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Die Puppe

Deutschland 1919

Der Jüngling Lancelot ist ein überaus schüchterner Bursche und hat nicht die geringste Lust, zu heiraten. Umso größer ist sein Schreck, als sein Onkel, der Baron de Chanterelle, ihm sage und schreibe 40 Jungfrauen präsentiert, von denen Lancelot sich eine aussuchen soll. 40 Jungfrauen! Das ist eindeutig zu viel an williger Weiblichkeit für den armen Lancelot, und so ergreift er die Flucht an einen garantiert frauenlosen Ort: ins Kloster.
Als die Mönche von der Mitgift erfahren, die Lancelot bei vollzogener Hochzeit von seinem Onkel kassieren würde, überreden sie ihn, zum Schein zu heiraten – eine weibliche, aufziehbare Puppe. Lancelot willigt ein, die Mönche freuen sich auf die Mitgift, und alles scheint in schönster Ordnung zu sein – bis die Puppe kurz vor der Trauung zerbricht. Nun muss ganz schnell Ersatz her! Ossi, die muntere Tochter des Puppenmachers Hilarius, erklärt sich bereit, die undankbare Puppenrolle zu spielen, bis ihr Vater Ersatz geliefert hat. Lancelot ahnt nichts von der Maskerade, bis die „Puppe“ ihn schließlich aufklärt, und der überraschte Kerl sich doch noch in ein „richtiges“ Mädchen verliebt – in seine „Puppe“.

Kritiken (Auswahl)

Eine lustige Geschichte aus einer Spielzeugschachtel in vier Akten nach A.E. Willner, von Hanns Kräly und Ernst Lubitsch. (…)
Mit ihrem neuesten Film hat die Ufa wieder einen Griff ins volle getan und es steht zu erwarten, daß er, wie Madame Dubarry, für eine ganze Reihe von Wochen seine Anziehungskraft nicht einbüßen wird. Die hübsche Einleitung, in deren Verlauf der Regisseur aus einer Spielzeugschachtel eine Landschaft und Figuren entnimmt, die, nachdem er alles hübsch aufgebaut hat, Lebensgröße bekommen und sich zu bewegen anfangen, deutet geschickt auf das phantastische der ganzen Handlung hin, in deren Verlauf der Charakter des Spielzeugmäßigen fast durchweg gewahrt bleibt. Eine Fülle von lustigen Einfällen und originellen Tricks sorgt im Verein mit wirklich humoristischen Zwischentiteln dafür, daß das Publikum aus dem Lachen nicht herauskommt. (…)
Reizend ist das Ballett der Puppen, das drollig phantastische Gespann der Hochzeitskutsche und die wunderhübschen architektonischen Bilder mit märchenhaften Lichteffekten, sowie die Einrichtung des Puppenfabrikanten. Die Szenen im Kloster mit den feisten Mönchen, die sich an fetten Schweinshaxen delektieren, sind von köstlichem Humor, ebenso die Szene am Sterbebett des Barons von Chanterelle, der gar nicht stirbt, aber bereits von den erwartungsvollen Verwandten umlagert wird, die sich schon im voraus um die Erbschaft zanken. (…)
Der wirklich reizende Film, mit dem die deutsche Filmindustrie wieder einmal Ehre einlegen kann, würde sich auch recht gut für Kindervorstellungen eignen. (…)
o.A. in: Der Kinematograph, Düsseldorf, 13. Jg., Nr. 675 v. 10.12.1919(…)

All diese Mitarbeiter hier aufzuführen, hat bei diesem Film-Kunstwerk volle Berechtigung, denn der Film zeigt, daß jeder von ihnen etwas ganz Besonderes geleistet hat. Jeder hat sich bemüht, alle Möglichkeiten des Films künstlerisch zu erschöpfen, und dieses Bemühen hat zu einem Resultat geführt, das selbst alte Fachleute und Kritiker in Staunen und freudige Überraschung versetzt.
Die sehr geschickt zusammengesetzte Handlung hat Motive aus der bekannten Operette „Die Puppe“, von E.T.A. Hoffmann und Münchhausen, zur Grundlage, was eine vorzügliche Mischung ergibt; es wirken aber auch viele Originalwitze der Verfasser. (…)
o.A. in: Der Film, Berlin, 4. Jg., Nr. 49 v. 7.12.1919, S. 47

Credits

Regie Ernst Lubitsch
Drehbuch Hanns Kräly
Ernst Lubitsch
nach Motiven einer Erzählung von E. T. A. Hoffmann
und nach der Komposition „Eine lustige Geschichte aus einer Spielzeugschachtel“ von A. E. Willner
Kamera Theodor Sparkuhl
Produktionsfirma Projektions-AG „Union“ (PAGU), Berlin
Produzent Paul Davidson
Bauten Kurt Richter
Ateliers Ufa-Union Atelier Berlin-Tempelhof
Uraufführung 05.12.1919, Berlin (Ufa-Palast am Zoo)
Rollen Darsteller
Ossi Hilarius Ossi Oswalda
Lancelot Hermann Thimig
Puppenmacher Hilarius Victor Janson
Prior Jakob Tiedtke
Verleihkopie: 35 mm, s/w, stumm
Länge: 1305 m – 64 Min. / 18 B/s
Preis: € 130,–

DIE PUPPE

DIE PUPPE

Verleihkopie:
35 mm, s/w, stumm
Länge: 1305 m – 64 Min. / 18 B/s
Preis: € 130,–

 

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