Bill Morrison

Filmabend und Werkstattgespräch

Bill Morrison, photo credit Wolfgang WesenerBill Morrison ist ein in New York lebender Filmemacher und Künstler. Seine Filme kombinieren oft seltenes Archivmaterial mit zeitgenössischer Musik und wurden in Theatern, Kinos, Museen, Galerien und Konzertsälen auf der ganzen Welt gezeigt. Das Werk von Morrison, der ausgebildeter Maler ist, spiegelt dessen tiefe und anhaltende Beschäftigung mit dem Zelluloidbild wider. Morrison hat mit einigen der einflussreichsten Komponisten unserer Zeit zusammengearbeitet, darunter John Adams, Philip Glass, Michael Gordon, Jóhann Jóhannsson, Steve Reich und vielen anderen. Morrisons Filme befinden sich in der Sammlung des MoMa New York, das dem Künstler 2014 eine Mid-Career-Retrospektive widmete, sowie im Walker Art Center und im EYE Film Institute in Amsterdam.

In Kooperation mit

Goethe-Universität Frankfurt
Institut für England- und Amerikastudien und Institut für Theater- Film- und Medienwissenschaften

Goethe

DAWSON CITY: FROZEN TIME

USA 2017. R: Bill Morrison
Dokumentarfilm. 120 Min. DCP. OF

DawsonCityFrozenTime

DAWSON CITY: FROZEN TIME erzählt die Geschichte einer Sammlung von 533 Filmen aus den 1910er bis 1920er Jahren. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts fanden im nordkanadischen Dawson City Filmvorführungen statt, und bald wurde die Stadt zur letzten Station einer Vertriebskette, die Prints und Wochenschauen in das Yukon-Territorium schickte. Die Filme wurden selten, wenn überhaupt, zurückgegeben. Durch einen schier unglaublichen Zufall blieben viele der Filme mehr als 50 Jahre im Permafrost tief im Yukon-Territorium begraben. Die heute berühmte Dawson City Collection wurde 1978 entdeckt, als ein neues Freizeitzentrum gebaut wurde und ein Bulldozer die Filmspulen ausgrub. Der Film besteht zur Gänze aus vorgefundenem Material aus der Sammlung.

Dienstag, 22.01.2019
20:00 Uhr

Zu Gast:
Bill Morrison
im Gespräch (engl.) mit Bernd Herzogenrath

Werkstattgespräch: Archival Film as Actor

Ausgehend von seiner künstlerischen Praxis erörtert Bill Morrison seine Herangehensweise und Arbeit mit Filmarchivmaterialien: Archiv-­Filme und deren materielle Beschaffenheit wirken in Morrisons Werken als narrative Wirkkraft und werden Hauptfiguren der filmischen Erzählung und Darstellung. Im Gespräch wird u.a. auf folgende Filmbeispiele Bezug genommen: DECASIA (2002), SPARK OF BEING (2010), LIGHT IS CALLING (2004), THE MESMERIST (2003), BEYOND ZERO: 1914‐1918 (2014), und JUST ANCIENT LOOPS (2012). Die Materialität des Films taucht auf vielfältige Weise in diesen Filmen auf und wird im Gespräch als ästhetisches Leitmotiv entfaltet.

Im Austausch mit Studierenden der Amerikanistik und der Theater‐, Film‐ und Medienwissenschaft werden die Rolle und die Wirkung der Filmarchivmaterialien in filmischen Formen jenseits des Dokumentarischen diskutiert.

Das Werkstattgespräch ist offen für Studierende und Interessent/innen

Mittwoch, 23.01.2019
14:00 -­ 18:00 Uhr

Bill Morrison im Gespräch mit Bernd Herzogenrath, Professor für Amerikanistik, und Sonia Campanini, Juniorprofessorin für Filmkultur, Goethe-­Universität Frankfurt

Ort: Institut für Theater-­, Film-­ und Medienwissenschaft,
Goethe-Universität, Raum IG. 7.321

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