AUFSTAND UND REVOLTE

Klassiker und Raritäten

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Vor dem Hintergrund der aktuellen Ereignisse in Ägypten, Brasilien und der Türkei zeigt das Kino des Deutschen Filmmuseums eine kleine Reihe mit außergewöhnlichen Revolutionsfilmen. In den Spiel- und Dokumentarfilmen über Aufstände und Umbrüche in Rußland, Nicaragua und den USA werden gesellschaftliche Umstrukturierungen ebenso thematisiert wie persönliche Schicksale.

KONEC SANKT-PETERBURGA Das Ende von Sankt Petersburg

SU 1927 R: Vsevolod Pudovkin. D: Alexander Čistjakov,
Vera Baranovskaja. 100 Min. 35mm. OmU

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Iwan vom Dorf überraschen die feudalen Paläste in Petersburg, hinter deren Fassaden Kriegsgewinner feiern. Unversehens gerät er in revolutionäre Kreise, ins Gefängnis und daraufhin an die Front. Bei seiner Rückkehr stürmt er als begeisterter Bolschewik mit zum Winterpalast: „Petersburg gibt es nicht mehr!“ Vsevolod Pudovkin durfte einen der Jubiläumsfilme zum zehnten Jahrestag der Revolution machen, neben Eisensteins OKTJABR. Beide drehen 1927 fast gleichzeitig Massenszenen am historischen Schauplatz – bei Pudovkin gehen allerdings mehr Fenster des Winterpalasts zu Bruch.

Dienstag, 06.08.2013
18:00 Uhr

DER AUFSTAND

BRD 1980. R: Peter Lilienthal
D: Agustin Pereira, Carlos Catania. 101 Min. 35mm. OmU

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Obwohl sich das herrschende Regime in der Defensive befindet, tritt der 18-jährige Agustin der nicaraguanischen Nationalgarde bei. Als er erfährt, dass seine Schwester auf der Seite der Rebellen kämpft, und auch sein arbeitsloser Vater mit den Aufständischen sympathisiert, muss er seine Position als Soldat rechtfertigen. Der Gewissenskonflikt seiner Familie gegenüber ist schwer zu ertragen, und Agustin ist nahe daran, zu desertieren. Doch sein Hauptmann, mit dem ihn mehr verbindet als nur eine dienstliche Beziehung, holt ihn zurück in die Kaserne. DER AUFSTAND ist eine geradezu dokumentarische Rekonstruktion der Revolution in Nicaragua.

Dienstag, 13.08.2013
18:00 Uhr

VOSSTANIE RYBAKOV Der Aufstand der Fischer von St. Barbara

UdSSR 1934. R: Erwin Piscator
D: Aleksej Diky, D. Konsovskij, N. Gladkow. 86 Min. 35mm. OmeU

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Erwin Piscators einziger Kinofilm basiert auf dem ersten Buch der jungen Anna Seghers: einer Geschichte über einen Aufstand von Fischern, die am Ende der Fangsaison ihre Lohnforderungen mit Streik durchsetzen wollen. Der Regisseur schrieb über die Erzählung, sie habe ein „eigentümliches Aroma, einen speziellen Stil, der in seiner verharrenden Behutsamkeit würdig und groß wirkt.“ Anders als das Buch endet der Film mit dem siegreichen Kampf der Fischer und wirkt so als Appell an die Volksfront gegen Hitler. „Hitler war schneller“, verzeichnete Piscator nach der Moskauer Uraufführung im Herbst 1934, „der Film verlor seine Berechtigung“.

Montag, 26.08.2013
18:00 Uhr

THE BLACK POWER MIXTAPES 1967 – 1975

Schweden/USA/Deutschland 2011
R: Göran Hugo Olsson. Dokumentarfilm. 92 Min. DCP. OmU

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Stokely Carmichael, Bobby Seale, Angela Davis und Eldridge Cleaver – heute sind es fast vergessene Namen, doch in den 1960er Jahren waren die Anführer der USamerikanischen Black-Power-Bewegung sehr bekannt. Die Dokumentation zeigt die Ikonen der afro-amerikanischen Revolte von einer ganz privaten Seite. Schwedische Journalisten reisten Ende der 1960er Jahre in die USA, um mit den Freiheitskämpfern zu sprechen, die ihnen sehr offene und ehrliche Interviews gaben. Lange galten ihre Aufnahmen als verloren; mehr als 30 Jahre später hat sie der schwedische Filmemacher Göran Hugo Olsson wiederentdeckt und neu arrangiert.

Dienstag, 27.08.2013
18:00 Uhr

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