Frankfurt liest ein Buch

soul boy

Siegfried Kracauer und das Kino

Siegfried Kracauer gilt als Begründer der Filmsoziologie. In den Jahren 1924 bis 1933 schrieb der Frankfurter regelmäßig Filmkritiken für die Frankfurter Zeitung. Später verfasste er im amerikanischen Exil sein Standardwerk „From Caligari to Hitler“ (1947). Vom 15. bis 28. April lädt „Frankfurt liest ein Buch“ dazu ein, Kracauers Roman Ginster kennenzulernen. Das Deutsche Filmmuseum beteiligt sich mit einer vierteiligen Filmreihe am Programm. In den gezeigten Werken manifestieren sich progressive soziale Tendenzen des Weimarer Kinos.

MUTTER KRAUSENS FAHRT INS GLÜCK

Deutschland 1929. R: Piel Jutzi
D: Alexandra Schmidt, Holmes Zimmermann. 105 Min. 35mm

MUTTER KRAUSENS FAHRT INS GLÜCK

Eine Milieuzeichnung nach einem Entwurf von Heinrich Zille: Die größtenteils an authentischen Schauplätzen gedrehten Aufnahmen zeigen die alltägliche Not im Berliner Arbeiterbezirk Wedding. Mutter Krause lebt mit Sohn und Tochter in beengten Verhältnissen. Sie teilen die winzige Wohnung mit einem Untermieter, der einen schlechten Einfluss auf die Familie ausübt und den Sohn zu einem Einbruch überredet. Mutter und Tochter wählen unterschiedliche Wege, um ihrer aussichtlosen Situation zu entkommen – mit fatalen Folgen.


Dienstag, 02.04.2013
18:00 Uhr
mit Musikbegleitung von Ulrich Rügner

KAMERADSCHAFT

Deutschland/Frankreich 1931. R: G. W. Pabst
D: Alexander Granach, Ernst Busch, Fritz Kampers. 90 Min. 35mm

Kameradschaft

Nach einem Grubenunglück durchbrechen deutsche Bergwerksarbeiter die Grenze von 1919, um ihren französischen Kollegen zur Hilfe zur eilen. Der in realistischem Stil gedrehte Film setzt sich über nationale Befindlichkeiten hinweg und plädiert für Solidarität.


Dienstag, 09.04.2013
18:00 Uhr

KUHLE WAMPE ODER WEM GEHÖRT DIE WELT

Deutschland 1932. R: S. Th. Dudow
D: Hertha Thiele, Ernst Busch, Martha Wolter. 76 Min. 16mm

Kuhle Wampe

KUHLE WAMPE war der erste deutsche Film, der offen einen kommunistischen Standpunkt einnahm. Bert Brecht und Ernst Ottwald schrieben das Drehbuch; die Musik komponierte Hanns Eisler. In mehreren Episoden zeigt der Film Alltagsskizzen einer von der Wirtschaftskrise geprägten Arbeiterfamilie.

 

Dienstag, 16.04.2013
18:00 Uhr

WESTFRONT 1918
Deutschland 1930. R: G. W. Pabst
D: Fritz Kampers, Gustav Diessl. 97 Min. 35mm

Westfront 1918

Zu den bedeutendsten filmischen Bearbeitungen des Weltkriegsthemas zählt Kracauer WESTFRONT 1918. In seiner Filmkritik für die Frankfurter Zeitung attestierte er dem Regisseur G. W. Pabst, „ein Stück Kriegswirklichkeit“ geschaffen zu haben, „wie es bisher noch niemand zu rekonstruieren gewagt hat.“


Dienstag, 23.04.2013
20:15 Uhr

Einführung: Julia Welter (EFG 1914)

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