Über das Kino

Das Kino des Deutschen Filmmuseums wurde 1971 als erstes Filmtheater in direkter städtischer Trägerschaft gegründet. Der allzu oft banalen Kinokultur sollte ein anspruchsvolles Programm entgegengesetzt werden, das Filmgeschichte vermittelt und die Vielfalt filmischer Ausdrucksformen spiegelt – dieses Ziel des „anderen“ Kinoprogramms gilt auch heute noch.

Zu unseren Schwerpunkten zählen Regisseur-, Schauspieler- und Länderporträts, die einen Blick auf das Spektrum der Filmproduktionen rund um den Globus werfen. In thematischen Retrospektiven setzen wir die Dinge in Beziehung zueinander, und dies insbesondere in unseren Filmreihen, die ästhetische und gesellschaftliche Zusammenhänge in einen Kontext stellen. Ein weiteres Anliegen ist es, Dokumentar-, Kurz- und Experimentalfilme sowie Stummfilme aus unserem Archiv mit Musikbegleitung zu präsentieren – Werke also, die nur selten auf der großen Leinwand zu sehen sind. In der Reihe „Lectures“ äußern sich Filmwissenschaftler über ihre Fachgebiete und führen wissenschaftlich fundiert in ausgesuchte Werke ein. Außerdem wird für unser Publikum in Diskussionen mit Regisseuren, Schauspielern und anderen Filmschaffenden deren Intention und Herangehensweise an das Medium transparent; gleichzeitig ist ein Austausch über das gemeinsame Filmerlebnis möglich.

Weitere Höhepunkte des Kinojahres sind die vom Deutschen Filminstitut veranstalteten renommierten Festivals, die nicht nur besondere Filmkunst präsentieren, sondern sich gleichsam zu Treffpunkten der internationalen Filmszene entwickelt haben: Im September wird unser Kino zum Festivalzentrum für das internationale Kinderfilmfestival LUCAS und im April präsentieren wir alle Wettbewerbsbeiträge des in Wiesbaden stattfindenden Festivals des mittel- und osteuropäischen Films goEast.

KINOSAAL DES DEUTSCHEN FILMMUSEUMS

KINOSAAL DES DEUTSCHEN FILMMUSEUMS

Zu den Kooperationspartnern des Filmmuseums zählen unter anderem die Frankfurter Museen und Kultureinrichtungen, Institute der Universitäten, ausländische Botschaften und Kulturinstitute, freie Kulturgruppen und Vereine, der Hessische Rundfunk, die Europäische Zentralbank sowie nationale und internationale Filmarchive und Institute.

 

Kinotechnik

Das neue Kino des Deutschen Filmmuseums kann natürlich nach wie vor alles abspielen, was unser altes Lichtspielhaus auch konnte – nur noch einiges mehr.

Neu hinzugekommen sind Dolby-Digital- und dts-Ton, wobei Ersterer bei Filmen mit Digitalton eine weiter verbesserte Tonqualität garantiert und Letzterer unter anderem dafür steht, dass in Zukunft alle neueren 70-mm-Kopien problemlos präsentiert werden können. Die analoge 35-mm-Projektion wird durch neue Objektive (Schneider) schärfer als je zuvor, weiterhin sind durch die fest installierte Technik sämtliche noch gängigen Video- und Disc-Formate abspielbar.

Auch ist unser Kino nach dem DCI-Standard voll digitalisiert, was bedeutet, dass neue Filme (auch alte, wenn sie als DCP vorliegen) in einer 2K-Projektion gezeigt werden können. Digitale 3D-Vorführungen sind nun ebenso möglich: Dreidimensionale Filme werden mit Hilfe des Volfoni-3D-Eyewear-Systems vorgeführt; den Part der Trennung der Bilder für das linke und das rechte Auge übernimmt dabei eine „aktive“ Brille. Wegen der verstärkten Lichtleistung des Projektors ist das 3D-Bild heller und farbintensiver als in den meisten kommerziellen Kinos.

Der Kinosaal konnte nicht vergrößert werden, da es sich sowohl bei den Seitenwänden als auch den Unterzügen in der Decke um tragende Elemente handelt. Trotzdem ist es gelungen, die Leinwand leicht zu vergrößern.

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Unser herzlicher Dank geht an alle Unterstützer, die eine Patenschaft für einen Kinosessel erworben haben. Dem Kinofachplaner Gunter Oehme und seinem Engagement gilt unser besonderer Dank, ebenso Michael Besser für den professionellen Aus- und Wiedereinbau aller Geräte und der Bühnenkonstruktion. Wir bedanken uns bei den Firmen Film Ton Technik und Ezcaray Internacional, welche die neue Vorführtechnik bzw. die Kinosessel lieferten.Die Digitalisierung des Kinos wurde gefördert vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages, von der Filmförderungsanstalt (FFA) und vom Land Hessen. Ohne diese Förderungen wäre die Digitalisierung nicht möglich gewesen.

Für Stummfilme mit Musikbegleitung war ein neuer Flügel vonnöten. Diesen hat uns das Pianohaus Atzert günstig überlassen. Er wurde von den freunden des deutschen filminstituts/ deutschen filmmuseums e.V. finanziert.


Das Programm


Die grundlegende, auf das Kommunale Kino zurückgehende Idee, Filme im Kontext, in Reihen oder »andere Filme anders« zu zeigen, gilt bis heute. So setzt das Programm des Kinos des Deutschen Filmmuseums besondere Schwerpunkte: Die Reihe Klassiker und Raritäten zeigt sowohl Klassiker aus dem Kanon der internationalen Filmgeschichte als auch Dokumentar-, Kurz- und Experimentalfilme, die nur selten auf großer Leinwand zu sehen sind.

Ein besonderes Erlebnis sind die Stummfilm-Matineen, bei denen Stummfilme live am Flügel begleitet werden. Das Late Night Kultkino bietet als klassisches »Mitternachtskino « Extremes und Ungewöhnliches, Abseitiges und Subversives – Grenzüberschreitungen vom Trash bis hin zur künstlerischen Avantgarde. Es lockt am Wochenende Filmfans ins Kino, die längst zum Kult Erhobenes und neue Entdeckungen gemeinsam mit anderen Cineasten sehen wollen – als echtes Kinoerlebnis.

Jeden Monat bilden zwei Sonderreihen die Schwerpunkte des regulären Programms. Die aufwändig kuratierten Reihen stehen oft in enger Beziehung zur jeweiligen Sonderausstellung. Mal sind sie als klassische Werkschau angelegt, mal bieten sie einen Überblick über die Filmproduktion einzelner Länder, mal entwerfen sie ein assoziatives Panorama zu bestimmten Genres oder Themen.

In der Vergangenheit gab es Reihen zu den Regisseuren Akira Kurosawa, Charlie Chaplin und Lars von Trier, den Schauspielern Tilda Swinton, Josef Hader und Gael García Bernal, zu Filmen aus Indien, Griechenland und Neuseeland, zu Themen wie Film noir, 3D-Film oder der Finanzkrise.

Schulkinowoche-077Der aktuellen deutschen Filmproduktion widmet sich die Reihe Was tut sich – im deutschen Film?, die das Kino des Museums gemeinsam mit der Fachzeitschrift epd Film veranstaltet. Dabei werden nicht nur repräsentative Beispiele des aktuellen deutschen Filmschaffens gezeigt – auch ihre Macher kommen zu Wort: Nach jeder Vorführung stellen sich Regisseure, Schauspieler und jeweils ein Filmkritiker in einem Werkstattgespräch der Diskussion mit dem Publikum. Den Dialog mit dem Publikum stellt auch die Reihe Lecture&Film ins Zentrum. In einem Zyklus von Vorträgen nehmen Filmwissenschaftler jeden ersten Donnerstag im Monat spezifische Themen in den Blick und führen wissenschaftlich fundiert in die Filme der Reihe ein. Gegenstand der Auseinandersetzung können – ausstellungsergänzend – filmsprachliche Methoden oder Stilanalysen sein, aber auch aktuelle gesellschaftliche Phänomene, die sich in Filmen widerspiegeln.

Kino als Diskussionsraum


Das Kino des Deutschen Filmmuseums versteht sich nicht ausschließlich als Projektions-, sondern auch als Diskussionsraum. Es will Position beziehen, den Austausch über Film in all seinen Facetten anregen und das Publikum mit den Filmemachern ins Gespräch bringen. Immer wieder lädt es deshalb Filmschaffende aus aller Welt ein, eigene Filme vorzustellen oder im Rahmen einer Carte Blanche Werke zu zeigen, die sie persönlich oder künstlerisch geprägt haben.
In den mehr als 40 Jahren seines Bestehens konnte das Kino bereits ein illustres Who-is-who der internationalen Filmwelt begrüßen: Wim Wenders, Volker Schlöndorff, Jean-Luc Godard, Federico Fellini, Christian Petzold, Dominik Graf, Maximilian Schell, Anthony Quinn, Senta Berger, Isabelle Huppert, Sophie Rois, Til Schweiger, Curd Jürgens, Mario Adorf, Geraldine Chaplin und viele mehr.

Geschichte des Kinos

Zur Zeit der Gründung des Frankfurter Kommunalen Kinos befanden sich Film und Kino der Bundesrepublik Deutschland in einer schweren Rezession. Aufgrund immer weiter sinkender Besucherzahlen musste eine große Anzahl von Filmtheatern schließen. Damit einher ging auch eine immer einseitigere Programmgestaltung, die sich auf tatsächlich oder vermeintlich publikumsträchtige Filme konzentrierte. Parallel bildete sich in den sechziger Jahren eine alternative Filmszene heraus, die in ihren Arbeiten neue formale und inhaltliche Wege ging. In dieser Situation entwickelte und propagierte der neu ernannte Kulturdezernent der Stadt Frankfurt am Main, Hilmar Hoffmann, ein Modell für ein Kino in städtischer Trägerschaft. Mit der Einrichtung des Kommunalen Kinos sollte der Film den anderen, ebenfalls subventionierten, darstellenden Künsten gleichgestellt werden, und er sollte, im Rahmen eines umfassenderen bildungspolitischen Auftrags, einem breiten Publikum als künstlerisch und gesellschaftlich bedeutsames Medium nahe gebracht werden.

Die im Verlauf des Jahres 1971 geführte Diskussion zwischen den Befürwortern des Kommunalen Kinos und den Betreibern kommerzieller Kinos über die Zulässigkeit und den Zweck eines städtisch geförderten Filmtheaters führte gegen Ende des Jahres zum Rechtsstreit: Fünf Kinobetreiber erhoben eine Unterlassungsklage gegen die Stadt. Das Hauptargument der Kläger war, dass die städtisch subventionierten Filmvorführungen eine unzulässige Konkurrenz darstellen würden. Am 3. Dezember wurde das Kommunale Kino gegen die Widerstände in Frankfurt offiziell mit einer Buster Keaton-Filmreihe eröffnet, und am 28. Januar 1972 wies die V. Kammer des Verwaltungsgerichts Frankfurt am Main die Klage zurück. Damit war auch juristisch der Weg geebnet für eine neue Form des Kinos, die in der Folgezeit in zahlreichen Städten Deutschlands verwirklicht werden sollte.

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Die Filmvorführungen fanden zunächst im Theater am Turm (TAT) statt. Von Anfang an war der Kinobetrieb im TAT als eine Übergangslösung geplant. Filme konnten nur an Tagen vorgeführt werden, an denen keine Theatervorstellung stattfand, oder spät abends, nach der Vorstellung. Am 13. Oktober 1972 zog das Kommunale Kino in das neu errichtete Historische Museum und bespielte einen Saal mit 178 Plätzen.

Im Juni 1984 eröffnete das Deutsche Filmmuseum, dessen Gründung zu einem entscheidenden Anteil auf die Arbeit des Kommunalen Kinos zurückgeht. Hier erhielt das Kino einen Saal mit 142 Plätzen und Vorführmöglichkeiten für Filmformate von 8 mm bis 70 mm sowie zahlreiche Tonformate. Stummfilme konnten in der jeweils richtigen Geschwindigkeit abgespielt, an einer WurliTzer-Kinoorgel oder am Flügel begleitet werden.

Stimmen zum neuen Kino

Das Kino im Frankfurter Filmmuseum ist besser und schöner denn je geworden! Ich war sehr angenehm überrascht. Die Ausmaße des Saals konnten leider nicht verändert werden. So gesehen, hat man aber aus dem Vorhandenen herausgeholt, was herauszuholen war.

Aus der früheren Blackbox wurde ein attraktiveres Kino – ganz in Rot. Rote Wände, rote Bestuhlung, aber Farbtöne, die im Dunkeln nicht stören. Kein Schwarz, das einen erschlägt. Wer mal ganze Seminartage oder Festivals in einer Blackbox verbracht hat, weiß wovon ich rede. Die hellere Gestaltung läßt den Raum zudem größer erscheinen.

Viele Details sind stimmiger geworden:
Die neuen Sitze sind etwas breiter und bequemer. Man hält darin auch gut einen 3-Stunden-Film oder ein Double-Feature aus.
Die Notbeleuchtung strahlt nicht mehr die Kinogänger an, sondern ist mit diskreten Lichtleisten in den Treppenstufen verborgen.
Der Eingang zum Kino führt zu einem Quergang hinter die letzte Reihe. Wenn jemand zu spät kommt, läuft er nicht an Zuschauern vorbei!
Die Leinwand wurde etwas breiter.
Erstaunlich war auch der Ton, wie ich ihn lange nicht erlebt habe. Selbst bei einem für mein Verständnis fürchterlich mißlungenen Kriegsfilm gab es da etwas Gelungenes: nämlich der Ton, der einen bei Schlachten plötzlich von allen Ecken entgegendröhnte – als schösse der Filmvorführer von hinten mit! Bei der Projektion wurden neue, und daher schärfere Objektive angeschafft. Einige Tonsysteme, die bisher nicht liefen, wurden installiert. Natürlich läuft auch Digital-Projektion und Digital-3D. Vor allem sieht in dem eher kleinen Saal ziemlich hell aus. Trotzdem läuft weiterhin das Meiste auf 35mm – im Überblendbetrieb!

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Hervorzuheben ist vor allem das tolle Programm, ein gelungener Mix aus Klassikern, Restaurierungen und Neuem! Eine kühne Mischung: David Lean, Ed Wood und Piranha-3D!
Es wäre zu wünschen, daß das Programm diese Güte behält.

albertk, 18. September 2011, Quelle: www.filmvorfuehrer.de


Bin gestern zum ersten Mal im neuen Kino gewesen: “Dial M for Murder” in 3D. Habe den Film wirklich neu entdeckt. Großes Kinoerlebniss. Und das danke der Besten Projektionsqualität, die ich seit langem erlebt haben! Großes Lob! So machen Filmklassiker spass!

RG, 24. August 2011, Quelle: facebook

 

 

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