Casting im Film

diasdecine
Ist das Drehbuch eines Films geschrieben, muss die ideale Besetzung gefunden werden. Klassisch geschieht dies durch den Casting-Prozess, abgeleitet vom englischen to cast für angeln oder fischen. Dabei wird auf der Basis des Drehbuchs erarbeitet, welche/r Schauspieler/in für welche Rolle geeignet sein könnte – und das bis in die kleinsten Nebenrollen hinein. Eine besondere Herausforderung für das filmische Gewerk der „Caster“, das das Kino des Deutschen Filmmuseums im April in den Mittelpunkt rückt.

Zum Ende der Filmreihe wird mit Anja Dihrberg eine der erfolgreichsten Casterinnen Deutschlands zu Gast sein und am Sonntag, 29. April, im Gespräch mit Urs Spörri (DIF) Einblicke in ihren Beruf geben. Anja Dihrberg besetzte zuletzt die hochgelobten Spielfilme IN DEN GÄNGEN (DE 2018, R: Thomas Stuber), DER HAUPTMANN (DE/PL/ FR 2017, R: Robert Schwentke) sowie 3 TAGE IN QUIBERON (DE/AU/FR 2017, R: Emily Atef) – und blickt auf mehr als 20 Jahre Erfahrung in der Kunst des Castings zurück. Im Anschluss an das Gespräch ist Christian Schwochows DIE UNSICHTBARE (DE 2011) zu sehen, der den Castingprozess selbst zum Thema macht und bei dem Anja Dihrberg für das brillante Ensemble sorgte.


DIE UNSICHTBARE

Deutschland 2011. R: Christian Schwochow. D: Stine Fischer
Christensen, Ulrich Noethen, Dagmar Manzel. 112 Min. 35mm

Fine ist 21 und agiert als Schauspielschülerin viel zu zurückhaltend. Doch als der bekannte Regisseur Friedmann zur Überraschung aller ausgerechnet ihr die Hauptrolle in seiner Inszenierung gibt, ist Fine herausgefordert. Wie ein Experiment treibt Friedmann ihre Auseinandersetzung mit der extrovertierten und „kaputten“ Bühnenfigur Camille voran und bringt Fine an ihre Grenzen. Privat wie auf der Bühne beginnt ein gefährliches Spiel. Dagmar Manzel erhielt den Deutschen Filmpreis für die beste weibliche Nebenrolle, Stine Fischer Christensen wurde beim Filmfestival in Karlovy Vary für die beste Hauptrolle ausgezeichnet.

Mitschnitt der Veranstaltung

Sonntag, 29.04.2018
20:15 Uhr

Filmbeginn:
ca. 20:50 Uhr
Vor dem Film
spricht Urs Spörri mit Anja Dihrberg über ihre Arbeit.

BELLISSIMA

Italien 1951. R: Luchino Visconti
D: Anna Magnani, Walter Chiari. 115 Min. 35mm. OmU

Weil Maddalena keine Möglichkeit sieht, durch Arbeit je einen Ausweg aus ihrer Lage in einem Armenviertel Roms zu finden, opfert sie Kraft und Ersparnisse, um ihre siebenjährige Tochter Tina zum Kinderstar aufzubauen. In einem Talentwettbewerb in den berühmten Cinecittà-Filmstudios sieht sie ihre große Chance. Mit seinem dritten Spielfilm wandte sich Visconti erstmals vom Neorealismus ab, den er mit OSSESSIONE (IT 1942) begründet hatte. Erhalten blieb die präzise Beobachtung sozialer Verhältnisse. Sie verbindet Viscontis Kritik an der Arroganz des Filmgeschäfts zu einem zeitlosen Meisterwerk.

Sonntag, 01.04.2018
18:00 Uhr

Mittwoch, 11.04.2018
20:30 Uhr

TOOTSIE

USA 1982. R: Sydney Pollack. D: Dustin Hoffman, Jessica Lange,
Bill Murray, Geena Davis. 116 Min. 35mm. OmU

Der Schauspieler Michael Dorsey bekommt einfach keine Rolle mehr, so sehr er sich auch anstrengt. Aus Verzweiflung verkleidet er sich als Frau und bewirbt sich für die Hauptrolle in einer Seifenoper. Prompt erhält er als „Dorothy Michaels“ den Job und ist in seiner Rolle erfolgreich. Die Schwierigkeiten beginnen erst richtig, als sich Michael bei den Dreharbeiten in eine Kollegin verliebt: Solange er seine Tarnung aufrecht erhalten muss, hat Michael keine Chance auf eine Annäherung. Jessica Lange erhielt 1983 den Oscar® als Beste Nebendarstellerin, Dustin Hoffman wurde mit dem Golden Globe ausgezeichnet.

Montag, 02.04.2018
20:30 Uhr

Dienstag, 03.04.2018
18:00 Uhr

A CHORUS LINE

USA 1985. R: Richard Attenborough
D: Michael Douglas, Terrence Mann, Michael Blevins. 113 Min. 35mm. OF

Zach, Regisseur und Choreograf für Broadway-Musicals, startet einen Casting-Aufruf für Tänzerinnen und Tänzer seiner neuen Show. Aus mehr als 100 Bewerberinnen und Bewerbern muss er acht Personen auswählen. Das Vortanzen ist hart: Nach und nach lichtet sich das Feld, auch weil der perfektionistische Choreograf neben der körperlichen Belastung gnadenlose Ehrlichkeit von seinen potenziellen Darstellern verlangt. Die Spannungen nehmen zu, als herauskommt, dass Zach mit einer der Bewerberinnen früher eine Beziehung hatte. Filmkritiker-Legende Roger Ebert lobte das harsche Staccato, mit dem Hauptdarsteller Michael Douglas den Film vorantreibt.

Sonntag, 08.04.2018
20:30 Uhr

Mittwoch, 18.04.2018
20:30 Uhr

CASTING

Deutschland 2017. R: Nicolas Wackerbarth
D: Milena Dreißig, Toby Ashraf, Judith Engel. 94 Min. DCP

Für ihren ersten Fernsehfilm – ausgerechnet ein Remake von Rainer Werner Fassbinders DIE BITTEREN TRÄNEN DER PETRA VON KANT – sucht Regisseurin Vera die Idealbesetzung. Doch kurz vor dem ersten Drehtag hat sie die Hauptrolle immer noch nicht gefunden. Der Darsteller Gerwin, der beim Casting lediglich als „Anspielpartner“ dient, wittert endlich seine große Chance. Nicolas Wackerbarth lässt in CASTING sein hervorragend besetztes Ensemble improvisieren und fördert ganz nebenbei bittere Wahrheiten über Kräfteverhältnisse und Abhängigkeiten in der deutschen TV-Branche zutage.

Freitag, 13.04.2018
18:00 Uhr

Sonntag, 15.04.2018
20:30 Uhr

ŌDISHON  Audition

Japan 1999. R: Takashi Miike
D: Ryo Ishibashi, Eihi Shiina, Tetsu Sawaki. 115 Min. 35mm. OmU

Der Geschäftsmann Aoyama begibt sich sieben Jahre nach dem Tod seiner Frau auf Partnersuche. Als er einem befreundeten Filmproduzenten von seinem Vorhaben erzählt, schlägt dieser ein fingiertes Casting für einen fiktiven Film vor: Für die Besetzung der weiblichen Hauptrolle sollen möglichst viele Frauen eingeladen werden, damit er sich eine neue Gattin aussuchen kann. Und tatsächlich verliebt sich Aoyama bei dem Vorsprechen in die schüchterne Asami. Doch aus der vermeintlichen Liebe wird bald blutiger Horror. Quentin Tarantino adelte Regisseur Takashi Miike als den „Godfather“ des japanischen Horror-Slasher-Films.

Donnerstag, 26.04.2018
18:00 Uhr

Samstag, 28.04.2018
20:15 Uhr

DIE SPIELWÜTIGEN

Deutschland 2004. R: Andres Veiel
Dokumentarfilm. 108 Min. DCP

Über einen Zeitraum von sieben Jahren begleitete der Dokumentarfilmer Andres Veiel vier Schauspielschülerinnen und Schauspielschüler. Von den Vorbereitungen zur Aufnahmeprüfung bis zum Abschluss der Ausbildung an der Ernst-Busch-Schauspielschule in Berlin beobachtet er die drei Frauen und einen Mann, die unterschiedlicher kaum sein könnten: Antoniadiadis Prodromos, Constanze Becker, Karina Plachetka und Stephanie Stremler. Der Film zeigt die Härte der Ausbildung, in deren Verlauf die Schüler zahlreiche Unsicherheiten und Selbstzweifel überwinden müssen – und en passant erwachsen werden.

Freitag, 27.04.2018
18:00 Uhr

Newsletter abonnieren!
© 2018 Deutsches Filminstitut
Schaumainkai 41, 60596 Frankfurt am Main