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Von jungen Menschen für junge Menschen: Multimediaguide durch die Dauerausstellung

Kinder und Jugendliche erforschen das Deutsche Filmmuseum!

Gemeinsam mit Heranwachsenden erarbeitet das Haus bis 2017 einen Multimediaguide

 

Einen Multimediaguide von jungen Menschen für junge Menschen und Familien erstellt das Deutsche Filminstitut in einem langfristig angelegten  Projekt der Filmbildung und -vermittlung im Deutschen Filmmuseum

Ein Ziel des bereits im Juni 2015 begonnenen Modellprojektes ist es, von den jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmern zu lernen, wie sie das Museum und seine Inhalte wahrnehmen. Auf Basis dieses Wissens soll die Vermittlungsarbeit des Museums optimiert werden.

Die erste Gruppe, die unter dem Motto „Wir erforschen das Filmmuseum“ Einblicke hinter die Kulissen des Deutschen Filmmuseums erhalten hat, war eine vierte Klasse der Günderrodeschule im Frankfurter Stadtteil Gallus. Zwischen September und Dezember 2015 war sie einmal wöchentlich während der Schulzeit zu Gast im Deutschen Filmmuseum. Eine zweite Gruppe mit Jugendlichen zwischen 16 bis 18 Jahren war von Januar bis Juli 2016 regelmäßig im Museum und widmete sich vor allem dem zweiten Teil der Dauerausstellung,  „Filmisches Erzählen“. Die dritte und letzte Gruppe mit Jugendlichen von zwölf bis 14 Jahren nahm ihre Arbeit im September 2016 auf: Sie erarbeitete im April 2017 für den Multimediaguide Beiträge für den ersten Teil der Dauerausstellung „Filmisches Sehen“.

 

 

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Einen Multimediaguide von jungen Menschen für junge Menschen und Familien erstellt das Deutsche Filminstitut in einem langfristigen Modellprojekt der Filmbildung und -vermittlung im Deutschen Filmmuseum. Ein Ziel des auf zweieinhalb Jahre angelegten Projekts ist es, von den jungen Teilnehmer/innen zu lernen, wie sie das Museum und seine Inhalte wahrnehmen. Die Ergebnisse sollen in die Vermittlungsarbeit des Museums einfließen.

Die erste Gruppe, die unter dem Motto „Wir erforschen das Filmmuseum“ Einblicke hinter die Kulissen des Deutschen Filmmuseums erhalten hat, war eine vierte Klasse der Günderrodeschule im Frankfurter Stadtteil Gallus. Zwischen September und Dezember 2015 war sie einmal wöchentlich während der Schulzeit zu Gast im Deutschen Filmmuseum. Eine zweite Gruppe mit Jugendlichen zwischen 16 bis 18 Jahren war von Januar bis Juli 2016 regelmäßig im Museum und widmete sich vor allem dem zweiten Teil der Dauerausstellung, „Filmisches Erzählen“. Die dritte und letzte Gruppe mit Jugendlichen von zwölf bis 14 Jahren nahm ihre Arbeit im September 2016 auf: Sie erarbeitet für den Multimediaguide Beiträge für den ersten Teil der Dauerausstellung „Filmisches Sehen“.

Die Idee des ersten Teils des Bildungsprojektes ist, dass sich die Schüler/innen selbst erschließen, was ein Museum ist, welche Abteilungen es gibt und wer genau dort arbeitet. Daher haben die Direktorin des Deutschen Filmmuseums, Claudia Dillmann sowie zahlreiche Mitarbeiter/innen des Hauses, viel Zeit mit den 21 Grundschüler/innen aus der ersten Gruppe verbracht. Die Kinder lernten mithilfe des Kooperationspartners „Gallus Zentrum“, wie Interviews geführt werden und wie man mit Kamera und Tonangel arbeitet. Solchermaßen präpariert, nahmen die jungen Forscher/innen das Museumsteam unter die Lupe und befragten die Mitarbeiter/innen ausführlich – etwa darüber, wie das Kinoprogramm entsteht oder allgemein wie ihr Arbeitsalltag aussieht.

Im Januar wurden die Ergebnisse dieser ersten Gruppe der Öffentlichkeit präsentiert: Die Eltern, Geschwister und Freunde der teilnehmenden Kinder sowie die Förderer des Projekts konnten so die produzierten Interviews, Animationsfilme und Fotos schon vor Fertigstellung des Multimediaguides begutachten.

Zwischen Januar und Juli 2016 war die zweite Gruppe mit Jugendlichen im zwischen 16 bis 18 Jahren im Haus unterwegs. Sie widmete sich dem zweiten Teil der Dauerausstellung, die das „Filmische Erzählen“ zum Thema hat. Die Jugendlichen erhielten Workshops zu den Ausstellungsbereichen Schauspiel, Bild, Ton und Montage, sichteten gemeinsam Filme auf großer Leinwand, diskutierten und analysierten sie. Bei der Recherche in den Archiven des Deutschen Filminstituts, in Gesprächen mit Expert/innen und vertiefender Lektüre der Fachliteratur ergänzten die Jugendlichen ihre Erkenntnisse zu ausgewählten Exponaten des Hauses. Zu den Highlights gehörte dabei ein Interview mit dem Schauspieler David Bennent, der eigens hierfür aus Berlin anreiste. Die Jugendlichen befragten ihn zu seinen Erfahrungen am Set von Volker Schlöndorffs DIE BLECHTROMMEL (BRD/FR 1979). Drei der Jugendlichen waren von der Kameraführung in Wolfgang Petersens DAS BOOT (BRD 1981) so beeindruckt, dass sie, begleitet von Sammlungsleiter Hans-Peter Reichmann, nach München fuhren, um mit Jost Vacano, dem Kameramann des Films zu sprechen.

Zu einem Gespräch über das Alien-Kostüm aus Ridley Scotts ALIEN (USA 1979) wurde die Restauratorin Kathrin Sündermann eingeladen, ein Lichttechniker des Hessischen Rundfunks zeigte den Jugendlichen, wie man die Darth-Vader-Maske am Besten in Szene setzt und Maskenbildnerin Heidi Lauser erläuterte, wie mit kleinen Tricks große Wirkung bei der Mimik von Schauspieler/innen erzielt werden kann.

Mit der Produktion ihrer Beiträge (Video, Audio, Foto oder Text) für den Multimediaguide schloss diese Gruppe Mitte Juli ihre Arbeit ab. Eine dritte Gruppe mit Teilnehmer/innen im Alter von zwölf bis 14 Jahren nahm im September 2016 ihre Arbeit auf. Sie widmet sich intensiv dem ersten Teil der Dauerausstellung zum Thema „Filmisches Sehen“. Auch diese Gruppe befasst sich in vertiefenden Workshops mit den Themen der Dauerausstellung und recherchiert selbstständig Hintergrundinformationen zu ihren Lieblingsexponaten.

Bewegung und Wahrnehmung“ war das Thema eines der Workshops mit dem Filmpädagogen und Oscar®-prämierten Trickfilmer Thomas Stellmach. Eine Laterna magica-Aufführung des illuminago-Ensembles im Kino des Deutschen Filmmuseums veranschaulichte die historische Vorführpraxis dieses Projektionsapparates. Ein Besuch im Archiv des Deutschen Filminstituts in Rödelheim versorgte die Gruppe mit weiteren Erkenntnissen zu Exponaten aus der Vor- und Frühgeschichte des Films. Zudem probten die Jugendlichen an zwei Tagen die Vertonung von drei frühen Stummfilmen: L’HOMME À LA TÊTE EN CAOUTCHOUC (FR 1901, R: Georges Méliès), DANSE DU FEU (FR 1899, R: George Méliès) und ALTER MARKTPLATZ (FR/DE 1896, R: Compagnie Lumière). Diese wurden dann live vor großem Publikum im Kino des Deutschen Filmmuseums vorgestellt.

Im April 2017 erstellten auch die Jugendlichen dieser Gruppe eigene Audiobeiträge im Tonstudio der Oper Frankfurt. Hiermit endete die Projektarbeit mit den letzten Teilnehmer/innen. Der fertige Multimediaguide wird vom 2. September 2017 an interessierten Besucher/innen das Deutsche Filmmuseum und seine Dauerausstellung anhand von Audiobeiträgen, mit Bewegtbild, Texten und Fotos sowie interaktiven Funktionen spielerisch vorstellen und so den Besuch des Hauses noch attraktiver machen. Viele der Teilnehmer/innen der beiden außerschulischen Gruppen gehören zum ALUMNI-Netzwerk der Diesterweg-Stipendiaten der Stiftung Polytechnische Gesellschaft sowie aus mit dem Deutschen Filmmuseum kooperierenden Schulen.

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