25 Jahre AFRICA ALIVE

Die 25. Festivalausgabe vom 30. Januar bis 26. Februar

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Aktuelles afrikanisches Filmschaffen, spannende Themenreihen und Werkschauen bedeutender Filmschaffender – das bietet seit 25 Jahren Africa Alive. 1994 gegründet, gibt das Festival afrikanischen Künstler/innen aus Film, aber auch Literatur und Musik in Frankfurt ein breites Forum. Viele von ihnen hat das Festival von Beginn ihrer Karriere über Jahre hinweg begleitet.

Afrika im Wandel
Das junge afrikanische Kino dokumentiert seit einigen Jahren auch einen grundlegenden Wandel in den afrikanischen Gesellschaften. Trotz sozialer und politischer Widerstände und der anhaltenden Dominanz westlicher Interessen wird der Drang, das eigene Leben zu bestimmen, für junge Menschen in vielen Ländern Afrikas immer größer. Das zeigen Filme wie MAKI’LA (2018), SUPA MODO (2018) oder der Dokumentarfilm OUAGA GIRLS (2017) über junge Automechanikerinnen in Ouagadougou.

Werkschau Jean-Pierre Bekolo
Der bekannte kamerunische Filmemacher Jean-Pierre Bekolo ist in Frankfurt mit einer Werkschau zu Gast. Die Filme des Regisseurs widersetzen sich hartnäckig den westlichen Erwartungen an afrikanisches Kino, indem sie Genres mixen und Pop mit Politik verknüpfen. Die französische Presse betitelte Bekolo, der seit Jahren auf internationalen Festivals Preise einsammelt, als „Afro-Futurist“, der Afrika neu erfinden wolle. Neben Klassikern wie QUARTIER MOZART (CM/FR 1992) oder LES SAIGNANTES (CM 2005) stehen neue Filme wie AFRIQUE, LA PENSÉE EN MOUVEMENT Part I (2018) auf dem Programm und auch neue Formate wie die Fernsehserie OUR WISHES (CM 2016). Bekolo wird mehrer seiner Filme persönlich vorstellen.

Film- und Kulturerbe heute
Das Festivaljubiläum bietet Anlass, einen Blick zurück zu werfen. War es in früheren Jahren oft schwierig, qualitativ hochwertige Kopien afrikanischer Filmklassiker zu zeigen, haben sich zuletzt mehrere Projekte der Digitalisierung afrikanischer Filmklassiker gewidmet. Zu Gast ist der nigerianische Regisseur und Filmkritiker Didi Cheeka, der sich seit Jahren für die Aufarbeitung des nigerianischen Filmerbes einsetzt. Ebenfalls zum Filmgespräch anwesend ist Regisseur Jacques Sarrasin mit seinem Film LE MASQUE DE SAN (CH/FR/ML 2014), der das aktuelle Thema der Rückgabe afrikanischer Kunstwerke aufgreift.

Mit SAMBA TRAORÉ (BF/FR/CH 1992) gedenkt das Festival des bekannten Filmemachers Idrissa Ouedraogo, der im Februar 2018 gestorben ist.

Als weiteren Gast begrüßt Africa Alive Melanie Gärtner mit YVES‘ VERSPRECHEN (DE 2018), einem Dokumentarfilm über Migration und die Erwartungshaltung der im Heimatland verbliebenen Familie.

Mehr Informationen zum Festival unter
africa-alive-festival.de

 

Gefördert mit Mitteln der


 

Mit freundlicher Unterstützung von

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Friedrichsdorfer Institut fuer Nachhaltigkeit IzN

I AM NOT A WITCH

Großbritannien/Frankreich/Deutschland 2017. R: Rungano Nyoni
D: Margaret Mulubwa, Henry B. J. Phiri, Nancy Mulilo, Margaret Sipaneia
93 Min. DCP. bemba, nyanja, tonga, engl. OmeU

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Shula ist noch keine zehn Jahre alt, doch aus Sicht der Bewohner/innen ihres Heimatdorfes ist sie eine gefährliche Zauberin. Nach einem nichtigen Vorfall wird Shula in ein Straflager geschickt, wo sie gemeinsam mit älteren Frauen Zwangsarbeit verrichten muss. Rungano Nyoni erzählt in eindrucksvollen Bildern eine in Sambia angesiedelte,  von Macht, Freiheitsdrang und Aberglauben geprägte Geschichte. Sie inszeniert diese als Sozialsatire mit surrealistischen Anklängen.

Mittwoch, 30.01.2019
20:15 Uhr

19:00 Uhr Umtrunk

TILAÏ  Das Gesetz

Burkina Faso/Frankreich/Schweiz 1990. R: Idrissa Ouédraogo
D: Rasmane Ouédraogo, Ina Cissé, Roukietou Barry, Assane Ouédraogo
81 Min. 35mm. OmdfU (OF mit dt. und frz. UT)

Tilai

Saga kehrt nach zwei Jahren Abwesenheit in sein Dorf zurück, wo er feststellt, dass seine frühere Verlobte Nogma mittlerweile die zweite Frau seines Vaters ist. Aber Saga und Nogma lieben sich noch immer und beginnen eine verbotene Romanze. In den Augen der Dorfgemeinschaft ist das Inzest, und Saga soll dafür sterben. Ouédraogos Meisterwerk ist eine Reflexion über Tradition und Toleranz und wurde mit dem Hauptpreis bei FESPACO sowie dem Grand Prix von Cannes ausgezeichnet.

Donnerstag, 31.01.2019
18:00 Uhr

FRONTIÈRES  Borders

Burkina Faso 2017. R: Apolline Traoré
D: Amélie Mbaye, Naky Sy Savane, Unwana Udobang
90 Min. DCP. franz. OmU

Frontieres

FRONTIÈRES begleitet vier Händlerinnen auf einer Busreise von Dakar, Senegal, nach Lagos, Nigeria, über sieben Tage und fünf Ländergrenzen hinweg. Die Frauen bilden allmählich und zunächst unfreiwillig eine Gemeinschaft, während sie auf ihrem Weg sexuell belästigt und mit anderem Unrecht konfrontiert werden. Ein schonungsloser Blick auf das Leben von Frauen, die auf der Straße unterwegs sind, ohne dabei den Weg aus den Augen zu verlieren.

Donnerstag, 31.01.2019
20:30 Uhr

Vorfilm: WATU WOTE (Deutschland 2017. R: Katja Benrath. 21 Min. DCP. OmU)

LA JUVENTUS DE TIMGAD Timgad

Frankreich/Algerien/Belgien 2016. R: Fabrice Benchaouche
D: Mourade Zeguendi, Sid Ahmed Agoumi, Mounir Margoum.
96 Min. DCP. OmU (dt. eingesprochen nur am Freitag)

Timgad

In dem kleinen algerischen Ort Timgad werden in einer Nacht elf Jungen und ein Mädchen geboren. Zehn Jahre später will der Dorfschullehrer mit den elf Jungen am Fußballwettbewerb in Marseille teilnehmen. Doch der Weg dahin ist steinig und erfordert unkonventionelle Lösungen. Vor dem Hintergrund des islamistischen Terrors der 1990er erzählt der Film eine Geschichte mit märchenhaften Elementen und einem verschmitzten Seitenblick auf die Rolle algerischer Mädchen.

Freitag, 01.02.2019
14:30 Uhr (dt. eingesprochen)

Sonntag, 03.02.2019
15:00 Uhr

LE MASQUE DE SAN

Schweiz/Frankreich/Mali 2014. R: Jacques Sarasin
D: Bakary Sangaré, Viviane Sidibé, Mamadou Kaba Diané
83 Min. DCP. OmU

Bakary Sangaré arrive à Bamako *** Local Caption *** Le Masque de San, Jacques Sarasin, CH/F/Mali, 2014, V'15, Spielfilme

Anhand der Geschichte einer Maske, die aus einer abendländischen Sammlung in ihre Heimat Mali zurückkehrt, folgt der Film dem Weg eines Mannes, der im Lauf der Zeit zu einem Schleuser zwischen zwei Welten wurde, der westlichen und der afrikanischen. Jacques Sarasins ethnologisches Roadmovie führt in Gebiete, wo Magie und Realität gleichermaßen regieren. Zugleich greift er damit die aktuelle Debatte um die Rückgabe von Kunstwerken aus Kriegs- und Kolonialzeiten auf.

Freitag, 01.02.2019
18:00 Uhr

Zu Gast: Jacques Sarasin

UNE SAISON EN FRANCE  Eine Saison in Frankreich

Frankreich 2018. R: Mahamat Saleh-Haroun
D: Eriq Ebouaney, Sandrine Bonnaire
101 Min. DCP. OmU

UneSaisonEnFrance

Abbas, Französischlehrer in der vom Bürgerkrieg zerrütteten Zentralafrikanischen Republik, ist nach dem gewaltsamen Tod seiner Frau mit den Kindern nach Frankreich geflohen. Während er auf die Bewilligung seines Asylantrags wartet, versucht er, als alleinerziehender Witwer ein halbwegs normales Alltagsleben für die Familie zu organisieren. Als er die sensible und couragierte Carole kennen lernt,  scheint sich alles zum Besseren zu wenden. Nur der Entscheid über den Asylantrag lässt auf sich warten …

Freitag, 01.02.2019
20:30 Uhr

LES SAIGNANTES  Die Blutenden

Kamerun/Frankreich 2005. R: Jean-Pierre Bekolo.
D: Adèle Ado, Dorylia Calm, Emile Abossolo M`bo.
92 Min. Digital. OmU

LesSaignantes

Der stilisierte Science-Fiction-Politthriller handelt von zwei jungen Frauen, die ausziehen, um ein futuristisches Land im Jahre 2025 von seinen korrupten Machthabern zu befreien. Majolie und Chouchou bewegen sich in einer Welt, in der Sex, Geld, Politik und Tod auf gefährliche Weise miteinander verwoben sind. Auch sie nutzen ihre Sexualität erfolgreich als Ware und Waffe auf ihrer tödlichen Mission. Doch ein hartnäckiger Feind stellt sich ihnen in den Weg.

Freitag, 01.02.2018
22:30 Uhr

SUPA MODO

Deutschland/Kenia 2018. R: Likarion Wainaina
D: Stycie Waweru, Nyawara Ndambia, Marrianne Nungo
74 Min. DCP. swahili, kikuyu, eng. OmU

SupaModo

Die neunjährige Jo liebt Actionfilme und träumt davon, selbst eine Superheldin zu sein. Ihr größter Wunsch: einen Film zu drehen, in dem sie selbst die Hauptrolle spielt. In ihrer Fantasie vergisst sie, dass sie unheilbar krank ist. Ihre Schwester ermutigt Jo, an ihre magischen Kräfte zu glauben und animiert das ganze Dorf, Jos Traum wahr werden zu lassen. Eine mitreißende Geschichte über die Kraft der Fantasie und das Loslassen.

Samstag, 02.02.2019
16:00 Uhr

YVES‘ VERSPRECHEN

Deutschland 2017. R: Melanie Gärtner
Dokumentarfilm. 79 Min. DCP. OmU

YvesVersprechen

Yves sitzt in Spanien fest. Seit er vor acht Jahren aus Kamerun nach Europa aufgebrochen ist, hat die Familie nichts von ihm gehört. Die Filmemacherin Melanie Gärtner zeichnet Videobotschaften von Yves auf, reist damit nach Kamerun und trifft dort dessen Familie. Bei aller Erleichterung über das ersehnte Lebenszeichen werden Erwartungen laut, denn in den Augen von Yves‘ Familie kann nur er ihr Leben zum Besseren wenden. Er darf nicht scheitern, denn eine Rückkehr ist ausgeschlossen.

Samstag, 02.02.2019
18:00 Uhr

Zu Gast: Melanie Gärtner

MAKI’LA

Kongo 2018. R: Machérie Ekwa Bahango
D: Amour Lombi, Fideline Kwanza, Serge Kanyinda
78 Min. DCP. lingala, franz. OmeU

Makila

Die 19-jährige Maki kämpft auf den Straßen von Kinshasa um ihr tägliches Überleben. Als sie durch Zufall ein junges Mädchen vor einer Prügelei bewahrt, heftet sich die hilflose Acha an ihre Fersen. Doch die neue kleine Schwester bereitet Maki nur Probleme und zieht schließlich auch die Eifersucht von Makis Ex-Mann, eines Bandenchefs, auf sich. Machérie Ekwa Bahango gehört einer Gruppe junger Filmschaffender an, die dem kongolesischen Kino eine neue Stimme geben.

Samstag, 02.02.2019
20:30 Uhr

ON THE RUMBA RIVER

DR Kongo 2007. R: Jacques Sarasin
Dokumentarfilm. 85 Min. 35mm. OmU

OnTheRumbaRiver

Im Jahr 1925 geboren und als »lebendes Denkmal« der kongolesischen Musik bekannt, verdankt Papa Wendo seinen Ruhm dem Lied »Marie-Louise«, dem man im Volk magische Kräfte zuschrieb. Der Dokumentarfilmregisseur Jacques Sarasin zeigt in seinem Film nicht nur Papa Wendos Wiedersehen mit seinen ehemaligen Musikern, sondern auch Szenen aus dem Alltagsleben des Kongos. Seine Kamera konzentriert sich auf Gestik und Mimik und das Spiel mit den Instrumenten. Papa Wendo vereint 30 junge und ältere Musiker, mit denen er die kongolesische Rumba dem heutigen Zeitgeschmack anpassen will. Gitarren, Patengué und Mukuassa sollen erneut von Kinshasa bis nach Europa zu hören sein …

Samstag, 02.02.2019
22:30 Uhr

FAD, JAL

Senegal/Frankreich 1979. R: Safi Faye
D: Ibou Ndong. 106 Min. 16mm. OmU

FadJal

Mehr beobachtend als erzählend zeigt FAD, JAL das Leben in einem senegalesischen Serere-Dorf. „Fad bedeutet ,Ankommen‘ und Jal bedeutet ,Arbeit‘. Wenn Sie in diesem Bauerndorf namens Fadial ankommen, müssen Sie arbeiten. Wenn Sie arbeiten, sind Sie glücklich und wenn Sie nicht arbeiten, werden die Leute Sie verspotten“, so Regisseur Safi Faye. Französische und senegalesische Kultur stehen sich hier gegenüber, im Schulunterricht und in den lokalen Geschichten des Dorfältesten nach mündlicher Tradition.

Sonntag, 03.02.2019
12:00 Uhr

AFRIQUE, LA PENSÉE EN MOUVEMENT – PART 1

Senegal 2017. R: Jean-Pierre Bekolo
Dokumentarfilm. 104 Min. DCP. OmeU

Afrique

Im Oktober 2016 riefen Felwine Sarr und Achille Mbembe im senegalesischen Dakar die „Ateliers de la Pensée“ ins Leben. Diese „Werkstätten des Denkens“ versammelten für vier Tage führende Intellektuelle zu einem längst überfälligen theoretischen Austausch über aktuelle Themen, die Afrika und die ganze Welt betreffen – von Dekolonisierung über Feminismus und Demokratie hin zu Migration und Klimawandel. Diesen Ideenaustausch vollzieht der Film in einer raffinierten Parallelmontage nach.

Sonntag, 03.02.2019
18:00 Uhr

Zu Gast: Jean-Pierre Bekolo, Moderation: Marie-Hélène Gutberlet

MIRACULOUS WEAPONS

Kamerun/Südafrika 2017. R: Jean-Pierre Bekolo
D: Emile A. M‘bo, M. Bertieaux, A. Larsdotter. 104 Min. DCP. engl. OF

MiraculousWeapon

Im Südafrika der sechziger Jahre lieben drei Frauen unterschiedlicher Herkunft den gleichen Mann, der im Gefangnis sitzt. Jede bietet ihm eine andere Moglichkeit, gerettet zu werden. Benannt nach Aimee Cesaires Gedichtsammlung, folgt MIRACULOUS WEAPONS den Zweifeln und dem metaphysischen Streben nach Freiheit eines zum Tode Verurteilten. Bekolo wollte eine „wahre Hymne des Lebens“ schaffen, als Manifest fur die Abschaffung der Todesstrafe in der Welt.

Sonntag, 03.02.2019
20:30 Uhr

Zu Gast: Jean-Pierre Bekolo, Moderation Marie-Hélène Gutberlet

WELDI  Dear Son

Frankreich/Belgien/Tunesien/Katar 2018. R: Mohamed Ben Attia
D: Mohamed Dhrif, Zakaria Ben Ayyed, Imen Cherif
104 Min. DCP. OmeU

Weldi

Eine Kleinfamilie in Tunesien: Der Vater steht kurz vor seiner Pensionierung als Kranfahrer im Hafen von Tunis. Neben den alltäglichen Geldsorgen drehen sich seine Gedanken hauptsächlich um seinen Sohn, der kurz vor dem Abitur steht und von Migräne geplagt wird. Plötzlich ist er verschwunden und die Eltern erfahren, dass er nach Syrien gereist ist, um sich dem IS anzuschließen. Ben Attia entwirft das Bild eines Landes im Stillstand, das seiner jungen Generation keine Perspektive bieten kann.

Montag, 04.02.2019
18:00 Uhr

VOLUBILIS

Marokko/Frankreich/Katar 2017. R: Faouzi Bensaïdi
D: Mouhcine Malzi, Nadia Kounda
106 Min. DCP. OmeU

Volubilis

Abdelkader, Wachmann in einem Einkaufszentrum, und Malika, die als Hausmädchen arbeitet, sind frisch verheiratet und träumen davon, einen eigenen Hausstand zu gründen. Als Abdelkader bei der Arbeit einen schwerwiegenden Fehler macht, steht plötzlich das Leben des jungen Paares auf dem Kopf. Faouzi Bensaïdi erzählt eine wendungsreiche Liebesgeschichte zwischen zwei Menschen, denen das globalisierte Wirtschaftssystem übel mitspielt.

Montag, 04.02.2019
20:30 Uhr

HYÈNES  Hyènes – Der Besuch der alten Dame

Senegal 1992. R: Djibril Diop Mambéty
D: Mansour Diouf, Ami Diakhate, Mahouredia Gueye
113 Min. DCP. wolof OmU

Hyenes

Geier fliegen über Colobane im Sahel – die Zeit der Hyänen beginnt. Nach drei Jahrzehnten kehrt die einst verstoßene Linguère Ramatou als reiche Frau in ihr Dorf zurück. Der Händler des Ortes hatte sie geschwängert und seine Vaterschaft verleugnet; jetzt will sie Rache nehmen und setzt ein hohes Kopfgeld auf ihn aus. Der zweite Teil von Mambétys unvollendeter Trilogie über Kolonialismus und Konsumismus überträgt Dürrenmatts Besuch der alten Dame kongenial auf den politischen Kontext in Afrika.

Dienstag, 05.02.2019
18:00 Uhr

Vorfilm:
LA GRAMMAIRE DE GRAND MÈRE DJIBRIL DIOP MAMBETY
Frankreich 1996. R: Jean Pierre Bekolo. 8 Min.

Double Feature:

OUR WISHES  Eine Saison in Frankreich

Frankreich 2017. R: Jean-Pierre Bekolo
26 Min. digital. Teil 1

OUR WISHES ist eine Serie über die gemeinsame koloniale Vergangenheit Kameruns und Deutschlands. Sie handelt von einem durch die Chefs des Duala-Volkes verfassten Dokument. Darin formulierten diese ihre grundlegenden Forderungen vor Unterzeichnung des Vertrags bei der Berliner Konferenz im Jahre 1884, als Bedingung dafür, dass sie ihr Territorium den Deutschen überließen.

 

NAKED REALITY

Kamerun/Südafrika 2016. R: Jean Pierre Bekolo
D: Weza Da Silva, Luthuli Dlamini, Akin Omotoso, Fabian Lojede
62 Min. digital. OF

NakedReality

Als Wanita eines Morgens ihr Haus verlässt, ahnt sie nicht, dass dies der Beginn einer Reise in ein Land ist, das man nicht sehen kann: nach Dimsi. Auf der Suche nach ihrer Identität gelangt Wanita 150 Jahre in die Zukunft, in eine Welt, die von Unsterblichen beherrscht wird, und in der afrikanische Städte zu riesigen Megacities geworden sind. Inhaltlich und ästhetisch spielt NAKED REALITY mit Fiktion und Realität und erzählt eine afro-futuristische dystopische Fabel in Schwarzweiß.

Dienstag, 05.02.2019
20:30 Uhr

Zu Gast: Jean-Pierre Bekolo, Moderation: Marie-Hélène Gutberlet

OUAGA GIRLS

Schweden, Frankreich, Burkina Faso, Katar 2017. R: Theresa Traoré Dahlberg
Dokumentarfilm. 83 Min. DCP.  franz., moré OmU

OugaGirls

Der Film begleitet eine Gruppe junger Frauen, die im Zentrum für Frauenausbildung von Ouagadougou eine Mechanikerlehre machen und dabei mit zahlreichen Hindernissen konfrontiert sind. In diesem streng patriarchalen System sind sie auf gegenseitige Unterstützung angewiesen, um sich zu behaupten und ein Auskommen für sich und ihre Familien zu finden. OUAGA GIRLS zeigt wie diese jungen Frauen in einem von hoher Jugendarbeitslosigkeit geprägten Land ihr Schicksal in die eigene Hand nehmen.

Mittwoch, 06.02.2019
18:00 Uhr

SHAIHU UMAR

Nigeria 1976. R: Adamu Halilu
D: Umaru Ladan, Mairiga Aliyu, Husaini Mohammed
142 Min. DCP. OmeU

ShaihuUmar

SHAIHU UMAR gehört zu den wichtigsten Werken der nigerianischen Filmgeschichte, galt aber lange Zeit als verschollen. Angesiedelt im Norden Nigerias Ende des 19. Jahrhunderts, basiert der Film auf einem Roman von Abubakar Tafawa Balewa, der später Nigerias erster Premierminister wurde. Erst die Wiederentdeckung des Kameranegativs 2016 ermöglichte die Rekonstruktion des Films. Die digital restaurierte Fassung hatte im Februar 2018 auf der Berlinale Premiere.

Mittwoch, 06.02.2019
20:00 Uhr

Einführung: Didi Cheeka

Vortrag & Kurzfilmprogramm

Vortrag: Didi Cheeka arbeitet als Regisseur und Filmkritiker und setzt sich seit Jahren für die Aufarbeitung des nigerianischen Filmerbes ein. In Frankfurt stellt er aktuelle Projekte vor (ca. 30 Min).

LES PARIAS DU CINEMA
Schweiz 1997. R: Idrissa Ouédraogo
Dokumentarfilm. 6 Min. 35mm. frz OmeU

Ouédraogo: „Der Zustand des Kinos in der Welt ist eine echte Frage. Ich spreche lieber von meinem eigenen Kino, von denen in Afrika, von ihrer Beziehung zur Welt.“

MAMA BOBO
Senegal/Belgien/Frankreich 2017. R: Robin Andelfinger,
Ibrahima Seydi. 17 Min. digital. OmeU

Die 80-jährige MAMA BOBO sitzt jeden Tag an der Bushaltestelle in der Rue Gomis in Dakar und hofft darauf, ihren verstorbenen Mann wiederzutreffen.

HELLO, RAIN
Nigeria 2018, R: C.J. Obasi, 30 Min. DCP. OmeU

Nach der afrofuturistischen Kurzgeschichte Hello Moto der nigerianisch-amerikanischen Autorin Nnedi Okorafor.

Donnerstag, 07.02.2019
18:00 Uhr

THANK YOU FOR THE RAIN

Großbritannien/Norwegen 2017. R: Julia Dahr, Kisilu Musya
Dokumentarfilm. 87 Min. DCP. OmeU (Fassungsänderung, englische statt deutsche Untertitel!)

ThankYouForTheRain

Überschwemmungen, Dürre und starke Unwetter – der Klimawandel hat fatale Folgen insbesondere für die Landbevölkerung afrikanischer Länder. Was bedeutet das für den Einzelnen? Die Filmemacherin Julia Dahr bat den kenianischen Bauern Kisilu Musya , die umweltrelevanten Geschehnisse in seiner Umgebung in einem Videotagebuch festzuhalten. Über einen Zeitraum von mehr als fünf Jahren wird Musya vom Beobachter zum Aktivisten. Sein Engagement führt ihn schließlich bis zur UN-Klimakonferenz in Paris, wo er seine Forderungen einbringt.

Freitag, 08.02.2019
18:00 Uhr

VAYA

Südafrika 2017. R: Akin Omotoso
D: Mncedisi Shabangu, Sibusiso Msimang. 110 Min. DCP. zulu OmeU

Vaya

Ein Zug aus der südafrikanischen Provinz bringt vier Menschen nach Johannesburg. Die junge Tänzerin Zanele ist mit der kleinen Zodwa unterwegs, um sie in die Obhut der Mutter zu geben. Nhlanhla setzt große Hoffnungen auf seinen wohlhabenden Cousin, der ihm einen Job versprochen hat. Nkulu schließlich soll den Leichnam seines Vaters aus der Großstadt nach Hause bringen. Doch bald wird klar, dass  in der korrupten Megacity jeder auf sich gestellt ist, um zu überleben und dabei seine Würde zu behalten.

Freitag, 08.02.2019
20:30 Uhr

Vorfilm:

PARLONS GRAND-MÈRE  Erzähl von Großmutter

Burkina Faso 1989. R: Djibril Diop Mambety
Dokumentarfilm. 30 Min. 16mm. OmU

Djibril Diop Mambety dokumentiert die Dreharbeiten zu Idrissa Ouédraogos YAABA im Sommer 1988. Seine besondere Aufmerksamkeit gilt der Arbeit des Regisseurs mit den beiden Kindern und der über 80jährigen Darstellerin Yaaba, die in ihrem bisherigen Leben noch nie eine Kamera gesehen hat.

SAMBA TRAORÉ

Burkina Faso 1992. R: Idrissa Ouédraogo
D: Bakary Sangare, Mariam Kaba, Abdoulaye Komboudri
85 Min. 35mm. OmdfU (OF mit dt. und frz. UT)

SambaTraore

Nach dem Überfall auf eine Tankstelle in Ouagadougou zu Reichtum gekommen, kehrt ein Mann in sein Dorf zurück und versucht, an der Seite einer geliebten Frau ein neues Leben anzufangen. Als das anfängliche Wohlwollen der Dorfbewohner/innen in Missgunst umschlägt, holt ihn seine Vergangenheit ein. In elegischem Erzählrhythmus und ohne Pathos erzählt dieser Film aus Burkina Faso vom Scheitern im Streben nach Liebe und Glück. In der Grundstruktur erinnert er an eine klassische Tragödie.

Dienstag, 12.02.2019
18:00 Uhr

QUARTIER MOZART

Frankreich 1992. R: Jean-Pierre Bekolo
D: Essindi Minoja, Jimmy Biyong
80 Min. 35mm. OmeU

QuartierMozart

QUARTIER MOZART spielt im gleichnamigen Arbeiterviertel von Yaoundé, Kamerun. Der Film erzählt die Geschichte eines aufmüpfigen jungen Mädchens, das durch die ortsansässige Zauberin Maman Thekla in einen Jungen verwandelt  wird. Unter dem Namen Montype wird sie in die männliche Hierarchie des Viertels eingeführt und soll die Tochter des Polizeichefs ,Mad Dog‘ verführen. Mit verspieltem Witz und im Stil eines Musikvideos schafft Bekolo eine mitreißende Welt: geistreich, innovativ und provokant.

Dienstag, 19.02.2019
18:00 Uhr

Vorfilm

BORROM SARRET

Senegal 1963. R: Ousmane Sembène
19 Min. DCP. OmU

BorromSarret

Der Tagesablauf eines Mannes, der sich seinen Lebensunterhalt als Pferdekutscher verdient. Als er einen reichen Franzosen fahren soll, muss er dafür in ein für ihn verbotenes Stadtviertel. Sein Karren wird konfisziert …

 

LA NOIRE DE …

Senegal 1965. R: Ousmane Sembène
60 Min. DCP. OmU

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Die junge Babysitterin einer französischen Familie in Dakar erhält die Möglichkeit, mit nach Frankreich zu kommen. Doch im Westen ist sie für alle bloß noch  „das schwarze Mädchen“. Ihrer Freiheit, ihrer Würde und ihrer Identität beraubt, bleibt ihr nur ein radikaler Akt des Widerstands. Ousmane Sembènes Langfilmdebüt war einer der ersten afrikanischen Spielfilme überhaupt und basiert auf einer Zeitungsmeldung über den Selbstmord eines afrikanischen Hausmädchens.

Dienstag, 26.02.2019
18:00 Uhr

 

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