GOEAST PRÄSENTIERT: BABI JAR – DAS VERGESSENE MASSAKER

Es war die größte Massenerschießung des Zweiten Weltkriegs und doch ist das Massaker von Babi Jar wenigen ein Begriff. Im September 1941 erschossen Deutsche nahe der ukrainischen Hauptstadt Kiew 33.771 Juden. Zwei Tage dauerte das grauenvolle Morden.

Wurde die sogenannte „Endlösung der Judenfrage“ am 20. Januar 1942 beschlossen, hatte die planmäßige Vernichtung der Juden doch längst begonnen. Das zeigt die erschütternde Dokumentation von Christine Rütten und Lutz Rentner. Babi Jar war der Vorläufer von Auschwitz – der Mord nach Dienstplan. Im Schichtbetrieb wurden Menschen erschossen und im Massengrab verscharrt.

1968 wurden einige der Täter vom Landgericht Darmstadt wegen Beihilfe zum Mord verurteilt, andere freigesprochen. Elf Angeklagte holte hier ihre NS-Vergangenheit ein. Sie waren nach dem Krieg mühelos in ihre bürgerliche Existenz zurückgekehrt. „Es ist nicht einer aufgestanden, irgendeine Person, die gesagt hat, ich habe Gewissensbisse, ich kann nachts nicht schlafen“, erklärt der Filmproduzent Artur Brauner erschüttert. Er selbst hat 49 Verwandte im Holocaust verloren.

Artur Brauner kommt in der Dokumentation ebenso zu Wort wie die letzten Überlebenden, die wie durch ein Wunder dem Massaker von Babi Jar entkamen. Die Dokumentation zeigt, dass die Mörder Männer waren, die fest daran glaubten, das Richtige zu tun.

Babi Jar – das vergessene Massaker

Ein Film von Christine Rütten und Lutz Rentner, 45 Min.

Im Anschluss an den Film diskutieren Raphael Gross, Direktor des Jüdischen Museums Frankfurt und Leiter des Fritz Bauer Institutes, Johannes Glenz, Pflichtverteidiger im Prozess von 1968, sowie Cornelia Maimon-Levi von der Jewish Claims Conference und die Filmemacherin Christine Rütten. Esther Schapira vom Hessischen Rundfunk moderiert das Gespräch. Eine Kooperation des hr-Fernsehen, der Jewish Claims Conference, des Fritz Bauer Institutes sowie des Deutschen Filminstituts und von goEast – Festival des mittel- und osteuropäischen Films.

 

                

Donnerstag, 19.01.2012
20:00 Uhr

Anschließende Podiumsdiskussion mit Raphael Gross, Johannes Glenz, Cornelia Maimon-Levi und Christine Rütten
Moderation:
Esther Schapira

Kino im Deutschen Filmmuseum
Schaumainkai 41
60596 Frankfurt am Main
Tel.: +49 (0)69 961 220 220

goEast

goEast – Festival des mittel- und osteuropäischen Films vom 18.4. bis 24.4.2012

 

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