100 JAHRE UNTERGANG DER TITANIC

CARTE BLANCHE: KATJA EICHINGER

Am 14. April 1912 kollidierte die als unsinkbar geltende RMS Titanic auf ihrer Jungfernfahrt kurz vor Mitternacht mit einem Eisberg. Das modernste Luxusschiff seiner Zeit sank binnen weniger Stunden – eine Katastrophe, die die Technik- und Fortschrittsgläubigkeit des beginnenden 20. Jahrhunderts erschütterte. An Bord der Titanic entstand eine Massenpanik. Die Menschen kämpften verzweifelt um die wenigen Plätze auf den Rettungsbooten: Fast 1.500 der 2.200 Menschen an Bord gingen mit der Titanic unter und starben in den eiskalten Fluten. Ein Stoff, der bereits 36 Mal verfilmt wurde – entdecken Sie drei faszinierende, filmhistorische Raritäten als Ostermontags-Special!


TITANIC

Deutschland 1942/43. R: Herbert Selpin, Werner Klingler. D: Sybille Schmitz, Hans Nielsen, Kirsten Heiberg. 90 Min. 35mm

Die Katastrophe des Untergangs als antibritische Kriegspropaganda: Der Kapitän wird bestochen, damit die Titanic in Rekordzeit den Atlantik überquert. Der Erste Offizier Petersen, ein Deutscher, warnt vor der Rekordfahrt. Doch auch er kann das Unglück nicht verhindern. „Bemerkenswert waren an diesem Film [...] vor allem die Trickaufnahmen, die nach dem Krieg noch in den englischen Titanic-Film A NIGHT TO REMEMBER eingeschnitten wurden.“ (Reclams Filmführer)

Ostermontag, 09.04.2012
16:00 Uhr

IN NACHT UND EIS

Deutschland 1912. R: Mime Misu. D: Waldemar Hecker, Mime Misu, Otto Rippert. Ca. 41 Min. 35mm.

Juni 1912, nur zwei Monate nach der Katastrophe: An der Ostseeküste sowie im Grüpelsee nahe Berlin geht Mime Misus von leeren Bierfässern getragenes Titanic- Modell unter. Mit einfachsten Mitteln realisierte Misu so die erste filmische Verarbeitung der Tragödie, die zum Medienereignis wurde. Diese erste filmische Verarbeitung der Katastrophe galt lange Zeit als verschollen und ist kaum noch bekannt. Ebenso wenig ist sein Regisseur im Gedächtnis geblieben, dessen geheimnisvoller Name „Mime Misu“ der Forschung bis heute Rätsel aufgibt. Gestützt auf umfangreiche Archivrecherchen und Dokumente aus dem Privatbesitz Misus erzählt Michael Wedel in seinem einführenden Vortrag von der schillernden Biografie des seinerzeit als Wunderkind gerühmten Regisseurs und präsentiert erstmals sein neues Buch Kollision im Kino. Mime Misu und der Untergang der Titanic.

Prof. Michael Wedel lehrt Mediengeschichte und Filmtheorie an der Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“ in Potsdam-Babelsberg und ist zudem wissenschaftlicher Leiter des Filmmuseums Potsdam.

Ostermontag, 09.04.2012
18:00 Uhr
Klavierbegleitung:
Uwe Oberg
Zu Gast:
Einführender Vortrag und anschließendes Filmgespräch mit Prof. Michael Wedel
Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit der edition text + kritik.

A NIGHT TO REMEMBER  Die letzte Nacht der Titanic

Großbritannien 1958. R: Roy Ward Baker. D: Kenneth More, David McCallum, Laurence Naismith. 121 Min. BluRay. OF

Der Schiffsuntergang als dramatische Story mit Anspruch auf Authentizität: Unter Berufung auf Augenzeugenberichte werden die drei Stunden zwischen Kollision und Untergang des Luxusdampfers detailreich aus der Sicht des Zweiten Offiziers Charles Lightoller geschildert – bildgewaltig inszeniert von Kameramann Geoffrey Unsworth. A NIGHT TO REMEMBER gewann den Golden Globe als Bestes Filmdrama 1959.

Ostermontag, 09.04.2012
20:30 Uhr

 

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