Kunst im Filmmuseum

Hitchcock leuchtet: Das Deutsche Filmmuseum erwirbt die Grafik „Hitchcock 30“ (2011) des Frankfurter Künstlers Benjamin Samuel

Die transformierten Daten von 283.500 Standbildern aus 30 Filmen Alfred Hitchcocks hat Benjamin Samuel auf einem transparenten Medium von 1,8 Quadratmetern Größe verdichtet. Die in einem Leuchtkasten gerahmte Arbeit wird zukünftig das Foyer des Deutschen Filmmuseums erhellen.

Hitchcock 30 (2011)

Inspiration für sein Werk schöpfte Benjamin Samuel unter anderem aus den Gesprächen zwischen den Regisseuren Alfred Hitchcock und François Truffaut. „Das Besondere an Hitchcocks Filmen sind nicht nur die einzelnen Werke, sondern auch das Verhältnis der Filme zum Gesamtkunstwerk des Auteurs“, erläutert er. So wurden die Farbwerte von Standbildern aus sämtlichen Spielfilmen Hitchcocks, von REBECCA (1940) bis FAMILIENGRAB (1976), insgesamt ca. 56 Stunden Filmmaterial, mittels eigens entwickelter Algorithmen zu horizontalen Farbreihen synthetisiert und schematisch aneinandergereiht. Entstanden ist ein abstraktes Farb- und Schattenspiel.

Kubrick 13 + 9 + 10 (2012)

Das Deutsche Filmmuseum erhält darüber hinaus das korrespondierende Werk Kubrick 13+9+10 (2012) des Künstlers als Leihgabe. Als Basis dieser Arbeit dienten 107.445 Standbilder aus den 13 Spielfilmen des Regisseurs Stanley Kubrick. Die Herausforderung, die Farbwerte sämtlicher Standbilder aus den Filmen zu verwenden, hätte Benjamin Samuel zwar sehr gereizt, „doch für eine solche Datenmenge hätte die Auflösung der Belichtungstechnik nicht ausgereicht“, bedauert der Künstler. Daher wurden, etwa beim Hitchcock, jedem Film insgesamt 9450 Standbilder entnommen.

Ein Beispiel:

  • PSYCHO (1960) hat eine Spielfilmlänge von 109 Minuten = 109m x 60s = 6540 Sekunden
  • Dem Film, wie jedem anderen Film auch, wurden 9450 Standbilder entnommen, in zeitlich immer gleichen Abständen, d.h. 6540s / 9450 = etwa alle 0,7 Sekunden wurde ein Standbild genutzt
  • Bei 24 Standbildern pro Sekunde bedeutet das am Beispiel PSYCHO, das etwa jedes 16. Standbild verwendet wurde.

Die beiden Werke können von Dienstag, 18. September 2012, an im Foyer des Deutschen Filmmuseums, Schaumainkai 41, Frankfurt am Main besichtigt werden.

Benjamin Samuel

Benjamin Samuel ist der Künstlername von Benjamin Samuel Koren. Er wurde 1981 in Frankfurt am Main geboren. Er studierte Architektur, Filmwissenschaft und Musik an der University of Miami und der Architectural Association in London. Er lebt und arbeitet in Frankfurt am Main.

www.benjaminsamuel.net

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