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Romy Schneider
Anlässlich des sich am 29. Mai zum dreißigsten Male jährenden Todestages von Romy Schneider (1938-1982) möchten wir einer Schauspielerin gedenken, die durch die Rolle der Elisabeth von Bayern in den drei Sissi-Filmen (1955-57) dem deutschsprachigen Kinopublikum ein Traumgesicht zuwandte, das ihr selbst Fluch und Segen gleichermaßen wurde. Kinopublikum, Boulevard und Produzenten waren sich einig, dass die am 23. September in Wien geborene Rosemarie Magdalena Albach nur noch als die Sissi zu reüssieren hätte. Das Bedürfnis der Deutschen nach historisch-heimatlich gewandetem Filmkitsch war groß. Romy Schneider, der dieses Bedürfnis durch die Medien katalysiert als dauernder Erwartungsdruck gegenüber ihrer Rollenwahl widerfuhr – das Ablehnen von entsprechenden Angeboten wurde ihr durch die Presse als divenhafter Größenwahn ausgelegt – flüchtete 1958 nach Paris.
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In Frankreich sammelt sie erste Erfahrungen als Bühnendarstellerin, die Zusammenarbeit mit Luchino Visconti stärkt ihr das Bewusstsein ihrer selbst, motiviert sie zur Wahrnehmung der Vielfalt dramaturgischer Ausgestaltungen in der Profession und hilft derart die frühen Rollenfixierungen aufzubrechen. Außer deutschen Landen werden ihre Bühnenauftritte in Frankreich und ihre schauspielerischen Leistungen in den zumeist französisch-italienischen, teils auch deutschen Koproduktionen nicht nur anerkannt, sondern gefeiert. Tragende Rollen wie in Orson Welles Verfilmung von Kafkas Roman Der Prozess (1962) oder Viscontis unverkitschter Filmbiographie des bayrischen Königs Ludwig II (1972) markieren Etappen künstlerischen Aus- und Aufbruchs in den 60ern bis Anfang der 70er Jahre. Romy Schneider nutzt das darstellerische Deja-Vu als Elisabeth von Österreich in Viscontis Film zur Demarkationslinie zwischen dem naiv verkitschten Traumgesicht der frühen Jahre und der nun selbstbewusst ausgeübten Profession. Die ehedem noch rehäugig traumtänzerisch interpretierte Sissi wandelt sich unter Viscontis Regie zur „schwarzen Lilie“ Elisabeth, kühl distanzierend, unnahbar. Ein künstlerisch produktiv gewordener filmbiographischer Widerspruch.
Aus dem produktiv gemachten Widerspruch gehen Besetzungen hervor, die zwischen erotisch-flamboyanten und melodramatisch-tragischen, durch die Auseinandersetzung mit den Zwängen der bürgerlichen Normen und Konformitätserwartungen gegenüber den subjektiven Ansprüchen auf Emanzipation und Selbstverwirklichung bestimmten, Frauenrollen changieren. Nach den Filmen Das wilde Schaf und Sommerliebelei (beide 1974) möchte sie nur noch Liebesfilme drehen, französische. Die vielfach tragischen Momente ihres Privatlebens lassen dabei jedoch keine Sehnsucht nach banal Versöhnlichem in der Kunst aufkommen, im Gegenteil: Unter der Regie von Claude Chabrol spielt sie in dem Melodram noir Die Unschuldigen mit den schmutzigen Händen (1975) eine Kritik und Publikum begeisternde Femme fatale, das ihr endgültig die lange gesuchte Anerkennung als Charakterdarstellerin einbringt. Bis zu ihrem frühen Tode am 29. Mai 1982 in Paris spielt Romy Schneider noch in dreizehn weiteren Filmen. Nahezu ein Jahr vor ihrem Tod resümiert sie in einem Stern-Interview ihre künstlerische Arbeit mit den Worten: “Überhaupt mochte ich alle Rollen, die ganz scheußlich waren. Trio infernal zum Beispiel, das war gut, weil ich nichts mit diesen Rollen zu tun habe, weil ich es nicht bin, weil ich nicht lieb sein musste.”
Margarethe von Trotta
Dass Frauen sich in allen gesellschaftlichen Bereichen, lange nicht mehr nur im Rahmen der Reproduktionsarbeit, sondern auch durch sämtliche Konstellationen vertikaler Unternehmensstrukturen durchsetzen, scheint uns heute, nahezu selbstverständlich. Im Deutschland der Nachkriegszeit war man von einem solchen Common Sense weit entfernt. Noch blieb es einigen wenigen Ausnahmen, vor allem im Bereich der Kultur- und Wissensarbeit, vorbehalten, sich im Widerstreit mit den patriarchalen Strukturen und Vorurteilen einen durch Selbständigkeit, angemessene Entlohnung und soziales Prestige definierten Arbeitsplatz zu erstreiten.
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Für den Filmbereich möchten wir Ihnen im Rahmen unserer Jubiläen für das erste Jahresquartal 2012 mit Margarethe von Trotta eine Filmschaffende vorstellen, die auf vielen verschiedenen Ebenen der Filmarbeit – als Darstellerin, Drehbuchautorin und nicht zuletzt als Regisseurin – ein illustratives Beispiel dafür gibt, wie der uns heute gewöhnliche Blick auf Geschlechtergleich- und -ungleichheiten auch das Resultat individueller Gestaltungskraft und Wirkungsmächtigkeit darstellt.
Margarethe von Trotta, 1942 in Berlin geboren, besuchte in den 60er Jahren parallel zu ihrem Studium der Germanistik und Romanistik die Schauspielschule und spielte nach den ersten Bühnenengagements ab 1967 auch Rollen in Film- und Fernsehproduktionen. Zwei Jahre darauf lernt sie den Regisseur Volker Schlöndorff kennen und lieben. Es folgt eine Phase der intensiven Zusammenarbeit, die bis 1976 andauert. In diese Zeit hinein fallen Filmproduktionen wie Der plötzliche Reichtum der armen Leute von Kombach (BRD 1970/71) und Der Fangschuss (BRD/Frankreich 1976). Neben der Zusammenarbeit mit Schlöndorff arbeitet sie auch als Darstellerin mit Rainer Werner Fassbinder und Herbert Achternbusch. Ihre Arbeit als Filmdarstellerin zeichnet sich durch die Vermittlung von kühl-distanzierten Charakterdarstellungen mit gleichermaßen emotional engagierten Rollenauffassungen aus. Immer bilden ihre Rollen dabei auch reflexive Kristallisationspunkte zur sozialen Stellung der Frau in der bundesdeutschen Nachkriegsgesellschaft. Ihre Rollen sind weniger eine Frage des Engagements für den, als Figurationen gesellschaftlicher Notwendigkeit des Feminismus. Vor diesem Hintergrund wundert es nicht, dass ihre erste eigene Regiearbeit, Das zweite Erwachen der Christa Klages (BRD 1977/78), von einer jungen Frau handelt, die mit zwei Komplizen eine Bank überfällt, um mit der Beute einen von der Schließung bedrohten Kinderladen über Wasser zu halten. Von Trottas zweite Regiearbeit, das Drama Schwestern oder Die Balance des Glücks (BRD 1979), zu der sie wie schon bei ihrem ersten Werk auch das Drehbuch schreibt, konstruiert das Psychodrama zweier Schwestern, in dessen Verlauf die den bürgerlichen Normierungen gegenüber angepasste Maria ihre noch durch das Leben mäandernde Schwester Anna durch zunehmende Fürsorglichkeit und die Wirkkraft materieller Abhängigkeiten ihre vermeintlichen Defizite derart zu Bewusstsein bringt, dass sie sich das Leben nimmt.
Die Filme von Margarethe von Trotta wurden von Publikum und Fachpresse wechselhaft aufgenommen. Mal wird sie für ihre Arbeiten ausgezeichnet, dann aber auch vehement angefeindet. Einen ihrer größten Publikumserfolge erreicht sie in der Co-Regie mit Volker Schlöndorff, seit 1971 und bis 1991 ist sie auch mit ihm verheiratet, durch den Film Die verlorene Ehre der Katharina Blum (BRD 1975). Dass eine zufällige Bekanntschaft die gesellschaftlichen Mahlsteine und ihre Agenten derart in Gang bringen kann, dass sie die Existenz eines Einzelnen bar jeder tatsächlichen Schuldigkeit zunichte machen können, bringt der Film in einer Eindringlichkeit auf die Leinwand, dass es die Menschen in der durch terroristische Anschläge und die rechtsstaatlichen Reaktionen auf diese verunsicherten Gesellschaft schockiert.
Margarethe von Trotta feiert am 21. Februar 2012 ihren 70. Geburtstag. Sie ist auch heute noch als Filmemacherin tätig und lehrt darüber hinaus seit 2004 als Professorin für Film an der European Graduate School im schweizerischen Saas-Fee. Dieser Tage arbeitet Sie an einem Biopic über Hannah Arendt, das wir für den Oktober 2012 in den Kinos erwarten dürfen.
Walter Giller ist im Alter von 84 Jahren gestorben
Er war der Publikumsliebling der 1950er Jahre und mit seinem lausbubenhaften Charme spielte er sich in die Herzen des Publikums. Er war immer der nette junge Mann von nebenan – manchmal schüchtern zurückhaltend, manchmal humorvoll frech. Seine Größe als Charakterdarsteller konnte er in Filmen wie „Der Hauptmann von Köpenick“ oder „Rosen für den Staatsanwalt“ unter Beweis stellen. Letzterer brachte ihm den Deutschen Filmpreis 1960.
Wir haben Ihnen eine Auswahl seiner Filme aus unserem Verleihprogramm zusammengestellt, falls Sie aus diesem Anlass eine kleine Filmreihe oder eine Sondervorführung veranstalten möchten.
METROPOLIS
Dem Filmverleih des Deutschen Filminstituts steht ab sofort eine Filmkopie der im vergangenen Jahr durch die Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung rekonstruierten Fassung von Fritz Langs Metropolis für die nichtkommerzielle Ausleihe zur Verfügung.
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Nachdem die am 10. Januar 1927 vorgeführte zweieinhalbstündige Premierenfassung noch im selben Jahr auf zwei Stunden verkürzt wurde, galt die ursprüngliche Fassung bald schon als verschollen. Auch in der restaurierten Fassung von 2001, mit der Metropolis als erster Film weltweit zum Kulturdokument-Erbe der UNESCO erhoben wurde, fehlten immer noch rund 30 Minuten gegenüber der Premierenfassung. Nach jahrzehntelangen weltweiten Recherchen gingen Filmrestauratoren davon aus, dass keine vollständige Fassung von Metropolis jemals wieder auftauchen würde.
Die Nachricht, im Museo del Cine Pablo Ducros Hicken in Buenos Aires sei 2008 ein 16mm- Negativ mit der fast kompletten Urfassung entdeckt worden, klang wie ein Wunder.
Mit dem argentinischen Fund konnte 2009 die Rekonstruktion der Premierenfassung von der Friedrich Wilhelm Murnau-Stiftung beauftragt werden. Die notwendige Rekonstruktion der Schnittfolge der Originalfassung orientierte sich an der Originalpartitur von Gottfried Huppertz. Die so rekonstruierte Fassung, sie feierte zeitgleich 2010 in Berlin und Frankfurt zur Berlinale Premiere, ist nur unwesentlich kürzer als die ursprüngliche, von Fritz Lang gewollte Version.
Weitere Infos auf filmportal.de und metropolis2710
April 2012
12.04.2012 (Geburtsdatum variiert in diversen Quellen)
125. Geburtstag von
PAUL RICHTER

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29.04.2012
125. Geburtstag von
ERICH WASCHNECK
Mai 2012
12.05.2012
120. Geburtstag von
FRITZ KORTNER

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26.05.2012
105. Geburtstag von
JOHN WAYNE

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29.05.2012
30. Todestag von
ROMY SCHNEIDER

Juni 2012
04.06.2012
130. Geburtstag von
KARL VALENTIN

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09.06.2012
85. Geburtstag von
WALTRAUD HAAS

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Aktuelles April bis Juni 2012 (PDF)
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