VERTIKALE

Video- und Medienkunst im Foyer des Filmmuseums

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Ungewöhnlich ist die Projektionsfläche – und ungewöhnlich sind die Arbeiten, die projiziert werden. Der Luftraum im Foyer des Deutschen Filmmuseums erstreckt sich 14 Meter hoch über vier Stockwerke. Sechs Künstlerinnen und Künstler haben die Herausforderung angenommen, diesen Raum mit eigens angefertigten Videoprojektionen zu bespielen. Entstanden sind heterogene, fesselnde Beispiele aktueller Video- und Medienkunst – Spiele im Raum, Spiele mit dem Raum, Reflexionen über den Raum. Die Arbeiten nehmen Bezug auf die Architektur und spiegeln ihre Umgebung auf vielfältige Weise. Als Bewegtbild außerhalb des Kino-Kontextes erweitern sie das konventionelle Verständnis von Film.

Die VERTIKALE ist als Serie angelegt und soll in den kommenden Jahren fortgesetzt werden.

28. November 2012 bis
16. Juni 2013

Kurator: Thomas Lüer

 


 

Die Projektionen


Luftdruck
Juliane Ebner

Ein gemalter Animationsfilm scheint bekannte Presseporträts in irritierendem Format zu zitieren. Wie durch ein Mikroskop werden Gesichtsausschnitte extrem dicht herangezoomt. Sehgewohnheiten, Zeitgefühl und Perspektiven verschieben sich durch wechselnde Details riesiger Gesichtsansichten, die sich zu abstrakten Farbräumen auflösen. Es entsteht eine bewegte menschliche Gesichtslandschaft, eine humane Zustandssammlung, ein Alphabet des Menschenmöglichen.

 



Utopia
Eike

Ikonische Bilder aus 43 Science-Fiction-Filmen, die einmal Zukunft visualisierten, werden als Vektorzeichnungen neu nachgebildet. Szenen aus den Filmen, Vektorgrafiken und negative Linienzeichnungen überlagern sich. Nacheinander, aber zeitversetzt läuft das Video auf übereinander angeordneten Screens ab: ein visueller Schaukasten von Zukunftsbildern, der gleichzeitig Archiv zahlreicher Kultfilme ist.

 



A Night at the Museum
Alexandra Hopf

Eine Kamera kreist um modernistische Architektur. Es ist Nacht. Man sieht eine Außenfassade, dann wird der Fokus ins Innere gelenkt. Ein- und Ausblicke blenden ständig ineinander über. Die Räume sind verspiegelt und durch transparente und semi-transparente Raumteiler verschachtelt. Skulpturen liegen in den Räumen, ihre eigentliche Dimension und die der Architektur sind nicht erahnbar.

 



070716-090306
Christine Schulz

Grundlage der Animation sind die Aktienkurse des DAX in der Zeit vom 16. Juli 2007 bis zum 6. März 2009. Die Bewegungen werden von den tatsächlichen Unternehmen entkoppelt und darauf reduziert, eine gleichmäßige, fesselnde Bewegung der Farbflächen, Schriftzüge und Images, der Darsteller und Ebenen zu bewirken. Die gleichmäßig gleitenden Auf- und Abwärtsbewegungen ziehen den Betrachter hypnotisch in ihren Bann.

 



The Storm
Vadim Schäffler
In der Videoarbeit „The Storm“ dreht sich der Sturm, herausgelöst aus den Erzählstrukturen und -konventionen des Katastrophenfilmgenres, übermächtig, ruhig und beständig. Der Wirbel saugt Fragmente der Zivilisation in sich auf und lässt sie wieder fallen: kantige Betonbrocken, Mauerteile, Sand und Geldscheine. Menschen nähern sich dem Sturm, folgen der kreisenden Bewegung, setzen sich der Gefahr aus und verschwinden dann wieder auf der Ebene, ohne durch das Auge des Wirbelsturms gegangen zu sein.

 



Freiwillige Feuerwehr 2
Paul Zoller

Die Animation zeigt, wie eine Skulptur entsteht – weich werden, formen, einen Abdruck erstellen. Dabei rücken Aspekte des Erkennens in den Mittelpunkt, welche auf den Menschen übertragbar sind. Gesellschaftliche Prägung, Abdruck, Formfindung durch flüssigen Guss, spätere Verfestigung durch Verhärtung und schließlich Bruch.

 

Vernissage VERTIKALE

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