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Vermittlung und Filmbildung

Vermittlung und Filmbildung: Kinder in Greenscreen-Passage

Auf die ein oder andere Weise verfolgen alle Aktivitäten des Hauses letztlich ein gemeinsames, zentrales Ziel: die Vermittlung von Filmkultur, die Schulung der Wahrnehmung, die Stärkung der Medienkompetenz. Ob in den Ausstellungen, im Kino, im museumspädagogischen Werkstattbereich oder in Projekten, überall kommt das Deutsche Filminstitut/Filmmuseum seiner ureigenen Aufgabe nach, Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit Film als Kunstform und Kulturgut vertraut zu machen und sie für die Wirkungsweise des bewegten Bildes zu sensibilisieren.

Im Gegensatz zum passiven und isolierten Medienkonsum auf PCs, Fernsehern und Mobiltelefonen stellt das Museum einen sozialen Ort dar, an dem die Besucher selbst aktiv werden können und miteinander ins Gespräch kommen.

Kinder vor Schul-Kino-Wochen

Fähigkeiten und Kompetenzen zu stärken, ist ein zentraler Ansatzpunkt der filmästhetischen Erziehung. Von museumspädagogischen Programmen, dem Modellprojekt Jugend-Film-Jury über das Internationale Kinderfilmfestival LUCAS bis zu den landesweiten SchulKinoWochen Hessen reicht das Spektrum unseres Instituts, das die Programmbereiche untereinander vernetzt.

Informationen zu unseren museumspädagogischen Angeboten finden Sie hier.

Kontaktieren Sie uns, wir beraten Sie gerne persönlich:
Tel.: +49 (0)69 961 220 – 223
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Begreifen und Verstehen

Das Filmmuseum versteht sich nicht bloß als »show room«, sondern auch als Interaktions- und Erfahrungsraum. Zentral für die Konzeption der Dauerausstellung sind deshalb die vielen Funktionsmodelle und interaktiven Stationen, die komplexe Zusammenhänge im Wortsinn »begreifbar« machen.


Kinder bei der Filmmontage

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Kinder während einer Führung

Personen in Bluebox
Wer den stroboskopischen Effekt verstehen will, kann eine Faraday’sche Scheibe in Gang setzen. Wie Filmmontage funktioniert, vermittelt sich am besten, wenn man an einem interaktiven Monitor aus filmischem Rohmaterial seine eigene Filmsequenz kreiert. Wer möchte, kann außerdem an Führungen durch die Dauer- und Sonderausstellungen teilnehmen.

Neben Grundlagenführungen sind auch Schwerpunktführungen zu Themen wie Bildgestaltung, menschliche Wahrnehmung und Entwicklung der Filmsprache möglich, die individuell vereinbart und gestaltet werden können.

Das Museum als Lernort: Diesem Selbstverständnis folgt auch das Zentrum für Filmvermittlung im vierten Stock des Museumsgebäudes. Es besteht aus einem Filmstudio, zwei Workshopräumen und einem Seminarraum. Vor allem junge Besucher haben hier Gelegenheit, ihre Medienkompetenz durch praktisches Experimentieren spielerisch zu erweitern.

Mithilfe einer Blue Box können sie sich in fiktionale Welten versetzen und mit Charlie Chaplin in den Sonnenuntergang marschieren, mit Forrest Gump aus der Pralinenschachtel naschen oder einen waghalsigen Flug über Frankfurt antreten. Auch eigene fantasievolle Filmideen lassen sich im modern ausgestatteten Filmstudio, an Tricktischen und digitalen Schnittplätzen realisieren.

Schulklassen, aber auch andere interessierte Gruppen können hier verschiedene fachlich begleitete Workshops und Seminare belegen. Die Workshops greifen die Ausstellungsinhalte auf und bieten Gelegenheit zur gezielten Vertiefung bestimmter Themen wie »Filmmontage« oder »Geräusche und Musik«. So entsteht eine inhaltliche Klammer um Ausstellung und Werkstattbereich, die einen kombinierten Besuch sinnvoll macht. Am Wochenende steht das Zentrum für Filmvermittlung allen Besuchern ohne Anmeldung offen und bietet von der eigenen Herstellung optischen Spielzeugs bis hin zur Realisierung von Trickaufnahmen ausstellungsergänzende Aktionen an.

Schule im Museum – Museum an den Schulen

Ein Ausflug ins Deutsche Filmmuseum ist für Schüler immer ein Highlight – ein besonders beliebtes dazu. Neben Führungen und Workshops können Schulklassen im Filmmuseum eine Vielzahl weiterer Angebote in Anspruch nehmen.

Kinder diskutieren im Kinosaal

Bei der Filmanalyse im Kino diskutieren Schüler mit filmpädagogischer Begleitung Kurzfilme, die sie zuvor gemeinsam angesehen haben. Sie lernen, wie Filme gemacht werden, mit welchen Mitteln das Medium erzählt und wie groß die suggestive Macht der Bilder ist. Die Filmreihen BRITFILMS und Cinéfête verbinden die Faszination, die Film auf Schüler ausübt, mit der Förderungvon Sprachkompetenz. Im Kino des Filmmuseums und weiteren Frankfurter Kinos sehen jedes Jahr tausende Schüler altersgerechte englisch- und französischsprachige Filme im Original mit deutschen Untertiteln. Die Kombination von Fremdsprache und Film eröffnet neue Zugänge zur Sprache und erhöht die Motivation für den Unterricht erheblich.

Filmgeschichte ganz lebendig

Wer an Film denkt, hat oft Bilder aktueller Produktionen vor Augen, vielleicht auch Filme aus seiner Jugend – aus den 1990er, 70er, 50er Jahren etwa. Filmgeschichte aber beginnt nicht erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Es ist eine Kernaufgabe des Filmmuseums, ein Bewusstsein für die Vor- und Frühgeschichte des Films zu schaffen und frühe filmische Traditionen lebendig zu halten. In unregelmäßigen Abständen veranstaltet das Museum in seinem Kino Laterna-Magica-Shows, bei denen Schaustellertruppen die historischen Bilder und Gerätschaften auf faszinierende Weise zum Leben erwecken. Mit Musikbegleitung und Erzählern präsentieren sie kurze und lange, sentimentale und hoch komische Geschichten in einer ganz einzigartigen, verzauberten Atmosphäre.
Filmvorführung Laterna-MagicaDass auch Stummfilme niemals wirklich »stumm« waren, konnten Kinder 2012 während des Projekts SpielFilmPioniere erfahren. Schüler ganz unterschiedlicher Altersklassen aus drei Frankfurter Schulen gestalteten eine historische Stummfilmvorstellung, indem sie zu frühen Stumm filmen eine Begleitung aus Musik, Geräuschen und Erzähler stimmen erarbeiteten und im Kino des Filmmuseums präsentierten.

Filmbildung für alle

Eine Reihe besonderer Projekte trägt dazu bei, die Filmbildung aus dem Museumsgebäude hinaus auch an Schulen und andere Bildungseinrichtungen zu bringen. So werden im Sinne einer »Filmbildung für alle« auch Gruppen erreicht, die nicht den Weg ins Museum finden.

Wichtiger Multiplikator sind hier die jährlich stattfindenden SchulKinoWochen Hessen, die das Deutsche Filminstitut zusammen mit der bundesweit agierenden Initiative VISION KINO organisiert.

Kinder schauen gebannt auf Leinwand

Darüber hinaus ist das Filmmuseum als Partner einer Frankfurter Gesamtschule am Projekt Kultur.Forscher! beteiligt, einem gemeinsamen Programm der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung und der PwC-Stiftung. Es fordert Schüler auf, sich mit kulturellen Aspekten ihrer Lebenswelt auseinanderzusetzen und zeigt, dass forschendes Lernen auch im kulturellen Bereich möglich ist.

Über die klassische museumspädagogische Arbeit hinaus bietet das Deutsche Filminstitut Lehrerfortbildungen an und unterstützt auf Anfrage Lehrer bei der Konzeption und Umsetzung filmpädagogischer Projekte. Dies können sowohl einzelne Workshops sein als auch Projekttage, die gemeinsam mit den Lehrern individuell entwickelt und durchgeführt werden.

Wissenschaft fördern

Mitarbeiterin in Filmarchiv
Mitarbeiter in Gerätearchiv
Das Deutsche Filminstitut unterhält vielfältige Kooperationen mit Hochschulen in Hessen, Deutschland und Europa. Erstsemestergruppen und auch höhere Semester verschiedener Universitäten mit Film und Medienschwerpunkten besuchen regelmäßig die Ausstellungen und diskutieren deren Inhalte mit den Kuratoren. Rund 60 Studierende absolvieren jährlich ein Praktikum im Deutschen Filminstitut im Bereich der Ausstellungen, der Festivals, der Archive, der Presse oder des Kinos.
Für filmwissenschaftliche Tagungen stellt das Filmmuseum nicht nur Räumlichkeiten, sondern auch fachliche Expertise und Filmmaterial zur Verfügung. Zudem ist das Deutsche Filminstitut institutioneller Partner im neuen Studiengang »Filmkultur: Archivierung, Programmierung, Präsentation« der Goethe-Universität Frankfurt.

 

 

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