Geld oder Leben! Bankräuber im Film

KEEP SURFING

Bankräuber faszinieren die Menschen von jeher. Insgeheim sympathisiert wohl so mancher mit dem Bankräuber, der es wagt, die scheinbar übermächtige Bank herauszufordern. Zahllose Spielfilme über das häufig romantisierte Verbrechen des „kleinen Mannes“, der sich ein Stück vom Kuchen nimmt, künden von diesem Phänomen. Im Juli präsentieren wir acht Bankräuber-Filme, darunter so grandiose wie BONNIE AND CLYDE (1972) und so lustige wie Woody Allens Spielfilmdebüt TAKE THE MONEY AND RUN (1969). Allens Film ist nicht die einzige Bankraub-Komödie: In AD OGNI COSTO (1966/67) wird ein Diamantenraub in Rio zum komischen Spektakel und in THE LAVENDER HILL MOB (1951) erheitert das kuriose Vorhaben, zu Eiffeltürmchen umgearbeitete Goldbarren aus dem Land zu schmuggeln. Glaubt man den Filmen, sind die wichtigsten Elemente für den perfekten Bankraub der Plan, ein zuverlässiges Team und ein Fluchtweg. Doch Gewalt markiert nicht selten das Ende des scheinbar sicheren Wegs zum Reichtum. Was für Warren Beatty in BONNIE AND CLYDE den Anfang vom Ende bedeutete, war für Deutschlands bekanntesten Bankräuber Bernhard Kimmel bittere Realität: Ein gescheiterter Banküberfall endete mit dem Mord an einem Polizisten. Gemeinsam mit Regisseur Peter Fleischmann ist Bernhard Kimmel am Donnerstag, 12. Juli, zu Gast und spricht nach dem Dokumentarfilm MEIN FREUND DER MÖRDER (2006) über das Leben als Bankräuber.


BONNIE AND CLYDE

USA 1972. R: Arthur Penn. D: Warren Beatty, Faye Dunaway,
Gene Hackman. 111 Min. 35mm. OmU

Bonnie Parker träumt schon lange davon, etwas Aufregendes zu erleben. Als sie den Gelegenheitsdieb Clyde Barrow dabei ertappt, wie er das Auto ihrer Mutter knackt, beginnt für beide ein gefährliches Abenteuer. Scheinbar spielerisch rauben sie eine Bank nach der anderen aus, und die Barrow-Bande ist in aller Munde. Doch dann begeht Clyde seinen ersten Mord. Faye Dunaway und Warren Beatty verkörpern in dem auf einer wahren Geschichte basierenden Film ein Gangsterpaar, das zu Zeiten der Weltwirtschaftskrise den Südwesten der USA in Angst und Schrecken versetzte.

Sonntag, 01.07.2012
18:00 Uhr

Dienstag, 03.07.2012
20:30 Uhr

THE LAVENDER HILL MOB Einmal Millionär sein

Großbritannien 1951. R: Charles Crichton. D: Sir Alec Guinness,
Stanley Holloway, Audrey Hepburn. 78 Min. BluRay. OF

In dieser temporeichen britischen Komödie überwacht der brave Londoner Bankangestellte Henry Holland den Transport von Goldbarren. Bereits seit 20 Jahren träumt er davon, das Gold zu stehlen. Gemeinsam mit Alfred, einem Hersteller von Souvenir-Briefbeschwerern, schmiedet er einen Plan: Die Goldbarren sollen zu kleinen Eiffeltürmchen verarbeitet und nach Paris geschmuggelt werden. Doch aufgrund eines Missverständnisses misslingt das scheinbar geniale Vorhaben. An der Seite von Sir Alec Guinness geben Robert Shaw und Desmond Llewelyn, der später als „Q“ in der James-Bond-Reihe berühmt wurde, ihr Spielfilmdebüt.

Donnerstag, 05.07.2012
18:00 Uhr

Freitag, 20.07.2012
20:30 Uhr

AD OGNI COSTO Top Job

Italien/Spanien/BRD 1967. R: Giuliano Montaldo.
D: Janet Leigh, Adolfo Celi, Klaus Kinski. 121 Min. 35mm. DF

Professor James Anders unterrichtet seit 30 Jahren an der französischen Schule in Rio de Janeiro. Aus Beobachtungen weiß er, dass im Gebäude gegenüber Diamanten empfangen, gelagert und verkauft werden. Nach seiner Pensionierung fasst Anders den Plan seines Lebens: einen Diamantenraub. Mit einem internationalen Team aus Meisterdieben, Einbruch-Experten und einem charmanten Playboy beginnt der Showdown während des Karnevals in Rio. Zunächst scheint das Vorhaben zu gelingen, doch dann kommt alles anders als geplant. Die Filmmusik komponierte Ennio Morricone, der 2007 den Oscar für sein Lebenswerk erhielt.

Donnerstag, 12.07.2012
17:30 Uhr

Dienstag, 24.07.2012
20:30 Uhr

TAKE THE MONEY AND RUN Woody, der Unglücksrabe

USA 1969. R: Woody Allen. D: Woody Allen, Janet Margolin,
Dan Frazer. 85 Min. 16mm. OF

Vorfilm:
ROB

Neuseeland 2007. R: Niko Kühnel. 9 Min. miniDV. OmU

Woody Allens erste komplett eigene Regiearbeit erzählt von dem aus ärmlichen Verhältnissen stammenden Virgil, der beschließt, seinem Milieu zu entfliehen. Der kleine Gauner ist jedoch nicht nur vom Pech verfolgt, sondern auch Opfer seiner eigenen Tollpatschigkeit. Nichts gelingt ihm, weder ein Gefängnisausbruch mithilfe einer selbst geschnitzten Pistole, noch der Banküberfall mit einem handgeschriebenen Schild. Dann lernt er die hübsche Louise kennen, die sich offenbar für ihn interessiert. Allens Frühwerk begeistert mit Einfallsreichtum, vielen Gags und hintergründigem Humor und lässt bereits die große Kunst dieses Ausnahmeregisseurs erkennen.

Freitag, 13.07.2012
20:30 Uhr

Sonntag, 22.07.2012
18:00 Uhr

DOG DAY AFTERNOON Hundstage

USA 1975. R: Sidney Lumet.
D: Al Pacino, John Kazale, Charles Durning. 125 Min. BluRay. OF

Sidney Lumets Regiearbeit beruht auf einer wahren Geschichte: Anfang der 1970er-Jahre gerät in New York der Banküberfall einer dreiköpfigen Bande außer Kontrolle. Sonny Wortzig, verkörpert von Al Pacino, fordert seinen Komplizen auf, die Waffe auf einen Bankangestellten zu richten. Doch der Komplize hat Hemmungen und flieht vom Tatort. Als dann kaum Bargeld im Tresor ist und die Polizei das Gebäude umstellt, wird aus dem Banküberfall eine Geiselnahme. Das Fernsehen und zahlreiche Schaulustige sind „live dabei“ und Sonny wird schließlich zum Liebling der Menge. Dann eskaliert die Situation.

Sonntag, 15.07.2012
18:00 Uhr

Donnerstag, 26.07.2012
18:00 Uhr

DIE KATZE

BRD 1988. R: Dominik Graf.
D: Götz George, Gudrun Landgrebe, Heinz Hoenig. 118 Min. 35mm

Der Gangster Probek hat den perfekten Coup ausgeheckt: Während seine beiden Komplizen eine Bank überfallen, in dem von Polizei belagerten Gebäude Geiseln nehmen und ein Lösegeld in Millionenhöhe fordern, beobachtet er in aller Ruhe das Geschehen von einem gegenüberliegenden Hotel aus – und gibt seinen Männern per Funk Tipps und Instruktionen. Zunächst läuft alles nach Plan, bis sich die Aktion zu einem Katzund- Maus-Spiel zwischen Probek und dem Einsatzleiter der Polizei entwickelt. Der packende Thriller von Dominik Graf war seinerzeit einer der wenigen deutschen Filme des Genres, die an den Kinokassen erfolgreich waren.

Dienstag, 17.07.2012
20:30 Uhr

Sonntag, 29.07.2012
18:00 Uhr

DILLINGER Jagd auf Dillinger

USA 1973. R: John Milius.
D: Warren Oates, Ben Johnson, Richard Dreyfuss. 107 Min. 16mm. OF

John Herbert Dillinger und seine Gangsterbande sorgen mit spektakulären Banküberfällen und tollkühnen Raubzügen in den USA der 1930er-Jahre für Schlagzeilen. Mit ihren neuartigen Waffen und den schnellen Wagen werden sie von der Bevölkerung in Zeiten der Depression gleichermaßen gefürchtet und als Helden verehrt. Dann erklärt FBI-Chef J. Edgar Hoover den Kopf der Bande zum „Staatsfeind Nummer eins“ und stattet seinen Top-Agenten Melvin Purvis mit Spezialvollmachten aus. Er soll Dillinger zur Strecke bringen – die Jagd beginnt. John Milius gelang mit dieser Gangsterballade nach einer wahren Begebenheit ein beeindruckendes Regiedebüt.

Donnerstag, 19.07.2012
18:00 Uhr

Freitag, 27.07.2012
20:30 Uhr

 

 

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