PETER ZADEK

Film und Fernsehen

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Im vergangenen Jahr hätte der Theater-, Film- und Fernsehregisseur Peter Zadek (1926 – 2009) seinen neunzigsten Geburtstag gefeiert. 1957 aus dem englischen Exil nach Deutschland zurückgekehrt, wurde er schnell als Provokateur und Erneuerer des deutschen Theaters berühmt.

Das Filmkollektiv Frankfurt e.V. widmet ihm erstmals eine Retrospektive und zeigt seine Film- und Fernsehproduktionen. Von stets unbequemen Blickwinkeln auf die deutsche Kriegs- und Nachkriegsgeschichte bis hin zu formalen Wagnissen – Zadeks Gesamtwerk prägt die Experimentierfreude. Besonders seine elektronischen Fernsehspiele loten die Verfremdungsmöglichkeiten von TV-Ästhetik aus und bilden außergewöhnliche Meilensteine der Fernsehgeschichte. Hans C. Blumenberg klassifizierte 1971 in der Zeit Zadeks „inszenatorische Parforcetour“ als „peinlich“, doch gerade deshalb wäre ihm sein „Größenwahn immer noch lieber als die tödliche Routine der meisten deutschen Fernsehspiele.“

Die Reihe findet von 5. bis 7. Mai im Kino des Deutschen Filmmuseums und in der basis e.V. statt.
Nähere Informationen zur Retrospektive unter www.filmkollektiv-frankfurt.de

Eine Veranstaltung des:

ZUSATZVORSTELLUNG

DIE DAME IN DER SCHWARZEN ROBE

BRD 1960. R: Peter Zadek
D: Margot Trooger, Harald Leipniz, Alice Treff. 90 Min. 35mm

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Der Fernsehkrimi nach dem gleichnamigen Roman von Edward Griersen ist der zweite Langfilm Zadeks und sein erstes Engagement für das deutsche Fernsehen. Eine Strafverteidigerin muss sich gleich zu Beginn ihrer Karriere in einer englischen Anwaltskanzlei vor ihren männlichen Kollegen bei einem Mordfall behaupten.
„Wir [Zadek und der Bühnenbildner Wilfried Minks] haben uns einfach irgendetwas ausgedacht und die Ateliers mit Riesenfilmbauten vollgestellt – alles völlig falsch, weil wir keine Ahnung hatten. Wie waren sogar nach England gefahren, hatten uns die Originalbauten angesehen und sie dann nachgebaut.“ (Peter Zadek)
Zadeks erste Fernseharbeit ist eine Rarität und zum ersten Mal überhaupt im Kino zu sehen!

Samstag, 06.05.2017
11:00 Uhr

EISZEIT

BRD 1975. R: Peter Zadek
D: O. E. Hasse, Ulrich Wildgruber, Hannelore Hoger. 115 Min. 35mm

Ein 90-jähriger Nobelpreisträger wartet kurz nach dem Zweiten Weltkrieg in einem norwegischen Altersheim auf seinen Prozess als Kollaborateur der Nazi-Besatzung. Der
ehemalige Partisan Oswald will Rache üben und plant ein Attentat auf ihn. Der Film basiert auf Tankred Dorsts gleichnamigem Theaterstück. Die Figur des „Alten“ ist vom norwegischen Literaturnobelpreisträger Knut Hamsun inspiriert.

Samstag, 06.05.2017
13:00 Uhr

DIE WILDEN FÜNFZIGER

BRD 1983. R: Peter Zadek
D: Jurai Kukura, Boy Gobert, Peter Kern, Nora Barner. 126 Min. 35mm.

Aus Kriegsgefangenschaft zurückgekehrt, gründet Jacob Formann mit 40.000 Eiern aus den Beständen der amerikanischen Armee eine Hühnerzucht. Gelegen auf dem
ehemaligen Himmler-Hof, entwickelt sich diese rasant zu einem blühenden Unternehmen und verschafft dem Besitzer einen ungewohnt-luxuriösen Lebensstil. Doch dann
brechen die Siebziger Jahre an. Die bunte satirische Komödie über das bundesrepublikanische Wirtschaftswunder entstand frei nach dem Roman Hurra, wir leben noch von Johannes Mario Simmel.

Samstag, 06.05.2017
15:30 Uhr

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