Schmetterling im Winter – Die Filmemacherin Maria Lang

Treppe41

Eine Werkschau. Im Alter von 69 Jahren setzte Maria Lang im September 2014 ihrem Leben ein Ende. Sie hinterlässt ein schmales Œuvre ungewöhnlicher Filme und Schriften. Im Mittelpunkt der Werkschau stehen ihre Filme. Hinzu kommen für die Filmemacherin bedeutsame Filme anderer Regisseur / innen, ergänzt durch Beiträge von Gästen, die sie auf ihrem Weg begleiteten. So entsteht eine Vorstellung von Film als Fantasieraum, den Maria Lang zu verwirklichen suchte. „Das Wichtigste in meinem Film ist mir das Geheimnis, also all das, was er nicht erzählt, das verlorengegangene Mosaik, dessen Zwischenräume Räume sind für unsere Fantasie.“ (Maria Lang).

In Kooperation mit

Logoblau

Unterstützt von

HessenFilm-RGB

FAMILIENGRUFT – EIN LIEBESGEDICHT AN MEINE MUTTER

BRD 1981. R: Maria Lang. 10 Min. 16mm

ZÄRTLICHKEITEN

BRD 1985. R: Maria Lang. 29 Min. 16mm

MARIA

Deutschland 2012. R: Ute Aurand. 3 Min. 16mm. Ohne Ton

Die beiden wichtigsten Filme von Maria Lang bilden die Eröffnung der Werkschau. FAMILIENGRUFT – EIN LIEBESGEDICHT AN MEINE MUTTER, ein Film über „die Sprachlosigkeit, die Mauern, die Liebe, die Verachtung”, und ZÄRTLICHKEITEN, über den Maria Lang sagte: „Ich habe einen Film über lesbische Lebensgefühle gemacht, ohne Entschuldigung, ohne Erklärung, ohne Moral, ohne ‚Lesbischsein ist besser‘”. An diese „zwei Filme von mir über mich“, wie Maria Lang sie selbst beschrieb, schließt sich mit MARIA eine kurze filmische Beobachtung Langs von Ute Aurand an

Samstag, 16.09.2017
16:00 Uhr

Zu Gast: Ute Aurand

DER SCHMETTERLING IM WINTER

Deutschland 2006. R: Ute Aurand, Maria Lang. 29 Min. 16mm

MARIA UND DIE WELT

Deutschland 1995. R: Ute Aurand. 15 Min. 16mm

Maria Langs letzter Film, DER SCHMETTERLING IM WINTER, entstand in Zusammenarbeit mit Ute Aurand. Lang sah in Ute Aurands Art zu filmen die einzige Möglichkeit, einen Film über die tägliche Pflege ihrer Mutter zu machen. Entstanden ist ein ergreifendes, persönliches Dokument mit Momenten voll impressionistischer Schönheit. MARIA UND DIE WELT, ein Film, bestehend aus visuellen Fragmenten und einer Toncollage, „über, für und mit meiner Freundin Maria Lang“ (Ute Aurand) – ein Porträt der Freundschaft zwischen den beiden Filmemacherinnen.

Samstag, 16.09.2017
18:00 Uhr

Zu Gast:
Ute Aurand

TOUTE UNE NUIT  Eine ganze Nacht

Frankreich/Belgien 1982. R: Chantal Akerman
D: Aurore Clément, Tchéky Karyo. 90 Min. 35mm. OmU

TOUTE UNE NUIT war das Vorbild für Maria Langs Abschlussfilm und Ausgangspunkt für ihr ganz eigenes Verständnis davon, was Film sein kann. „Es war nach all den großartigen Filmen, die ich während des Studiums gesehen hatte, als wäre ich zuhause angekommen. (…) EINE GANZE NACHT und ZÄRTLICHKEITEN machten den Anfang in meinem Bewusstsein über das, was Film sein kann, wenn er frei ist vom Kausalzwang einer Story, (…), Spiegelungen, Projektionen und Machtkalkül. Während meiner Bewegung hin zu dieser Art Freiheit entdeckte ich die Tatsache, dass Bilder glücklich sein können! Und mit diesen Bildern ich.“ (Maria Lang)

Samstag, 16.09.2017
20:30 Uhr

Vorgestellt von:
Julia Pirzer

VIDEONACHRICHTEN  Nr. 3: „Ich sitze in der Küche und erzähle“

Deutschland 1990. R: Maria Lang. 30 Min (Ausschnitt). Blu-ray

DIE FAHRT NACH KAIRO

Deutschland 1990. R: Renate Sami. 20 Min. DCP

In VIDEO NACHRICHTEN Nr.3 sitzt Maria Lang spätnachts in ihrer Küche und spricht eine Stunde lang über das von Christine Noll Brinckmann kuratierte Programm „Zur Sexualität der Farbe im Experimentalfilm“, das sie am gleichen Abend gesehen hatte. Es war ein Projekt von Freundinnen, die eigene „Videonachrichten“ machten und sich gegenseitig schickten. DIE FAHRT NACH KAIRO bewegte Lang dazu, über den magischen Moment des Films zu schreiben, der vergangene Augenblicke mit aktuellen durch bildliches Erzählen und Berichten verbindet. „Für diesen Film gab und gibt es keinen anderen Grund als den des Fahrens – und den des Sehens.“ (Maria Lang)

Sonntag, 17.09.2017
13:00 Uhr

Zu Gast:
Renate Sami

Nach dem Film:
Gespräch zwischen Renate Sami und Anke Zechner

AUF GEHT’S ABER WOHIN

Deutschland 1989. R: Angelika Levi (Angelika Becker). 20 Min. 16mm

RENATE

BRD 1968. R: Recha Jungmann. 15 Min. 16mm

SONNABEND 17 UHR

Deutschland 1968. R: Ula Stöckl. 17 Min. 16mm

SAUTE MA VILLE

Frankreich 1968. R: Chantal Akerman. 10 Min. 16mm

Vier Kurzfilme, die Maria Lang aus ganz unterschiedlichen Gründen sehr schätzte. Gemeinsam ist ihnen, dass jede Filmemacherin für eine eigenwillige Intention eine eigenwillige Form gefunden hat. Ula Stöckl und Recha Jungmann luden Lang und Aurand 1989 in ihren an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin gegründeten Filmclub ein, um der Frage nachzugehen, wer die ersten Filmemacherinnen des sogenannten Neuen Deutschen Films waren. Akermans ersten Film, SAUTE MA VILLE, entdeckten sie im Archiv des Arsenal, und Angelika Levis AUF GEHT ́S. ABER WOHIN stellten Lang und Aurand am monatlichen Filmarbeiterinnen-Abend vor.

Sonntag, 17.09.2017
18:00 Uhr

Vorgestellt von:
Spectrale und alle anderen.

Zu Gast:
Recha Jungmann

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