AFRICA ALIVE

all is well

Im Jahr 2014 feiert Africa Alive ein rundes Jubiläum: Bereits seit 20 Jahren bringt das Festival afrikanische Filmkultur nach Frankfurt.

Neben aktuellen Filmen, die auf dem Panafrikanischen Filmfestival FESPACO in Ouagadougou und anderen internationalen Festivals gelaufen sind, gibt es in diesem Jahr einen Schwerpunkt zu afrikanischen Filmemacherinnen. Die Frauen gelten zunehmend als Hoffnungsträgerinnen des afrikanischen Kontinents. Diese Tendenz ist in der kulturellen Produktion deutlich zu bemerken, in der Literatur wie im Film. Auch auf dem FESPACO-Festival waren viele starke Frauen vertreten, sowohl als Regisseurinnen und Produzentinnen als auch durch ihre Präsenz in den verschiedenen Jurys und bei der Vergabe der Preise.

Aus dem reichhaltigen Spektrum aktueller Produktionen von engagierten Filmemacherinnen zeigen wir YEMA (Algerien 2012) von Djamila Sahraoui über eine Frau, deren Söhne im Algerienkrieg kämpfen, oder POR AQUI TUDO BEM (All is well, Angola 2012) von Pocas Pascoal über zwei jugendliche Schwestern, die vor dem Bürgerkrieg in Angola nach Lissabon fliehen und sich dort allein zurechtfinden müssen. Auch mutige Dokumentarfilme stehen auf dem Programm, unter anderem der neue Film von Nadia El Fani MÊME PAS MAL (Tunesien/ Frankreich 2012) sowie NOIRE ICI BLANCHE LA BAS (Footprints of my Other, Kongo 2012) von Claude Haffner, die ihren Film in Frankfurt persönlich vorstellt. Haffners Film erzählt die bewegende autobiografische Geschichte der Filmemacherin und thematisiert ihr Gefühl, zwischen den Kulturen zu stehen.

Das Schwerpunktthema bietet zugleich einen Rückblick auf 20 Jahre Africa Alive aus der Perspektive der Frauen. Zu sehen sind Klassiker des afrikanischen Kinos von Regisseurinnen wie Safi Faye, Sarah Maldoror, Fanta Regina Nacra, Moufida Tlatli oder Farida Benlyazid. Das umfangreiche Filmprogramm mit mehreren Gästen komplettieren eine Lesung, Podiumsdiskussionen, eine Ausstellung, Konzerte sowie ein Kinder- und Jugendprogramm.

Weitere Informationen zum Festival und seinem Programm unter www.africa-alive-festival.de

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und La Cinémathèque Afrique Paris

GRIGRIS

Tschad/Frankreich 2013. R: Mahamat-Saleh Haroun
D: Souleymane Deme, Anais Monory, Cyril Guel. 101 Min. DCP. OmeU

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Souleymane Deme ist eine Größe in der Unterwelt von N’Djamena, der Hauptstadt des Tschad. Er verdient gutes Geld mit einer Benzinschmugglerbande; nachts ist er – trotz einer Gehbehinderung – unter seinem Künstlernamen Grigris einer der Stars der Tanzszene. In den Clubs lernt er die schöne Prostituierte Mimi kennen und lieben. Doch als sein Onkel schwer erkrankt, ist seine Glückssträhne jäh zuende. Um die Kosten für die Behandlung aufzubringen, verkauft er eine Benzinladung auf eigene Rechnung. Die Benzinmafia will Vergeltung, und Grigris bleibt nur die Flucht… Die wortkarge Erzählung besticht durch intensive Bilder.

 Donnerstag, 30.01.2014
20:15 Uhr

HORIZON BEAUTIFUL

Schweiz/Äthiopien 2013. R: Stefan Jäger
D: Stefan Gubser, Henok Tadele. 91 Min. DCP. OmeU. Dt. eingesprochen. Empfohlen ab 9 Jahren

Horizon Beautiful
Admassu hat keine Lust mehr, mit selbst gebastelten Bällen in den staubigen Straßen seines Viertels zu spielen oder die Autos reicher Leute zu waschen. Sein größter Wunsch ist es, Fußballstar in Europa zu werden. Als ein Fußballmanager aus der Schweiz zur Talentsuche in Admassus Heimatstadt kommt, lässt er sich durch nichts und niemanden davon abhalten, seinen Traum zu verwirklichen.

Freitag, 31.01.2014
14:30 Uhr

FLAME

Zimbabwe 1996. R: Ingrid Sinclair
D: Marian Kunonga, Ulla Mahaka, Norman Madowo. 90 Min. 35mm. OmU

Flame
Während des Bürgerkrieges in Rhodesien schließt sich die 15-jährige Florence mit ihrer Freundin der Befreiungsarmee an. Als der Krieg vorbei ist, stellen sie jedoch fest, dass die hart erkämpfte Unabhängigkeit des Landes vor allem den Männern nützt, und nur wenige ihrer eigenen Hoffnungen sich erfüllen. Die Frauen müssen weiter für ihre persönliche Freiheit und Rechte kämpfen. Der Film beruht auf Interviews mit Befreiungskämpferinnen und stellt sich zentralen Fragen der Emanzipation.

Freitag, 31.01.2014
18:00 Uhr

YEMA

Algerien/Frankreich 2012. R: Djamila Sahraoui
D: Djamila Sahraoui, Ali Zarif, Samir Yahia. 93 Min. DCP. OmeU

Yema
Auf einem Hof in einer kargen Gegend Algeriens lebt eine ältere Frau, die gerade ihren Sohn begraben hat – er war ein Soldat und wurde von Islamisten getötet. Den Islamisten hatte sich zuvor ihr anderer Sohn angeschlossen, den sie nun verdächtigt, Schuld am Tod des Bruders zu tragen. Verwundet taucht der islamistische Sohn bei ihr auf, um Zuflucht für sich und sein Baby zu suchen. Gleich einer griechischen Tragödie erzählt Djamila Sahraoui von einer zerrissenen Familie in einem zerrissenen Land.

Freitag, 31.01.2014
20:30 Uhr

CALYPSO ROSE: THE LIONESS OF THE JUNGLE

Trinidad & Tobago/Frankreich/USA 2011 R: Pascale Obolo
Dokumentarfilm. 85 Min. HDCam. engl. OF

Calypso Rose
Calypso Rose ist mit mehr als 800 aufgenommenen Songs die unbestrittene Königin der Calypso-Musik und eine unermüdliche Botschafterin für die Karibik und die Rechte der Frauen. Die Filmemacherin Pascale Obole hat sie vier Jahre lang begleitet. Das intime Portrait der Sängerin ist zugleich ein Reisefilm, der an verschiedene Orte der Erinnerung führt – zu den Inseln von Trinidad und Tobago, nach New York, Paris und in das Land ihrer Vorfahren, den Benin.

Freitag, 31.01.2014
22:30 Uhr

Samstag, 01.02.2014
22:30 Uhr

YOOLE Das Opfer

Senegal 2011. R: Moussa Sene Absa
Dokumentarfilm. 75 Min. Digital. OmU
Vorfilm: ATLANTIQUES Senegal 2009. R: Mati Diop

Yoole
Im April 2006 trieb ein kleines Boot ziellos vor der Küste von Barbados. An Bord: die Leichen elf junger Senegalesen. Moussa Senbe Absa fragt nach den Träumen und Ambitionen dieser Männer. Anhand von Interviews mit Hinterbliebenen verbindet er die individuellen Geschichten der Toten eng mit der sozialpolitischen Situation im Senegal, die er unter Nutzung von Archivmaterial einer Parteikonferenz mit dem senegalesischen Präsidenten Abdoulaye Wade sowie von Musik und Gedichten einer protestierenden Jugend beleuchtet.

Samstag, 01.02.2014
16:00 Uhr

MÊME PAS MAL No Harm Done

Tunesien/Frankreich 2012. R: Nadia El Fani
Dokumentarfilm. 67 Min. Digital. OmU

Vorfilm: CAFÉ REGULAR Ägypten/Indien 2011. R: Ritesh Batra

Meme pas mal
Während Nadia El Fani ihren Film LAICITE INCH´ALLAH drehte, kämpfte sie gegen eine Krebserkrankung. Ihren doppelten Kampf, gegen den Krebs und für ein laizistisches, demokratisches Tunesien, dokumentierte sie in MÊME PAS MAL.

Samstag, 01.02.2014
18:00 Uhr

POR AQUI TUDO BEM All is well

Angola/Portugal 2011. R: Maria Esperanca (Pocas) Pascoal
D: Willion Brandão, Vera Cruz, Cheila Lima. 94 Min. Digital. OmU

All is well
Um dem Bürgerkrieg in Angola zu entkommen, fliehen die 16-jährige Alda und ihre Schwester 1980 nach Lissabon. Mittellos und sich selbst überlassen warten die Schwestern auf ihre Mutter, die ihnen nach Europa folgen will. Da von den angolanischen Flüchtlingen dort wenig Hilfe zu erwarten ist, müssen sie sich allein zurechtfinden

Samstag, 01.02.2014
20:30 Uhr

zu Gast: Pocas Pascoal

AL-KHOROUG LEL-NAHAR Coming Forth by Day

Ägypten/Vereinigte Arabische Emirate 2012. R: Hala Lotfy
D: Donia Maher, Salma Al-Najjar, Ahmed Loutfi 96 Min. DCP. OmU

Vorfilm: CAFÉ REGULAR Ägypten/Indien 2011. R: Ritesh Batra

Coming forth by day
Soad lebt mit ihrer Familie in Kairo und pflegt ihren kranken Vater. Der Film zeigt Soads alltägliche Routine und fängt dabei sowohl ihre Frustration als auch Momente großer Zärtlichkeit ein. In den Wirren der Revolution gedreht, legt Hala Lotfy in ihrem Debüt den Fokus auf das Private und schafft einen revolutionären Film, ohne die Revolution selbst zu zeigen.

Sonntag, 02.02.2014
12:00 Uhr

ASSISTANCE MORTELLE Tödliche Hilfe

Haiti/Frankreich/USA/Belgien 2013. R: Raoul Peck. Dokumentarfilm. 99 Min. DCP. DF

Assistance Mortelle
Nach dem Erdbeben in Haiti versprachen dutzende Staaten und Organisationen Unterstützung. Die Bevölkerung hoffte auf administrative Verbesserungen und neue wirtschaftliche Perspektiven. Raoul Peck begleitete den Wiederaufbau, der die Menschen letztlich tief enttäuschte.

Sonntag, 02.02.2014
18:00 Uhr

LE PRÉSIDENT

Kamerun/Deutschland 2013. R: Jean Pierre Bekolo
D: Gerard Essomba, Valery Ndongo, Valsero, Max Essouma. 62 Min. HDCam. OmeU

Le Président
LE PRÉSIDENT ist das neueste, kontrovers diskutierte Werk von Jean Pierre Bekolo, der der Kunstgattung Film große Bedeutung bei den politischen Veränderungen in Afrika beimisst: „Der Film muss sein ästhetisches und narratives Potenzial nutzen, um eine Rolle im demokratischen Prozess Afrikas zu spielen.“

Sonntag, 02.02.2014
20:30 Uhr

MOI ZAPHIRA

Burkina Faso 2012. R: Apolline Traoré
D: Mariama Ouédraogo, Sita Traoré. 102 Min. DVD. OmeU

Moi Zaphira
Zaphira lebt mit ihrer Tochter in einem kleinen Dorf, das mittels Hilfsgütern versorgt wird. Sie ist unzufrieden mit ihrem Leben und wünscht sich für ihre Tochter eine bessere Zukunft. Als sie ein Modemagazin mit jungen hübschen Fotomodellen in die Hände bekommt, will sie ihrer Tochter mit allen Mitteln eine Karriere als Model ermöglichen – auch gegen deren eigenen Willen.

Montag, 03.02.2014
18:00 Uhr

zu Gast: Sita Traoré

EMPIRE OF DUST

Belgien 2011. R: Bram Van Paesschen
Dokumentarfilm. 81 Min. DigiBeta. chin.-frz.-swahili OmeU

Empire of Dust
Lao Yang ist für die Logistik eines großen Straßensanierungsprojektes zuständig, doch die Belieferung durch die kongolesische Verwaltung ist ins Stocken geraten. Gemeinsam mit dem Dolmetscher Eddy versucht er, mit den kongolesischen Gesellschaften zu verhandeln.

Montag, 03.02.2014
20:30 Uhr

Anschließend Gespräch

KADDU BEYKAT Nachrichten aus dem Dorf

Senegal 1975. R: Safi Faye. D: M. Gueye, A. Faye. 95 Min OmU (wolof)

Vorfilm: MONANGAMBEE Algerien 1969. R: Sarah Maldoror. 17 Min. 16mm. OmU

kaddu beykat

Safi Faye ist die erste Frau Senegals, die Filme drehte. In KADDU BEYKAT (1975) schildert sie die sozialen Verhältnisse in einem senegalesischen Dorf von innen heraus. In einer sensiblen, authentischen Weise zeigt sie die Folgen der Erdnußmonokultur, die es für die Bauern unmöglich macht, in ihren Dörfern zu überleben. „Mit der Geschichte eines Jungen, der in die Stadt zieht, weil er zu Hause im Dorf keine Beschäftigung findet(…), soll auf die Bedeutung der Landwirtschaft im Entwicklungsprozeß Afrikas aufmerksam gemacht werden.“ (Safi Faye)

Dienstag, 04.02.2014
18:00 Uhr

Zu Gast: Safi Faye

VIRGEM MARGARIDA

Mosambik 2012. R: Licinio Azevedo
D: Iva Mugalela, Sumeia Maculava, Ermelinda Cimela. 90 Min. DCP. OmU

Virgem Margarida
Mosambik 1975: In den Straßen von Maputo werden Prostituierte „eingesammelt“ und in ein Lager gebracht, unter ihnen fälschlicherweise die junge Margarida. In einem harten Trainingsprogramm sollen die Frauen im „revolutionären Geist“ umerzogen werden. Nach einiger Zeit beginnen die Frauen, sich gegen die Unterdrückung unter dem Deckmantel sozialistischer Ideologie zu wehren.

Dienstag, 04.02.2014
20:30 Uhr

MOLOCH TROPICAL

Haiti/Frankreich 2009. R: Raoul Peck
D: Zinedine Soualem, Sonia Rolland, Mireille Metellus. 107 Min. Digital. OmU

Moloch Tropical
Ein Präsident bereitet sich auf einen Staatsakt vor, zu dem Würdenträger und zahlreiche Staatsgäste erwartet werden. Doch als der Festtag gekommen ist, ist über Nacht eine Rebellion ausgebrochen, die den gesamten Staat erfasst hat und die Gäste zur Absage zwingt.

Mittwoch, 05.02.2014
18:00 Uhr

NOIRE ICI, BLANCHE LA BAS Footprints of my Other

Frankreich/Südafrika 2011. R: Claude Haffner. Dokumentarfilm. 52 Min. Blu-ray. OmeU

Footprints of my other
Claude Haffner, Tochter einer Kongolesin und eines Franzosen, erzählt ihre bewegende Geschichte und berichtet, wie es sich anfühlt, zwischen den Kulturen zu stehen. „Auf einmal war ich dort eine Fremde, fremd in meiner eigenen Familie, fremd in der Kultur, fremd in der Geschichte.“ (Claude Haffner in einem Interview)

Mittwoch, 05.02.2014
20:30 Uhr

Zu Gast: Claude Haffner

KURZFILMPROGRAMM

Un transport en commun

UNE FEMME POUR SOULEYMANE
Senegal/Frankreich 2001. R: Dyana Gaye. 24 min. OmeU
Souleymane lebt seit drei Jahren in Paris. Um mit seiner Einsamkeit zurechtzukommen, flüchtet er sich in eine Traumwelt, die für ihn immer realere Züge annimmt.

DEWNETI
Senegal/Frankreich 2006. R: Dyana Gaye. 15 Min. OmeU
Der siebenjährige Ousmane muss sich seinen Lebensunterhalt durch Betteln auf den Straßen Dakars verdienen. Er träumt von einem besseren Leben und hat eine Idee: Er möchte einen Brief an den Weihnachtsmann schreiben.

SAINT LOUIS BLUES Un transport en commun
Senegal/Frankreich 2009. R: Dyana Gaye. 48 Min. OmeU
Am Busbahnhof in Dakar begegnen sich sechs Passagiere, unter ihnen Souki, die zur Beerdigung ihres Vaters fährt, Malick und französische Touristinnen. Ihre gemeinsame Taxifahrt ist als musikalische Komödie inszeniert.

Donnerstag, 06.02.2014
18:00 Uhr

 

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