HOMMAGE: FRANÇOIS OZON

CARTE BLANCHE: KATJA EICHINGER

François Ozon ist in der neuen Generation französischer Filmemacher zweifellos der bekannteste Regisseur. In zwölf Jahren realisierte er zwölf Spielfilme und arbeitete mit einigen der prominentesten Schauspieler seines Landes zusammen, die er stets mit seinen differenzierten Figuren und einer exakten Darstellerführung zu Glanzleistungen animierte. Das Deutsche Filmmuseum widmet dem Ausnahmeregisseur eine Hommage und konzentriert sich auf seine neueren Werke. Zu sehen ist auch die gesamte „Trilogie über die Trauer“.

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Seine Regieausbildung absolvierte François Ozon an der berühmten Filmhochschule „La Fémis“ in Paris, wo erste auf 16mm gedrehte Kurzfilme entstanden. Er gab sein Spielfilmdebüt 1998 mit der Satire SITCOM. Während sein Inszenierungsstil im Laufe der Jahre immer elaborierter wurde, hält Ozon an seinen Themenschwerpunkten fest: Er unterzieht die bürgerlichen Strukturen einer genauen Analyse, thematisiert Sexualität als Ausdruck der Selbstverwirklichung und verwendet Erzählmuster, die dem Krimi und dem Melodram entstammen.


SOUS LE SABLE Unter dem Sand

Frankreich 2001. R: François Ozon.
D: Charlotte Rampling, Bruno Cremer, Jacques Nolot. 96 Min. 35 mm. OmU

„Trilogie über die Trauer“, Teil I: Marie, Professorin für englische Literatur in Paris, ist seit 25 Jahren mit Jean verheiratet. Gemeinsam verbringen sie, wie jedes Jahr, ihren Sommerurlaub in Frankreich am Strand. Während Marie die Literatur von Balzac genießt, geht Jean schon mal ins Wasser, doch als sie sich kurz darauf umdreht, fehlt von ihm jede Spur. Die Suche bleibt erfolglos und sein Verschwinden ein Rätsel. Marie klammert sich an den Gedanken, dass Jean noch lebt und kehrt tags darauf wieder nach Paris zurück. Sie führt ihr Leben nahtlos weiter, träumt sich aber Jeans Gegenwart herbei und macht sein Trugbild zur Realität ihres Alltags

Sonntag, 01.04.2012
17:30 Uhr

Dienstag, 03.04.2012
20:30 Uhr

LE TEMPS QUI RESTE Die Zeit die bleibt

Frankreich 2006. R: François Ozon.
D: Melvil Poupaud, Jeanne Moreau, Valeria Bruni Tedeschi. 81 Min. 35mm. OmU

Im zweiten Teil der Trilogie trauert Romain um sich: Der 31-jährige schwule Modefotograf hat von seiner tödlichen Krebserkrankung erfahren, und auch von einer Chemotherapie ist keine Heilung zu erwarten. So bleiben Romain noch maximal drei Monate zu leben. Er trennt sich von seinem Freund, ohne mit ihm oder seinen Eltern über sein Schicksal zu sprechen. Einzig seiner Großmutter Laura vertraut er sich an. Doch dann begegnet Romain der Kellnerin Jany, die ihn – mit dem Einverständnis ihres impotenten Ehemannes – bittet, mit ihr ein Kind zu zeugen.

Donnerstag, 05.04.2012
18:00 Uhr

Ostersonntag, 08.04.2012
18:00 Uhr

 

LE REFUGE Rückkehr ans Meer

Frankreich 2009. R: François Ozon.
D: Isabelle Carré, Louis-Ronan Choisy, Melvil Poupaud. 88 Min. 35mm. OmU

Mousse und Louis sind jung, schön, reich – und sehr verliebt. Für den täglichen Kick nehmen sie jede Menge Drogen, bis Louis nach einer Überdosis stirbt. Kurz darauf erfährt Mousse im Krankenhaus, dass sie von Louis ein Kind erwartet, dessen Eltern das Ungeborene aber ablehnen. Sie beschließt trotzdem, es zu behalten und zieht sich in ein Haus am Atlantik zurück, wohin Louis’ schwuler Bruder ihr folgt. Wie bei Ozon üblich, entstand das Drehbuch zum letzten Teil seiner Trilogie weitgehend während der Dreharbeiten und in Zusammenarbeit mit der im sechsten Monat schwangeren Isabelle Carré.

Karfreitag, 06.04.2012
20:30 Uhr
Dienstag, 10.04.2012
20:30 Uhr

RICKY

Frankreich 2009. R: François Ozon.
D: Alexandra Lamy, Sergi López, Mélusine Mayance. 90 Min. 35 mm. OmU

Als die Fabrikarbeiterin und alleinerziehende Mutter Katie Paco begegnet, geschieht etwas Magisches und Wunderbares: Die beiden verlieben sich – und erwarten schon bald darauf ein Kind. Neun Monate nach Rickys Geburt sorgt sich Katie über das ständige, scheinbar grundlose Weinen des Kindes und entdeckt zwei Beulen an seinem Rücken. Ricky wachsen plötzlich Flügel, und er beginnt zu fliegen. Der Film entstand frei nach einer Fantasy-Geschichte von Rose Tremain, die den Regisseur zuerst abschreckte – bis Ozon sich dafür entschied, das Magische mit dem Realen zu verweben.

Donnerstag, 12.04.2012
18:00 Uhr

ANGEL Angel – Ein Leben wie im Traum

Frankreich/Belgien/Großbritannien 2007. R: François Ozon.
D: Romola Garai, Sam Neill, Michael Fassbender. 134 Min. 35 mm. OmU

Im England des Jahres 1905 wird die junge Schriftstellerin Angel Deverell quasi über Nacht berühmt. Als Autorin romantischer Liebesromane gelangt sie zu Wohlstand, beginnt eine Beziehung mit dem expressionistischen Künstler Esmé und baut sich im Glauben, ihr Leben sei vollkommen, eine Scheinwelt auf. Doch im Zuge des Ersten Weltkriegs endet ihre Liebesbeziehung ebenso wie das Interesse der Leser an ihren Werken. Ozon dachte schon bei der ersten Lektüre des gleichnamigen Romans an eine Verfilmung. Sein bislang einziger englischsprachiger und geradezu opulenter Film war kommerziell jedoch weniger erfolgreich

Freitag, 13.04.2012
20:00 Uhr

Donnerstag, 19.04.2012
20:30 Uhr

5×2 – CINQ FOIS DEUX Fünf mal zwei

Frankreich 2004. R: François Ozon.
D: Valeria Bruni Tedeschi, Stéphane Freiss, Michael Lonsdale. 90 Min. 35mm. OmU

5×2 – CINQ FOIS DEUX erzählt die Geschichte des Ehepaares Gilles und Marion in umgekehrter Reihenfolge. Die beiden treffen sich vor dem Scheidungsrichter, um dann schweigend auseinander zu gehen. Im Anschluss verfolgt der Zuschauer das Scheitern der Ehe episodenhaft zurück, von der finalen Krise über die Hochzeit und Geburt des Kindes bis zur ersten Begegnung voller Liebe.

Vorfilm: UN LEVER DU RIDEAU erstmalig in Deutschland.
Frankreich 2006. R: F. Ozon. 26 Min. OmU

Freitag, 27.04.2012
20:00 Uhr

Sonntag, 29.04.2012
18:00 Uhr

8 FEMMES 8 Frauen

Frankreich 2002. R: François Ozon.
D: Catherine Deneuve, Isabelle Huppert, Virginie Ledoyen. 103 Min. 35mm. OmU

Diese kongenial besetzte Verfilmung eines Boulevardstücks machte Ozon international bekannt, da er hier seine filmische Raffinesse durch die extravagante, theaterartige Inszenierung bewies. Die in den 1950er-Jahren angesiedelte Handlung vollzieht sich in einer Landresidenz: Während sich alle auf das Weihnachtsfest vorbereiten, wird plötzlich das männliche Oberhaupt erstochen im Bett aufgefunden

Sonntag, 15.04.2012
18:00 Uhr

LA POTICHE Das Schmuckstück

Frankreich 2010. R: François Ozon.
D: Catherine Deneuve, Gérard Depardieu, Fabrice Luchini. 103 Min. 35mm. OmU

Ozons jüngster Film spielt 1977 und erzählt die Geschichte Suzanne Pujols, die ihrem Mann Robert als treue Hausfrau dient. Als sich die Arbeiter gegen die Bedingungen in Roberts Fabrik auflehnen, erleidet dieser eine Herzattacke und seine Frau übernimmt das Zepter.

Donnerstag, 26.04.2012
18:00 Uhr

 

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