Sammlung Volker Schlöndorff

1992 erfuhren unsere Sammlungen zum Neuen Deutschen Film eine bedeutende Erweiterung, als Volker Schlöndorff die gesamten noch vorhandenen Unterlagen seiner Filme unserem Archiv übergab. Neben seinem Privatarchiv ergänzen die Dokumente zu den Produktionen der Münchner Bioskop-Film diese umfangreiche Sammlung. Recherche- materialien, Notizbücher, Skripte in verschiedenen Fassungen, Kostenaufstellungen, Arbeitsdrehbücher, Produktionstagebücher, Storyboards, Dreh- und Mischpläne, mehrere tausend Motiv-, Arbeits- und Standfotos, Plakate, Kleinrequisiten, Preise und Urkunden erlauben nicht nur einen Überblick über 30 Jahre Regiearbeit, sondern ermöglichen darüber hinaus einen Einblick in den Wandel des Filmemachens in diesem Zeitraum. Die Sammlung wird fortlaufend durch Unterlagen zu neuerscheinenden Filmen Schlöndorffs ergänzt und umfasst daher immer auch aktuellstes Material.

Bereits Volker Schlöndorffs Spielfilmdebüt DER JUNGE TÖRLESS (1965/66), nach einem Roman von Robert Musil, erhält zahlreiche Auszeichnungen und ist der erste internationale Erfolg des Neuen Deutschen Films. Nach MICHAEL KOHLHAAS – DER REBELL (1968/69), DER PLÖTZLICHE REICHTUM DER ARMEN LEUTE VON KOMBACH (1970), DIE VERLORENE EHRE DER KATHARINA BLUM (1975) Beiträgen zu den Gruppenfilmen DEUTSCHLAND IM HERBST (1978) und KRIEG UND FRIEDEN (1983) erlangt Schlöndorff internationales Ansehen durch die Verfilmung des Grass-Romans DIE BLECHTROMMEL (1978/79). Der Film erhält die Goldene Palme in Cannes und den Oscar als bester ausländischer Film und ermöglicht Schlöndorff internationale Großproduktionen wie EINE LIEBE SWANN 1983) mit Jeremy Irons, Ornella Muti und Alain Delon oder DEATH OF A SALESMAN nach Arthur Millers Theaterstück mit Dustin Hoffmann in der Titelrolle.

Auch die Literaturverfilmungen THE HANDMAID´S TALE (1989) und HOMO FABER (1990) entstehen mit internationaler Starbesetzung, ebenso PALMETTO – DUMME STERBEN NICHT AUS (1998). Zu seinen aktuelleren Arbeiten gehören DIE STILLE NACH DEM SCHUSS (1999), DER NEUNTE TAG (2003/04) und STRAIJK – DIE HELDIN VON DANZIG (2005/06).

 

 

Volker Schlöndorff

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