden

Gleich ihr erster Film AFGRUNDEN machte Asta Nielsen international berühmt. Höhepunkt ist ein gewagter Gaucho-Tanz (s. Titelbild der Reihe), den eine zeitgenössische Kritik als unzüchtig empfand.

LA COQUIELLE ET LE CLERGYMAN

Frankreich 1928. R: Germaine Dulac
39 Min. 35mm. OF.

Germaine Dulacs LA COQUILLE ET LE CLERGYMAN entstand nach einem Drehbuch von Antonin Artaud (der sich später allerdings distanzierte). Der Film, der unter Verwendung von Zeitlupen- und Zerreffekten sowie Traumsymbolik eine ödipale Geschichte erzählt, gilt als erstes genuin surrealistisches Werk der Filmgeschichte.

UN CHIEN ANDALOU Ein andalusischer Hund

Frankreich 1929. R: Luis Buñuel, Salvador Dalí
D: Pierre Batcheff, Simone Mareuil. 17 Min. Blu-ray. OmeU. Musikfassung von 1960

Luis Buñuels und Salvador Dalís gemeinsames Werk UN CHIEN ANDALOU ist ein Meilenstein des surrea- listischen Films. Die beiden schrieben das Drehbuch in kürzester Zeit, basierend auf zwei Träumen der Künstler. Gedreht wurde der Film mit dem Ziel, der traumartigen Bilderfolge treu zu bleiben und eine zusammenhängende Narration um jeden Preis zu vermeiden.

Dienstag, 10.01.2017
18:00 Uhr

Klavierbegleitung:
Uwe Oberg

DIE BÜCHSE DER PANDORA

Deutschland 1929. R: Georg Wilhelm Pabst
D: Louise Brooks, Fritz Kortner, Gustav Diessl. 134 Min. DCP. Musikfassung

Die Büchse der Pandora

Georg Wilhelm Pabsts Stummfilmklassiker basiert lose auf Frank Wedekinds Theaterstücken Erdgeist (1898) und Die Büchse der Pandora (1903). Dr. Schön, Zeitungsverleger und Mitinhaber eines Revue-Theaters, erliegt den Reizen der Blumenverkäuferin Lulu, doch die Hochzeitsnacht endet tragisch. Lulu gelingt die Flucht nach Paris, wo sie einem Erpresser in die Hände fällt und erneut fliehen muss. DIE BÜCHSE DER PANDORA brach eine Reihe von Tabus und machte Louise Brooks zur Legende. Die US-Amerikanerin glänzt als verführerische Femme fatale, die drei Männern zum Verhängnis wird, ehe sie selbst einem Mörder zum Opfer fällt.

Dienstag, 17.01.2017
18:00 Uhr

EKSTASE

Tschechoslowakei/Österreich 1933. R: Gustav Machatý
D: Hedwig Kiesler, Aribert Mog, Zvonimir Rogoz. 79 Min. Digital. DF

Ekstase

EKSTASE ist der erste Spielfilm der Schauspielerin Hedwig Kiesler, der ihr das Tor nach Hollywood öffnete, wo sie als Hedy Lamarr Karriere machte. Er erzählt die Geschichte der jungen Eva, die unglücklich mit einem viel älteren Mann verheiratet ist und sich in den lebens- lustigen Adam verliebt. International berühmt wurde der Film wegen einer Szene, in der man Hedy Lamarr nackt in einem See baden und anschließend durch ein angren- zendes Waldstück laufen sieht. Für weitere Aufregung sorgte eine Großaufnahme von Hedy Lamarrs Gesicht in sexueller Ekstase.

Vorfilm: MESHES OF THE AFTERNOON (USA 1943, R: Maya Deren)

Dienstag, 24.01.2017
18:00 Uhr

 

KING KONG King Kong und die weiße Frau

USA 1933. R: Merian C. Cooper, Ernest B. Schoedsack
D: Fay Wray, Robert Armstrong. 100 Min. 35mm. OmU

King Kong

Auf der Suche nach einer Kulisse für einen Abenteu- erfilm reist ein US-amerikanischer Regisseur mit der Schauspielerin Ann Darrow zu einer entlegenen Insel, die von dem Riesenaffen King Kong beherrscht wird. Dieser entführt die schöne Ann in sein Reich und verliebt sich in die weiße Frau. Es gelingt ihr zu fliehen – der Affe wird überwältigt, in die USA gebracht und dort ausgestellt. Bei einer Präsentation im Theater reißt sich King Kong los, ergreift die Schauspielerin und flieht.
„Das Filmmonstrum basiert auf der Idee des frauenrau- benden, als männliches Alter Ego dienenden Gorillas, wie ihn Emmanuel Frémiet schon 1887 dargestellt hat“ heißt es im Ausstellungs-Katalog des Städel Museums.

Dienstag, 31.01.2017
18:00 Uhr

Newsletter abonnieren!
© 2017 Deutsches Filminstitut, Schaumainkai 41, 60596 Frankfurt am Main