CARTE BLANCHE: HELGE SCHNEIDER

header carte blanche

Als „legitimen Nachfolger Karl Valentins“ hat ihn Gerhard Polt bezeichnet; er habe die deutsche Seele auf die Bühne gebracht, schrieb Jens Jessen in der Zeit; der Filmkritiker Dietrich Kuhlbrodt lobte ihn als Sonderbegabten, wenngleich „aggressiv, exzentrisch und unberechenbar“: Helge Schneider versteht es wie kaum ein anderer Komiker in Deutschland, das Publikum intelligent und stilsicher mit seinem besonderen Humor zu unterhalten.

Vor rund 30 Jahren, bevor seine große Karriere als Musiker, Komiker, Kabarettist und Filmemacher begann, begleitete Helge Schneider an der Kinoorgel im Deutschen Filmmuseum Stummfilme. Nun kehrt er zurück an seine alte Spielstätte: Das Deutsche Filmmuseum ehrt den Ausnahmekünstler mit einer Carte Blanche. Für seine Wunschfilmreihe hat Helge Schneider Filme ausgewählt, die ihn persönlich geprägt und beeinflusst haben.

Mehr

Am Mittwoch, 9. Oktober, ist Helge Schneider mit seinem Film 00 SCHNEIDER – JAGD AUF NIHIL BAXTER im Kino zu Gast und stellt in der Frühvorstellung seine Filmauswahl vor. Vor jeder weiteren Vorführung der Reihe begründet er in einer Videobotschaft, warum er sich für den jeweiligen Film entschieden hat. Als Teil der „Mülheimer Schule“, wie die Fachzeitschrift epd film die Gruppe um Christoph Schlingensief, Werner Nekes und Schneider bezeichnet, führte Schneider 1986 erstmals selbst Regie. Seine Filme – von JOHNNY FLASH über TEXAS bis zu PRAXIS DR. HASENBEIN – haben Kultstatus. In der Abendvorstellung am 9. Oktober präsentiert Helge Schneider dann sein neuestes Werk, die Film-noir-Parodie 00 SCHNEIDER – IM WENDEKREIS DER EIDECHSE, als Preview im Kino des Deutschen Filmmuseums. Anschließend wird sich Schneider in einem moderierten Gespräch den Fragen des Publikums stellen.

„Schneider ist nicht einfach ein Spaßmacher, Kabarettist
oder Clown. […] Helge Schneider ist ein Dadaist.“
(Die Zeit, 2003)

00 SCHNEIDER – JAGD AUF NIHIL BAXTER

Deutschland 1994. R: Helge Schneider
D: Helge Schneider, Helmut Körschgen, Andreas Kunze. 92 Min. 35mm

jagd_auf_nihil_baxter_571

Durch ein Versehen hat Nihil Baxter den Clown Metulski getötet. Kommissar 00 Schneider kehrt aus dem Ruhestand zurück, um den Fall zu lösen. Doch Baxter hat ein Alibi: ein Bild, das er am Tag der Tat gemalt und mit dem passenden Datum versehen hat. Lange tappt Schneider im Dunkeln. Aber als Baxter plötzlich versucht, nach Rio zu fliehen, schöpft der scharfsinnige Kommissar Verdacht. Helge Schneider ist im Film gleich in vier Rollen zu sehen: als Kommissar 00 Schneider, als Verbrecher Nihil Baxter, als Hobbychirurg Dr. Hasenbein und als Popstar Johnny Flash.

Vor dem Film spricht Helge Schneider über die Filmauswahl seiner Carte Blanche

Mittwoch, 09.10.2013
18:00 Uhr

WAS TUT SICH – IM DEUTSCHEN FILM?

In der Reihe WAS TUT SICH – IM DEUTSCHEN FILM? zeigt das Kino des Deutschen Filmmuseums jeden Monat aktuelle Werke. Bei seinem Besuch anlässlich der Carte Blanche präsentiert Helge Schneider deshalb auch seinen aktuellen Film 00 SCHNEIDER – IM WENDEKREIS DER EIDECHSE als exklusive Preview – einen Tag vor dem bundesweiten Kinostart. In Kooperation mit epd Film.

00 SCHNEIDER – IM WENDEKREIS DER EIDECHSE

Deutschland 2013. R: Helge Schneider
D: Helge Schneider, Rocko Schamoni, P. Thomas. 94 Min. DCP

im_wendekreis_der_eidechse_571

Kommissar 00 Schneider ermittelt wieder in einer Welt voller Verbrecher und Übeltäter. Bei seinen Ermittlungen muss er sich mit Mordanschlägen, Zahnschmerzen, hinterhältigen Sittenstrolchen und seiner anstrengenden Tante aus Amerika herumschlagen, bis er den Übeltäter, den Kettenraucher Jean-Claude Pillemann – wegen seiner reptilienhaften Bewegungen auch „Die Eidechse“ genannt – dingfest machen kann. Das Münchner Filmfest urteilte in seinem Katalog zur Premiere des Filmes: „Helge Schneider hat einen veritablen Autorenfilm gedreht.“

Mittwoch, 09.10.2013
20:30 Uhr

Nach dem Film spricht Heike Melba-Fendel (epd Film) mit Helge Schneider über seinen neuen Film.

Vorfilm:  SOMMER, SONNE, KAKTUS. Deutschland 2013. R: Helge Schneider. 5 Min. Digital

LIMELIGHT Rampenlicht

USA 1952. R: Charles Chaplin
D: Charles Chaplin, Claire Bloom, Buster Keaton. 145 Min. Blu-ray. OF

rampenlicht_571

London 1914: Der alternde Music-Hall-Clown Calvero kommt eines Abends nach Hause und riecht Gas im Treppenhaus. Entschlossen bricht er die Tür zur Nachbarwohnung auf und rettet die bewusstlose Tänzerin Terry. Fortan kümmert sich Calvero rührend um die junge Frau. Doch auch er hat ein trauriges Geheimnis. LIMELIGHT ist eine wunderbar melancholische Hommage an die goldene Ära des Varietés und zugleich das Altersprojekt von Charles Chaplin, der für Produktion, Regie, Drehbuch und Filmmusik verantwortlich zeichnete – und außerdem erstmals Seite an Seite mit Buster Keaton spielte.


Dienstag, 01.10.2013
20:30 Uhr

Sonntag, 27.10.2013
17:30 Uhr

Helge Schneider erklärt, warum er diesen Film ausgewählt hat

THE GENERAL Der General

USA 1926. R: Buster Keaton, Clyde Bruckman
D: Buster Keaton, Marion Mack. 76 Min. Blu-ray. OF Musikfassung

der_general_571

Buster Keatons Klassiker THE GENERAL besticht durch Situationskomik, Slapstick und waghalsige Stunts, die Keaton alle selbst gedreht hat. Als Südstaateneisenbahner durchbricht er mit seiner Lokomotive „General“ die feindlichen Linien und bringt damit einen Großangriff der Nordstaaten zum Scheitern. Die Blu-ray basiert auf der Abtastung einer Kopie vom Original-Kameranegativ von THE GENERAL. Der französische Filmhistoriker Georges Sadoul schrieb zur Wiederaufführung des Filmes in den fünfziger Jahren in Europa: „Muss man ein Meisterwerk breit kommentieren? Laufen Sie ganz schnell, um es sich anzusehen.“


Freitag, 04.10.2013
20:45 Uhr

Dienstag, 22.10.2013
20:30 Uhr

Klavierbegleitung am 22.10.: Uwe Oberg

Helge Schneider erklärt, warum er diesen Film ausgewählt hat

IL GRANDE SILENZIO Leichen pflastern seinen Weg

Italien/Frankreich 1968. R: Sergio Corbucci
D: Jean-Louis Trintignant, Klaus Kinski, Frank Wolff. 105 Min. 35mm. DF

IL GRANDE SILENZIO Leichen pflastern seinen Weg

Utah 1896: In den winterlich verschneiten Bergen kennt der Kopfgeldjäger Loco kein Erbarmen. Ist auf einen Menschen eine Prämie ausgesetzt, erschießt er den Gesuchten, ohne sich mit seiner Festnahme aufzuhalten. Weil die Männer des Dorfes Snowhill vom Hunger in die Kriminalität getrieben werden, gilt bald jeder von ihnen als vogelfrei. Ideale Voraussetzungen für Locos blutiges Handwerk – die verwahrlosten Farmer können sich nicht zur Wehr setzen. Doch dann engagiert die Witwe Pauline den stummen Revolverhelden Silence, und es kommt zum Showdown im Schnee.

Sonntag, 06.10.2013
18:00 Uhr

Dienstag, 08.10.2013
20:30 Uhr

Helge Schneider erklärt, warum er diesen Film ausgewählt hat

BEING THERE Willkommen Mr. Chance

USA 1979. R: Hal Ashby
D: Peter Sellers, Shirley MacLaine, Melvyn Douglas. 129 Min. 35mm. OF

BEING THERE Willkommen Mr. Chance

Mr. Chance (Peter Sellers) arbeitet seit vielen Jahren als Gärtner in einem vornehmen Haus in Washington. Abgeschottet von der Außenwelt lebt er innerhalb der Gartenzäune und kennt das „Draußen“ nur aus dem Fernsehen. Als der Hausherr plötzlich verstirbt, wird Chance ins echte Leben hinauskatapultiert. Durch eine Verkettung von Missverständnissen steigt er unwissentlich bis zum Berater des amerikanischen Präsidenten auf. BEING THERE ist eine tragikomische Satire voller Witz und Esprit über das Fernsehen und die moderne Industrie- und Finanzgesellschaft. Melvyn Douglas erhielt für seine Rolle als Vertrauter des Präsidenten den Oscar als Bester Nebendarsteller.


Donnerstag, 10.10.2013
18:00 Uhr

Freitag, 11.10.2013
20:30 Uhr

Helge Schneider erklärt, warum er diesen Film ausgewählt hat

ASCENSEUR POUR L‘ECHAFAUD Fahrstuhl zum Schafott

Frankreich 1958. R: Louis Malle
D: Jeanne Moreau, Maurice Ronet. 90 Min. 35mm. DF

fahrstuhl_zum_schafott_571
In seinem Regiedebüt inszeniert Louis Malle den scheinbar perfekten Mord: Der einstige Fremdenlegionär Jules Tavernier liebt die verheiratete Florence. Um freie Bahn zu haben, bringt er deren Ehemann mit dessen Pistole um und lässt die Tat als Suizid erscheinen. Doch auf der Straße fällt ihm ein, dass er ein Indiz vergessen hat – und bleibt auf der Fahrt zurück nach oben im Fahrstuhl stecken. Florence macht sich im Pariser Nachtleben auf die Suche nach ihrem Geliebten. Jazzikone Miles Davis schuf die Musik zum Film, den wohl ersten durchgängigen Jazzsoundtrack der Filmgeschichte.


Sonntag, 13.10.2013
18:00 Uhr

Samstag, 19.10.2013
18:00 Uhr

Helge Schneider erklärt, warum er diesen Film ausgewählt hat

THE MECHANIC Kalter Hauch

USA 1972. R: Michael Winner
D: Charles Bronson, Jan-Michael Vincent. 100 Min. Blu-ray. OF

THE MECHANIC Kalter Hauch

Auftragskiller Arthur Bishop (Charles Bronson) ist der Beste in seinem Metier. Bei ihm sehen Morde aus wie Unfälle. Eines Tages beseitigt Bishop „Big Harry“ McKenna, den Anführer der internationalen Geheimorganisation, für die er selbst seit Jahren tätig ist. Anschließend nimmt er McKennas Sohn Steve als Lehrling bei sich auf. Mit der Zeit werden die beiden zu einem unschlagbaren Team und sind als Geschäftsreisende in Sachen Mord in der ganzen Welt unterwegs – bis dem in die Jahre gekommenen Bishop immer häufiger Fehler unterlaufen und Steve immer skrupelloser wird.


Donnerstag, 03.10.2013
18:00 Uhr

Donnerstag, 31.10.2013
18:00 Uhr

Helge Schneider erklärt, warum er diesen Film ausgewählt hat

LIEBE, JAZZ UND ÜBERMUT

BRD 1957. R: Erik Ode
D: Peter Alexander, Bibi Johns, Rudolf Platte. 102 Min. Blu-ray

LIEBE, JAZZ UND ÜBERMUT

Das malerische Schloss Tiefenstein ist ein Internat, das musikbegabte Waisenkinder ausbildet. Unerwartet steht hoher Besuch an: Die Geldgeber aus Amerika haben sich angekündigt, um sich vor Ort von den Fortschritten der Schüler zu überzeugen.Die pfiffige Direktorin Clothilde Himmelreich hat aber erst kürzlich ihr Lehrpersonal reduziert, um Geld zu sparen. Nun muss schnellstens Ersatz her, um die unmusikalischen Eleven in Schwung zu bringen. In ihrer Not engagiert Himmelreich Peter Hagen – der versteht zwar nichts von Klassik, ist dafür aber ein unschlagbarer Jazzer.


Donnerstag, 17.10.2013
18:00 Uhr

Freitag, 25.10.2013
18:00 Uhr

Helge Schneider erklärt, warum er diesen Film ausgewählt hat

MONTANA SACRA Der heilige Berg

Mexiko/USA 1973. R: Alejandro Jodorowsky
D: Alejandro Jodorowsky, Horacio Salinas. 114 Min. Blu-ray. OmU

MONTANA SACRA Der heilige Berg

„Als hätten Luis Buñuel, Michelangelo Antonioni, Federico Fellini und Terry Gilliam gemeinsam Acid eingeworfen und zusammen einen Film gedreht!“ Der Werbeslogan für Alejandro Jodorowskys Meisterwerk (hier in der brandneuen digital restaurierten Blu-ray-Fassung) beschreibt trefflich die Atmosphäre von MONTANA SACRA: Ein namenloser Dieb irrt ziellos durch eine verkommene Stadt, bis er auf einen Alchemisten, gespielt von Jodorowsky selbst, und eine Gruppe mystischer Wesen trifft. Gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach dem heiligen Berg.


Donnerstag, 24.10.2013
17:30 Uhr

Freitag, 25.10.2013
20:30 Uhr

Helge Schneider erklärt, warum er diesen Film ausgewählt hat

Newsletter abonnieren!
© 2016 Deutsches Filminstitut, Schaumainkai 41, 60596 Frankfurt am Main