NIPPON CONNECTION

Retrospektive 2014: Kō Nakahira - The Wild Child Of The Sixties

only on mondays

Mehr als 130 Produktionen präsentiert das 14. Japanische Filmfestival Nippon Connection in Frankfurt vom 27. Mai bis 1. Juni 2014 im Künstlerhaus Mousonturm und Theater Willy Praml. Die Nippon Retrospektive im Kino des Deutschen Filmmuseums zeigt vom 30. Mai bis 1. Juni Filmklassiker von Kō Nakahira (1926-1978).

Nakahiras Karriere begann bei Nikkatsu, dem ältesten japanischen Filmstudio. Seine Mixtur aus Revolte und Spielfreude war Inspiration und Ausgangspunkt für viele Regiearbeiten der 1960er Jahre, die von Kritikern in den USA und Europa als „Japanese New Wave“ bezeichnet wurden. In den 1960er Jahren begann Nakahira in Hongkong zu drehen und wechselte in Japan in die unabhängige Produktion. Er gab bis zu seinem frühen Tod 1978 nie die stilistische Experimentierlust auf und hinterlässt einige der großen Meisterwerke des japanischen Films.

„Das Reißen eines Frauenrocks und das Geräusch eines Motorboots kündigten für alle, die sensibel genug waren, die Ankunft einer neuen Generation von japanischem Film an.“ — Nagisa Ōshima über Kō Nakahiras zweiten Film CRAZED FRUIT, 1956

NATSU NO ARASHI Summer Storm

Japan 1956. R: Kō Nakahira
D: Mie Kitahara, Tatsuya Mihashi, Masahiko Tsugawa, Tanie Kitabayashi, Yō Shiomi. 87 Min. 35mm. OmeU

summer_storm_571

Als ihre Schwester Taeko ihren neuen Freund Keiji mit nach Hause bringt, erkennt Ryoko den Mann wieder, mit dem sie vor Jahren eine stürmische Affäre hatte. Unweigerlich lodern ihre und Keijis Gefühle füreinander wieder auf. Nakahiras Erstlingswerk erzählt von einem Beziehungsreigen, in dem verbotene und unerfüllte Gefühle alle Beteiligten dem Abgrund entgegentreiben.

Freitag, 30.05.2014
18:00 Uhr

KURUTTA KAJITSU Crazed Fruit

Japan 1956. R: Kō Nakahira
D: Yujirō Ishihara, Masahiko Tsugawa, Mie Kitahara. 86 Min. 35mm. OmeU

crazed_fruit_571

Mit seinem Skandalerfolg setzte Nakahira eine beispiellose Karriere in Gang und begründete das japanische „Sun Tribe“- bzw. „Taiyozoku“-Genre. Der Film erzählt die schockierende, von Sex und Lebensangst geprägte Geschichte einer desillusionierten Jugend. François Truffaut sah in CRAZED FRUIT die japanische Antwort auf REBEL WITHOUT A CAUSE (USA 1955).

Freitag, 30.05.2014
20:30 Uhr

SUNA NO UE NO SHOKUBUTSUGUN Flora on the Sand

Japan 1964. R: Kō Nakahira
D: Noburo Nakaya, Kazuko Inano, Mieko Nishio, Yukiko Shimazaki. 95 Min. 35mm. OmeU

flora_on_the_sand_571

Das experimentelle Liebesdrama über die komplexe und surreale Beziehung eines Mannes zu zwei Schwestern bezieht sich auf das gleichnamige Gemälde von Paul Klee. Schwarzweiß-Aufnahmen kontrastieren mit Klees farbenfrohen Bildern. Explizite Sexszenen kündigen die Welle des legendären Nikkatsu-Genres „Roman Porno“ an, welches das Studio später vor dem Bankrott rettete.

Freitag, 30.05.2014
22:30 Uhr

AITSU TO WATASHI That Guy and I

Japan 1961. R: Kō Nakahira
D: Yujirō Ishihara, Izumi Ashikawa, Yukiko Todoroki. 105 Min. 35mm. OmeU

that_guy_and_i_571

Die 1960er Jahre in Japan: Politische Massenproteste erschüttern das Land, gesellschaftliche Konventionen werden in Frage gestellt, und die Jugend entdeckt ein neues Lebensgefühl. In der Figur des Studenten Saburo spiegeln sich alle Aspekte dieses revolutionären Jahrzehnts wider. Der aufbegehrende Student lernt die junge Keiko kennen. Den frisch Verliebten wird bald klar, dass die unschuldige Jugendzeit vorbei ist. Gekonnt verbindet Nakahira Elemente seiner früheren Filme über die neu aufkeimende Jugendkultur mit dem Genre des Familiendramas.

 Samstag, 31.05.2014
16:00 Uhr

GETSUYOBI NO YUKA Only on Mondays

Japan 1964. R: Kō Nakahira
D: Mariko Kaga, Takeshi Kato, Akira Nakao, Tanie Kitabayashi, Yasuharu Umeno. 94 Min. 35mm. OmeU

only_on_mondays_571

Der wohl französischste unter den japanischen „Nouvelle Vague“-Filmen der 1960er Jahre zeigt die bezaubernde und zugleich naive Yuka, die mit verschiedenen Männern durch Yokohamas Nachtclubs rauscht und als „Geliebte“ ihren Lebensunterhalt finanziert. Die stets modisch gekleidete Protagonistin scheint zu wissen, wie man die Männer in einer patriarchalischen Welt kontrollieren kann. Einfallsreich folgt die Kamera Yuka durch die japanische Metropole.

 Samstag, 31.05.2014
18:00 Uhr

KUROI TOBA KUSHI – AKUMA NO HIDARITE The Black Gambler: Devil‘s Left Hand Japan

1966. R: Kō Nakahira
D: Akira Kobayashi, Hideaki Nitani, Misa Hirose. 91 Min. 35mm. OmeU

the_black_gambler_571

Das Subgenre des Glücksspiel-Krimis war im Japan der 1960er Jahre beliebt. Akira Kobayashi, bekannt aus zahlreichen Filmen von Seijun Suzuki, verkörpert den charmant-selbstbewussten Spieler Kōji. Nakahira lässt seine Figuren in einem Strudel von Besessenheit und Täuschung herumwirbeln und bietet jede Menge Action. In Farbe und Breitwandformat gedreht, thematisiert der Film auch die Beziehung Japans zu anderen Ländern, was zum Markenzeichen vieler Filme des Nikkatsu Studios wurde.

 Samstag, 31.05.2014
20:30 Uhr

ONNA NO UZU TO FUCHI TO NAGARE Whirlpool of Flesh

Japan 1964. R: Kō Nakahira
D: Noboru Nakaya, Kazuko Inano, Kazuo Kitamura, Yûko Kusunoki. 113 Min. 35mm. OmeU

whirlpool_of_flesh_571

Der existenzialistische Schwarzweiß-Film spielt in Japan wenige Jahre nach Kriegsende: Nunami und seine Frau Sugaku, die kurz vor dem 2. Weltkrieg in der Mandschurei verheiratet wurden, führen eine leidenschaftslose Ehe. Nunami sehnt sich nach intellektuellen Konversationen, während Sugaku sich nur als Barbesitzerin in ihrem Element fühlt. Trotz eines Seitensprungs Sugakus wagt das Paar einen Neuanfang in Tokio. Doch hier trifft Nunami in seiner neuen Kollegin eine Gleichgesinnte – und Sugaku eine drastische Entscheidung…

 Samstag, 31.05.2014
22:30 Uhr

DORODARAKE NO JUNJŌ Mud Spattered Purity

Japan 1963. R: Kō Nakahira
D: Sayuri Yoshinaga, Mitsuo Hamada, Chikako Hosokawa. 91 Min. 35mm. OmeU

mud_spattered_purity_571

DORODAKE NO JUNJO basiert auf einer wahren Begebenheit: Der Zufall führt einen Yakuza-Gangster und eine kultivierte Diplomatentochter zusammen. Nach anfänglich vergnügten Rendezvous bei Boxkämpfen und Klassik-Konzerten steht das ungleiche Paar schon bald vor unüberwindbaren Hindernissen: Mami überwirft sich mit ihrer Familie, während es für den jungen Jiro unmöglich scheint, ein ehrliches Leben zu führen; aus der Zufalls- wird eine schicksalhafte Begegnung.

 Sonntag, 01.06.2014
18:00 Uhr

RYOJIN NIKKI The Hunter‘s Diary

Japan 1964. R: Kō Nakahira. D: Noboru Nakaya, Masako Togawa,
Kazuo Kitamura, Yōko Kozono. 123 Min. 35mm. OmeU

the_hunters_diary_571

Der verheiratete Frauenheld Honda führt Tagebuch über seine Eroberungen. Plötzlich kommt eine Geliebte nach der anderen auf mysteriöse Weise ums Leben, Honda wird als Hauptverdächtiger verhaftet. Handelt es sich um eine geheimnisvolle Rache? Nach der Romanvorlage von Masako Togawa, die im Film selbst in der Rolle der unglücklichen Ehefrau brilliert, schuf Nakahira mit RYOJIN NIKKI ein packendes und zugleich beklemmendes Suspense-Drama.

 Sonntag, 01.06.2014
20:30 Uhr

Newsletter abonnieren!
© 2016 Deutsches Filminstitut, Schaumainkai 41, 60596 Frankfurt am Main