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Metropolis

Deutschland 1927

Der Mythos lebt! Nach jahrzehntelangen weltweiten Recherchen in Archiven gingen Filmrestauratoren davon aus, dass keine vollständige Fassung von Metropolis jemals wieder auftauchen würde. Die Nachricht, im Museo del Cine Pablo Ducros Hicken in Buenos Aires sei 2008 ein 16mm- Negativ mit der fast kompletten Urfassung entdeckt worden, klang wie ein Wunder.

Ein Teil des Mythos von Fritz Langs bekanntestem Werk Metropolis ist darauf zurück zu führen, dass schon kurz nach der Premiere am 10. Januar 1927 die Originalfassung verschwunden war. Selbst in der restaurierten Fassung von 2001, mit der Metropolis als erster Film weltweit zum Kulturdokument-Erbe der UNESCO erhoben wurde, fehlten rund 30 Minuten gegenüber der 4.189 Meter langen Premierenfassung.

Mit dem argentinischen Fund konnte 2009 die Rekonstruktion der Premierenfassung von der Friedrich Wilhelm Murnau-Stiftung beauftragt werden. Dazu wurde eine spezielle Software entwickelt, die das extrem beschädigte 16mm-Material in der Bildqualität verbessert hat. Die notwendige Rekonstruktion der Schnittfolge der Originalfassung orientierte sich an der Originalpartitur von Gottfried Huppertz. Die so rekonstruierte Fassung, sie feierte zeitgleich 2010 in Berlin und Frankfurt zur Berlinale Premiere, ist nur unwesentlich kürzer als die ursprüngliche, von Fritz Lang gewollte Version.

Das Drehbuch von Thea von Harbou und die Umsetzung von Fritz Lang haben 1927 nicht nur einen Monumentalfilm geschaffen, wie man ihn zuvor in Deutschland nicht gesehen hatte. Über den Aufwand hinaus – 310 Drehtage, 36.000 Komparsen, 200.000 Kostüme und das für damalige Verhältnisse gigantische Budget von fünf Millionen Reichsmark – wurde ein universelles, zeitloses Thema in Bilder umgesetzt, die bis heute nichts von ihrer Faszination verloren haben.

Eine Kinokopie der 2010 restaurierten Fassung ist über den nichtkommerziellen Filmverleih des Deutschen Filminstituts verfügbar.

 

Metropolis

Metropolis

Verleihkopie:
restauriert / 35mm / s/w / dt. Zwischentitel
Originalmusik: Gottfried Huppertz / Einrichtung: Frank Strobel
Länge: 4078 m – 149 min./24 B/s
Preis: € 260

 

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